Darum gehts
- Armeechef Benedikt Roos fordert gesellschaftlichen Diskurs über Schweizer Sicherheit
- Er bringt Idee eines «Marsches für die Sicherheit» ins Spiel
- Roos will die Debatte breit abstützen
Seit Anfang des Jahres ist Benedikt «Bänz» Roos (60) Chef der Armee. Nun fordert er eine breitere gesellschaftliche Debatte über die Sicherheit der Schweiz – und lässt dabei auch mit einer ungewöhnlichen Idee aufhorchen: «Früher gab es Friedensmärsche», sagt Roos in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende». «Ich könnte mir Ähnliches vorstellen. Einen Marsch für die Sicherheit vielleicht.»
Roos betont, es gehe ihm nicht um eine Debatte allein über die Armee, sondern um die Sicherheitslage der ganzen Schweiz. «Wir brauchen einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs über Sicherheit. Es geht nicht um die Armee, sondern um die Schweiz.» Ein solcher Diskurs lasse sich «nicht mit Broschüren erreichen».
So versteht Roos «Sicherheit»
Eine Rückkehr aufs Rütli – die historisch aufgeladene Bergwiese über dem Urnersee – lehnt der neue Armeechef dagegen ab: «Mir schlugen schon Leute vor, die Armee solle wieder aufs Rütli gehen.» Das fände er aber übertrieben. «Der Rütli-Rapport ist mit dem Zweiten Weltkrieg verbunden», so Roos in der «Schweiz am Wochenende» weiter.
Selbst eine Kundgebung auf die Beine stellen will Roos nicht. «Als Bundesangestellter kann ich keine Demonstration organisieren. Das ist unmöglich. Aber ich kann mithelfen», sagt er. Entsprechende Impulse könnten seiner Ansicht nach nicht nur von Miliz- oder Offiziersverbänden kommen, sondern etwa auch aus dem Gesundheitswesen oder der Wirtschaft.
Roos betonte seit seinem Amtsantritt mehrfach, es gehe nicht einfach darum, dass die Armee mehr Geld brauche. Vielmehr benötige die Schweiz mehr Sicherheit. Und Sicherheit müsse umfassender gedacht werden – etwa mit Blick auf Cyberangriffe oder den Schutz kritischer Infrastrukturen.