Er brauchte keine lange Bedenkzeit. Nur wenige Minuten, nachdem die Walliser Mitte-Ständerätin Marianne Maret (68) angekündigt hatte, dass sie nach zwei Amtszeiten auf eine neuerliche Kandidatur verzichtet und damit ihre politische Laufbahn in Bern beendet, machte es Christophe Darbellay (55) gegenüber «Le Nouvelliste» offiziell: Er will bei Marets Nachfolge antreten.
Damit würde ein prominenter Polit-Kopf nach Bundesbern zurückkehren. Darbellay war ab 2006 für zehn Jahre Präsident der damaligen CVP und sass von 2003 bis 2015 für die Partei im Nationalrat. Heute ist er Walliser Staatsrat und leitet das Departement für Volkswirtschaft und Bildung.
Interne Konkurrenz schreckte ihn auf
Mit seinem Vorpreschen gibt Darbellay für die Wahlen in rund einem Jahr schon mal den Takt vor – und versucht, sich einen Vorsprung auf die politische Konkurrenz herauszuschlagen.
Ein Durchmarsch ist aber längst nicht garantiert. Einen Strich durch die Rechnung machen könnte ihm parteiintern etwa Carole Melly-Basili (38), wie die Zeitung weiter schreibt. Die Vizefraktionschefin von Le Centre im Grossen Rat soll sich ebenfalls eine Ständeratskandidatur überlegen – ohne Rücksprache mit Darbellay. Das habe ihn aufgeschreckt, wütend gemacht. Nun scheint Darbellay schon mal erste Fakten schaffen zu wollen.
Die Mitte Unterwallis hat die Bewerbungsfrist für eine Ständeratskandidatur auf den 14. Dezember festgelegt. Über die Nomination entscheidet anschliessend der Parteikongress. Seit der Gründung des Bundesstaats 1848 stellt die frühere CVP und heutige Mitte beide Walliser Ständeräte.