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Vor der Universität Lausanne:Pro-Palästina-Demo bei Macrons Besuch

So verlief der Staatsbesuch
Macron hat die Schweiz wieder verlassen

Der französische Präsident Emmanuel Macron war zu einem zweitägigen Besuch in der Schweiz. Dabei traf er den Bundesrat, Wirtschaftsvertreter und Forscherinnen. So verliefen die beiden Tage.
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Bei einer Demonstration auf dem Universitätscampus in Lausanne kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten.
Foto: RMS
Tobias Bruggmann, Tobias Ochsenbein

Es ist 13.42 Uhr als Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (45) zum ersten Mal aus der Flugzeugtüre späht. Gerade eben ist er am Flughafen Bern-Belp gelandet, zum Auftakt des zweitägigen Staatsbesuchs in der Schweiz. Für Frankreich Routine, für die Schweiz eine grosse Sache.

Schon seit dem Vormittag ist der Berner Bundesplatz abgeriegelt. Security-Checks, Polizisten auf Dächern – ein präzises Protokoll regelt den ganzen Tag.

Kurz vor 15 Uhr: Ein hoher Militärangehöriger kontrolliert ein letztes Mal das Tenue der bereitstehenden Soldaten. Dann übersäen blinkende orange Lichter die Bundesgasse. Endlich – der Konvoi des französischen Präsidenten fährt ein! Leicht verspätet steigen Emmanuel und seine Frau Brigitte (70) Macron aus.

Alles vergeben und vergessen?

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich waren zuletzt nicht immer ungetrübt. Seitdem die Schweiz sich für den F-35 Kampfjet entschieden hatte, und den französischen Rafale-Jet verschmähte, waren die Beziehungen schlechter. Frankreich fühlte sich hinters Licht geführt. Seit einigen Monaten kommt es wieder vermehrt zu schweiz-französischen Gesprächen.

Alles vergeben und vergessen, also? Am Mittwochnachmittag auf dem Bundesplatz sowieso. Hinter der Abschrankung herrscht Grossandrang. Schaulustige schwenken Fähnchen. Der französische Präsident muss sich vorkommen wie ein Rockstar. Macron erwidert die Liebe, er winkt, verteilt Autogramme und Küsschen.

Macrons und Bersets begeben sich für die Nationalhymnen unter einen präsidialen Regenschutz. Er wäre nicht nötig. Bei Macrons Besuch hellt es auf. Nur der Wind wirbelt die zahlreichen Fahnen beim Bundeshaus durcheinander – und die Frisur von Bundesratsgattin Muriel Zeender Berset (47).

Von Asterix und Obelix

Weiter geht es in der Wandelhalle im Bundeshaus. Es kommt zu den offiziellen Reden. Bundespräsident Berset springt dabei vom französisch-schweizerischen Filmemacher Jean-Luc Godard zu Asterix und Obelix.

Macron betont die gemeinsamen Werte der Schweiz, den Frieden und die Demokratie. Um dann mit Pathos zu enden: «Vive la France, vive la Suisse et vive l’amitié entre la France et la Suisse.» – «Es lebe Frankreich, es lebe die Schweiz – und es lebe die Freundschaft zwischen Frankreich und der Schweiz.»

Der Staatsbesuch dürfte die Schweiz über 200'000 Franken gekostet haben. Sie bekommt dafür bilaterale Gespräche. Auch über die Europäische Union, deren Beziehungen mit der Schweiz harzen. Wird Frankreich jetzt zum Fürsprecher für den Schweizer Sonderweg?

Wohl eher nicht. Zwar dauern die Gespräche an, erst mit einer halben Stunde Verspätung treten Berset und Macron vor die Medien. Dort sagt Macron, die Diskussionen hätten eine gute Dynamik angenommen.

«Die Schweiz ist eine Chance für Europa, Europa eine Chance für die Schweiz.» Sagts und verabschiedet sich mit Handschlag und brüderlicher Umarmung von Berset. «Vive la France, vive la Suisse!»

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