Darum gehts
- Smart Glasses wirken wie normale Brillen, haben aber eine Kamera
- Badmeister und Badi-Betreiber haben Angst, dass dies zu Problemen führen kann
- Sie fordern jetzt ein Smart-Glass-Verbot in den Badis
Spanner und Voyeure hatten es noch nie so einfach: Seit es die sogenannten Smart Glasses gibt, lässt sich mit einer unauffälligen Brille ganz einfach – und fast unerkannt – filmen und fotografieren. Das kann zum Problem werden, gerade in sensiblen Bereichen wie Badis und Saunas.
Jetzt organisieren sich deshalb die Schweizer Badi-Verbände – vom Badmeister-Verband über den Schweizer Sauna Bund bis hin zum Verband Hallen und Freibäder. Sie rufen in einer gemeinsamen Aktion Städte und Gemeinden auf, die Hausordnungen in den öffentlichen Bädern anzupassen.
Die Verbände «empfehlen allen Betreibern, Smart Glasses und vergleichbare tragbare Aufzeichnungsgeräte explizit in ihren Badeordnungen zu verbieten», steht in einer gemeinsamen Mitteilung. «Das Aufnehmen von Fotos und Videos sowie das Tragen von optischen Geräten mit integrierter Kamerafunktion soll auf dem gesamten Areal der Bäder und Saunen strikt untersagt werden», heisst es in der Mitteilung weiter.
«Deeskalation und Beweissicherung»
Die Begründung: «Mit dem Einzug smarter Brillen und anderer Miniaturkameras wird der Schutz der Intimsphäre in Badeanstalten vor neue Herausforderungen gestellt. Da diese oft kaum von herkömmlichen Geräten zu unterscheiden sind, steigt das Risiko für verdeckte Aufnahmen in Saunas, Bäder- und Umkleidebereichen», halten die Verbände fest. Ein Verbot sorge für Rechtssicherheit bei Betreibern und Personal.
Ein detaillierter Leitfaden soll dem Badi-Personal zudem im Alltag helfen. «Er bietet klare Handlungsschritte für die Deeskalation und die Beweissicherung.» Die Verbände haben zudem Infoplakate erstellt, die die Badis an den Eingängen aufstellen können.
Badmeister und Badi-Verbände stehen nicht allein da mit ihrer Forderung. Auch die Grünen in Luzern hatten im Sommer bereits ein Verbot gefordert. «Smart Glasses machen aus jedem Menschen eine potenzielle Überwachungskamera», hielt damals der Luzerner Stadtparlamentarier Adrian Häfliger fest.