Der offizielle Trailer zum Film über SP-Nationalrat Islam Alijaj
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«Voice of my People»:Der offizielle Trailer über SP-Nationalrat Islam Alijaj

Berührender Film über SP-Nationalrat Islam Alijaj
«Ich muss wissen, wie lange meine Scheiss-Blase durchhält»

Islam Alijaj schaffte 2023 überraschend den Einzug in den Nationalrat – als erster Politiker mit Cerebralparese. Ein Dokumentarfilm blickt nun hinter die Kulissen des aussergewöhnlichen Wahlkampfs. Und gibt private Einblicke.
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Islam Alijaj (SP) vertritt den Kanton Zürich seit 2023 im Nationalrat.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Islam Alijaj schaffte 2023 überraschend den Nationalratseinzug
  • Dokumentarfilm hält die Reise des SP-Politikers fest
  • Alijaj setzt sich für die 1,8 Millionen Menschen mit Behinderung ein
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Islam Alijaj (39) hatte ein grosses Ziel: Er wollte für die SP in den Nationalrat. Nach der Abstimmung der Delegierten war ihm die Enttäuschung jedoch ins Gesicht geschrieben. Seine Parteigenossen setzten ihn lediglich auf den elften Listenplatz. Für einen Kandidaten mit Behinderung und Migrationshintergrund schienen die Chancen damit aussichtslos.

Doch der Zürcher liess sich nicht entmutigen. Mit einem engagierten Team startete er 2023 einen unermüdlichen Wahlkampf und schaffte, womit kaum jemand gerechnet hatte: den Sprung ins nationale Parlament. 

Den langen und teilweise steinigen Weg dorthin begleiten Lorenzo Oschwald, Ansgar Wörner und Nico Gerspacher im Dokumentarfilm «Voice of My People». Der Film wurde nun erstmals im Zürcher Kino Riffraff gezeigt, weitere Vorstellungen sind geplant.

Weil sein Hirn bei der Geburt zu wenig Sauerstoff erhielt, lebt Alijaj mit Cerebralparese. Er kann seine Muskeln nur eingeschränkt steuern. Darum sitzt er im Rollstuhl und hat eine Sprachbehinderung. 

Neben Alijaj sind auch die beiden Mitte-Nationalräte Christian Lohr (64) und Philipp Kutter (50) auf den Rollstuhl angewiesen. Alijaj ist jedoch der einzige Politiker mit einer Beeinträchtigung seiner Art in Bundesbern.

Aufmüpfiger SP-Politiker

Der Film zeigt das Wesen des Politikers: Sein Selbstvertrauen, sein Tatendrang und sein Schalk kommen zum Vorschein. Es sind jene Eigenschaften, die seine Helfer antreiben, alles zu geben. Unterstützt wurde Alijaj von einem Team rund um Werber David Wember (36).

Der Wahlkampfstratege fungierte als eine Art Mentor Alijajs. Er trieb ihn an, möglichst viele Anlässe zu besuchen, und organisierte auffällige Plakatkampagnen. Doch auch zahlreiche weitere Helferinnen und Helfer packten mit an und unterstützten ihn etwa beim Flyern. Insgesamt investierte Alijaj rund 300’000 Franken in die Kampagne. Zu den wichtigen Unterstützern gehörte Pro Infirmis.

Neben diesen kraftvollen Szenen zeigt der Film Alijaj auch von einer verletzlichen Seite. Denn der Alltag bringt für den 39-Jährigen verschiedene Herausforderungen mit sich. Dinge wie Treppensteigen oder ein Toilettengang können für ihn zur Belastung werden. «Ich muss genau wissen, wie lange meine Scheiss-Blase durchhält», erklärt Alijaj. In der Öffentlichkeit wird er angestarrt und oft unterschätzt. «Als Jugendlicher habe ich meine Behinderung gehasst.»

Jubel und Freudentränen

Intime Einblicke in das Familienleben des SP-Politikers zeigen, woraus er die Motivation für seine politische Arbeit schöpft. «Ich möchte nicht, dass meine beiden Kinder in einer Gesellschaft aufwachsen, in der ihr eigener Vater als minderwertig angesehen wird», sagt er.

Im Nationalrat setzt sich Alijaj heute dafür ein, den Alltag der 1,8 Millionen Menschen mit Behinderung in der Schweiz zu erleichtern. So hat er unter anderem die Inklusionsinitiative mitinitiert. Das Volksbegeheren will die Rechte von Menschen mit Behinderungen stärken.

Wie es ihm gelungen ist, seine politischen Ziele in Bundesbern umzusetzen, lässt der Film jedoch offen. Er endet mit Jubel und Freudentränen nach der Nationalratswahl. Als Zuschauer hätte man sich – drei Jahre nach dem Ereignis – gewünscht, mehr über Alijajs Wirken im Bundeshaus zu erfahren. Wer weiss: Vielleicht folgt der zweite Teil ja noch.

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