Darum gehts
- Wegen Vandalismus blieb die öffentliche Bahnhofstoilette in Burgdorf BE längere Zeit geschlossen
- Die FDP will einen Franken Eintritt verlangen und dazu bald im Stadtrat einen Vorstoss einreichen
- Die Gebühr soll Hygiene und Unterhalt sichern und die Stadtkasse finanziell entlasten
Mal stinkt es gruusig, mal ist es blitzblank geputzt – das Erlebnis auf einem öffentlichen WC kann ganz unterschiedlich ausfallen. In der Berner Stadt Burgdorf wurde die öffentliche Bahnhofstoilette durch Vandalismus so stark beschädigt, dass sie über längere Zeit geschlossen bleiben musste.
Darüber nervt man sich auch in der Politik: «Es stösst sauer auf, wenn öffentliche WC-Anlagen wegen mangelnder Sauberkeit oder ihres Zustands kaum genutzt werden», sagt Denis Kläfiger (35) von der Burgdorfer FDP zu Blick.
Nur noch gegen Geld aufs WC
Nun entsteht im Rahmen der Bauarbeiten am Bahnhof eine neue Toilette. Damit diese auch sauber bleibt, steht eine wohl nicht gerade populäre Idee im Raum: Die Burgdorfer FDP möchte den Zutritt kostenpflichtig machen. Ein Franken soll die Benutzung des neuen stillen Örtchens kosten. «Mit dem einen Franken möchten wir vor allem einen höheren Hygiene- und Unterhaltsstandard sicherstellen und gleichzeitig einen Beitrag an die entstehenden Kosten leisten», begründet Kläfiger die Idee.
Dass Gratis-WCs tatsächlich gratis sind, sei ohnehin ein Trugschluss. Schliesslich müssen die Steuerzahlenden für Reinigung, Unterhalt und Reparaturen aufkommen. Bisher trug die Stadt sämtliche Kosten. Mit der Gebühr will Kläfiger sie aber nicht nur finanziell entlasten: «Wenn für die Nutzung bezahlt wird, steht aus meiner Sicht auch die Stadt stärker in der Pflicht, regelmässig für Sauberkeit, Unterhalt und eine funktionierende Infrastruktur zu sorgen.»
Konzept hat sich andernorts bewährt
Ob die Einnahmen aus der Eintrittsgebühr ausreichen würden, um die Unterhaltskosten zu decken, ist schwer einzuschätzen. Im Schwimmbad, in dem Kläfiger als Bademeister arbeitet, habe die Gebühr jedoch bereits beträchtliche Einnahmen gebracht: «Im Schwimmbad haben wir damit inzwischen über 1000 Franken eingenommen.» Dabei müssen dort nur Personen für die WC-Nutzung bezahlen, die weder Badegäste sind, noch etwas konsumieren. Am Bahnhof dürfte die Nutzungsfrequenz wesentlich höher sein.
Noch ist die WC-Gebühr erst eine Idee. Die FDP möchte daraus jedoch einen politischen Vorstoss machen, den ihre Fraktion bald im Stadtrat einreichen will.