SVP-Kandidat Michael Graber
Eiswürfel-Eklat in der Bellevue-Bar

Hat SVP-Kandidat Michael Graber eine zu kurze Zündschnur für den Bundesrat? Eine Eskalation in der Bellevue-Bar gibt zu reden.
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Kandidiert für die Nachfolge von Guy Parmelin: Nationalrat Graber.
Foto: keystone-sda.ch

Es ist der 11. März 2025, gegen Mitternacht, in der Berner Bellevue Bar. Am Abend vor der Ersatzwahl für VBS-Vorsteherin Viola Amherd (64) vergnügen sich Parlamentsmitglieder. Dann fliegt ein Eiswürfel durch die Luft. So schildern es mehrere Augenzeugen: SVP-Nationalrat Christian Imark (44) wirft ihn in Richtung seines Fraktionskollegen Michael Graber (45). Das Geschoss trifft den Walliser am Kopf. Der reagiert erzürnt, steht auf und geht auf Imark zu. Tischnachbarin Sandra Sollberger (52) beruhigt den Getroffenen und begleitet ihn an die frische Luft.

Graber hat seine Kandidatur für den frei werdenden Bundesratssitz angemeldet. Und in Bern kursiert die Frage: Hat der Walliser Jurist eine etwas kurze Zündschnur? Schliesslich war er auch am Handgemenge zwischen SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi und den Sicherheitskräften im Bundeshaus im Juni 2024 beteiligt. Zu einer Strafverfolgung kam es nicht, weil die zuständigen Parlamentskommissionen die Immunität der beiden Nationalräte nicht aufhoben.

«Ich bin ein emotionaler Mensch»

SonntagsBlick erreicht Graber telefonisch und konfrontiert ihn. Reagiert er rasch gereizt? Graber winkt ab. «Ich bin ein emotionaler Mensch, aber habe ein grosses Herz.» Er betont, dass ihn mit Imark ein freundschaftliches Verhältnis verbinde. Beim Eisstück allerdings, das aus sechs bis acht Metern Distanz auf ihn zugeflogen sei, habe es sich «um einen Kubus von vier Zentimetern Kantenlänge» gehandelt. Dieser habe ihn mit voller Wucht an der Stirn getroffen, nur wenig oberhalb der Augen.

«Ich habe Christian dann gesagt, dass er damit mich und andere ernsthaft hätte verletzen können, und bin gegangen», berichtet er. Im Unterschied zu anderen habe er an jenem Abend keinen Alkohol getrunken. Seine Reaktion sei angesichts der Situation «völlig angemessen» gewesen, zumal ihn mehrere Parlamentarier darin bestätigt hätten.

Imark will sich auf Anfrage nicht äussern. Von beiden Seiten ist jedoch zu hören, dass sich die beiden inzwischen wieder versöhnt hätten. Womit schon mal eine erste kleine Hürde für eine erfolgreiche Kandidatur genommen wäre.

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