Darum gehts
- 80,5 Prozent der Maghreb-Asylsuchenden werden beschuldigt, Straftaten begangen zu haben
- SEM plant strengere Gesetze und schnellere Haft für Straftäter
- 96 Prozent der Asylsuchenden verhalten sich korrekt
Seit Jahren schlagen sich die Schweizer Asylbehörden mit kriminellen Nordafrikanern herum. Wie gross das Problem tatsächlich ist, zeigt erstmals eine interne Auswertung des Staatssekretariats für Migration (SEM), die Blick exklusiv vorliegt. Zahlen für 2024 zeigen: Unglaubliche 80,5 Prozent aller Asylsuchenden aus den Maghreb-Staaten wurden einer oder mehrerer Straftaten beschuldigt. Das wollen die Asylbehörden nicht hinnehmen, betont Claudio Martelli, der im SEM als Vizedirektor den Direktionsbereich Asyl leitet.
Herr Martelli, haben die Asylbehörden die Lage noch im Griff?
Claudio Martelli: Ja, und das soll auch so bleiben. Wir akzeptieren das kriminelle Verhalten einer kleinen Gruppe von Asylsuchenden nicht. Sie missbrauchen das Recht auf Asyl in der Schweiz, und sie schaden dem Ruf aller schutzbedürftigen Menschen. Das nehmen wir nicht hin.
Über 80 Prozent der nordafrikanischen Asylsuchenden werden mittlerweile kriminell. Wurde das Problem zu lange ignoriert?
Bund und Kantone haben schon vor über einem Jahr reagiert. Wir haben mit den Kantonen zusammen eine Taskforce eingesetzt, um alle Möglichkeiten, die uns das Gesetz gibt, auszuschöpfen. Dazu gehört die Inhaftierung von Personen, die ausgeschafft werden sollen. Zudem wollen wir Gesetze anpassen, damit wir Personen, die Straftaten begehen, rascher in Haft nehmen können. Und wir möchten bei Personen, die offensichtlich keine Asylgründe haben, gar kein Asylverfahren mehr durchführen.
Wie erklären Sie sich, dass ausgerechnet Asylsuchende aus Maghreb-Staaten derart hohe Kriminalitätszahlen aufweisen? Dies im Gegensatz zu anderen Asylsuchenden.
Unsere Berechnungen sind sicher nicht ganz präzis. Aber die Zahl ist definitiv zu hoch. Diese jungen Männer wissen, dass sie nicht in der Schweiz bleiben können und haben nichts zu verlieren. Und es kommen aus diesen Staaten praktisch keine Familien oder Frauen. Das ist eine mögliche Erklärung, aber kriminelles Verhalten bleibt natürlich völlig inakzeptabel. Darunter leiden auch die 96 Prozent der Asylsuchenden, die sich jederzeit korrekt verhalten.
Erste Massnahmen wurden ergriffen wie die Taskforce Intensivtäter oder 24-Stunden-Verfahren. Gelöst aber scheint das Problem damit nicht zu sein.
Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Aber es braucht die genannten Massnahmen, die wir mit den Kantonen zusammen umsetzen werden.
Was muss denn passieren, damit Maghrebiner gar nicht mehr in die Schweiz kommen, da sie hier ohnehin keine Chance auf Asyl haben?
Sie müssen wissen, dass sie die Schweiz sehr rasch wieder verlassen müssen und konsequent zurückgebracht werden, wenn sie nicht freiwillig gehen. Anders gesagt: dass es sich nicht lohnt, bei uns ein aussichtsloses Asylgesuch zu stellen.