Abstimmungen vom 14. Juni
362 Gramm Demokratie

Wer am 14. Juni abstimmt, hat jede Menge zu tun. Allein in der Stadt Zürich müssen die Bürger über 13 Vorlagen befinden. Blattmacher Marco Lüssi über die Herausforderungen eines Citoyens.
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Schwerer als üblich: Das Abstimmungscouvert, das Stadtzürcher für den 14. Juni erhielten, wiegt 362 Gramm.
Foto: marco Lüssi/zvg
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Marco LüssiBlattmacher

Was da im Briefkasten landete, war anders als sonst. Dicker, schwerer. Ich habe es mit der Küchenwaage ermittelt: 362 Gramm wiegt das Couvert, das mir für die Abstimmungen vom 14. Juni zugeschickt wurde. Also das Gewicht von mehr als dreieinhalb Tafeln Schweizer Schokolade.

Über 20 Stimmentscheide habe ich zu fällen: zwei nationale, fünf kantonale – und 13, die die Stadt Zürich betreffen. Hinzu kommen zwei gewichtige Wahlgeschäfte: Es obliegt mir auch noch, das Präsidium der Kreisschulpflege und ein neues Mitglied der evangelisch-reformierten Kirchenpflege zu bestimmen. Wer als Citoyen seine Pflicht gewissenhaft erledigen will, hat im Vorfeld des 14. Juni alle Hände voll zu tun – das Ausfüllen der Steuererklärung ist ein Kinderspiel dagegen.

Für einmal zwei Abstimmungsbüchlein

Allein die Erläuterungen zu den städtischen Vorlagen umfassen 164 Seiten – dafür wurden für einmal nicht nur ein, sondern gleich zwei Abstimmungsbüchlein gedruckt. Noch stecke ich in Band 1 fest, bei Vorlage 4, «Neuerlass der Verordnung über die Umsetzung von § 49b Planungs- und Baugesetz».

Mir kommt zwar zugute, dass ich gerade eine Woche freihabe und damit mehr Zeit als sonst, die Argumente von Gegnern und Befürwortern zu studieren und sie gegeneinander abzuwägen. Dennoch bin ich nicht sicher, ob ich rechtzeitig zum Abstimmungstermin bis zu Vorlage 13, «Übertrag des städtischen Grundstücks am Heidi-Abel-Weg vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen», kommen werde.

Es wird ein staatsbürgerlicher Wettlauf gegen die Zeit. Für den Fall, dass ich es nicht schaffe, erwäge ich, für einmal auf die Ausübung meines Stimmrechts verzichten. Die überlasteten Stimmenzähler der Stadt Zürich werden es mir danken.

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