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Bereits 1000 Folgen:Christoph Blocher spricht über die Anfänge von Teleblocher

Teleblocher-Jubiläum
Tausendmal berührt

Seit bald zwanzig Jahren steht Matthias Ackeret jeweils am Freitagmorgen um 7 Uhr bei Christoph Blocher auf der Matte. Eine Begegnung.
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Christoph Blocher (l.) und Matthias Ackeret lauschen dem Jodelchörli Wattwil, bei der Aufzeichnung der Sendung zum 15-Jahr-Jubiläum von «Teleblocher» 2022 im Haus der Freiheit.
Foto: keystone-sda.ch
Reza-Rafi-Ringier
Reza RafiChefredaktor SonntagsBlick

Er geht jeden Tag 12’000 Schritte. «Über 8000 habe ich heute schon», sagt er, nimmt sein Handy hervor und zeigt stolz die Statistik auf dem Screen. Matthias Ackeret (63) ist ein Typ, der Dinge durchzieht. Als er Marathon laufen wollte, lief er Marathon. Als er den Schriftsteller Martin Walser kennenlernen wollte, lernte er Martin Walser kennen. Als er Romane schreiben wollte, schrieb er Romane.

Das Kühnste aber, das der Publizist mit dem weissen Haar und dem schönen Schaffhauser Dialekt je durchgezogen hat, ist «Teleblocher». Tausend Ausgaben hat er mit alt Bundesrat Christoph Blocher (86) mittlerweile aufgenommen. Wir treffen Ackeret in der «Kronenhalle» in Zürich, wo ein Stück Schweizer Geschichte in der Luft liegt. Er kennt viele hier, und viele kennen ihn.

Wenn der Heiland einen raushaut

Tausendmal stand er morgens um 7 Uhr im Anwesen des SVP-Patrons und seiner Frau Silvia in Herrliberg ZH parat, tausendmal stand er ohne vorherige Absprache mit dem Namensgeber der Sendung vor der Kamera, tausendmal ging er mit Blocher die Themen der Woche durch. Der verstorbene Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer pflegte den Vordenker angesichts dessen parteiinterner Stellung mit gutmütigem Spott «Heiland» zu nennen.

«Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert», sang einst Klaus Lage. Bei Ackeret und Blocher, die beide in Laufen-Uhwiesen ZH am Rheinfall aufgewachsen sind, ist das natürlich anders. Tausendmal hat er für das Publikum das geistige Universum der SVP-Lichtgestalt berührt. Mal in Blochers Wohnzimmer, mal im Garten, mal neben einem Blumengesteck, mal vor einem Anker-Gemälde. Und passiert ist stets etwas. Sein Gesprächspartner habe wiederholt «einen rausgehauen», sagt Ackeret nicht ohne Stolz.

Orientalische Züge

«Teleblocher» zeige, dass der Senior noch immer viel zu sagen habe in der Partei. Ackeret erinnert an eine Gesundheitsvorlage, bei der Blocher sich hinter die Haltung des Bundesrats gestellt habe – entgegen der Haltung der Parteileitung. An der Delegiertenversammlung am Tag darauf plädierte die Parteispitze dann für Stimmfreigabe, worauf die Delegierten schliesslich auf Blochers Linie umschwenkten. Und dass er bei der Kandidatenkür für die Nachfolge von Guy Parmelin die Genferin Céline Amaudruz nicht erwähnte, deutete die Öffentlichkeit umgehend als Misstrauensvotum. Laut Ackeret war der Grund banaler: Er habe schlicht vergessen, Blocher auf sie anzusprechen.

Mit der Sendung, die 2007 – noch vor der Abwahl Blochers als Bundesrat – nach einer Idee von Norbert Neininger, dem damaligen Verleger der «Schaffhauser Nachrichten», startete, setzte Ackeret einen neuen Trend. Allerdings ähnelt das Gespräch weniger einer TV-Talkshow oder einem Podcast, sondern erinnert eher an eine orientalische Tradition, in der ein Gelehrter, ein Weiser, ein Dorfältester oder ein Scheich auf die Fragen eines Gefolgsmanns Ratschläge zu allen Lebensfragen erteilt.

Ein Fest im Haus der Freiheit

Die Skepsis, ja die Häme, die Ackeret als vermeintlichem Mikrofonhalter und Stichwortgeber entgegenschlug, steckte er von Anfang an spielend weg. Ackeret ist von einer überirdischen Schmerzfreiheit. Oder ist das Coolness? 2024 porträtierte ihn die «NZZ» mit dem wenig schmeichelhaften Titel «Ein Mann ohne Eigenschaften». Andere Prominente würden sich in ihrer Eitelkeit verletzt fühlen. Nicht so Ackeret. Er postete den Artikel stolz auf seinem Social-Media-Account.

Und wie geht es weiter? «Teleblocher» laufe weiter, solange die Gesundheit der Teilnehmer dies zulasse. Erst mal folgt nächste Woche das Jubiläumsfest im Haus der Freiheit, der Beiz des ehemaligen SVP-Präsidenten und Blocher-Lieblings Toni Brunner (52). Jetzt muss Ackeret aber los. Er hat heute noch gut 4000 Schritte zu gehen. Das wird er, selbstverständlich, durchziehen.

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