Darum gehts
- Seit Samstag sind viele Lufträume gesperrt, 4300 Schweizer Reisende betroffen
- EDA setzt auf kommerzielle Flüge und internationale Zusammenarbeit für Rückreisen
- Über 1200 Anfragen seit Samstag bei der Helpline des EDA beantwortet
Die Eskalation im Nahen Osten hat den internationalen Flugverkehr am vergangenen Wochenende empfindlich getroffen. Seit Samstag wurden zahlreiche Lufträume für die zivile Luftfahrt gesperrt – auch viele Schweizerinnen und Schweizer sind betroffen.
Laut Marianne Jenni, Chefin der Konsularischen Direktion im Aussendepartement (EDA), sind derzeit rund 4300 Schweizer Reisende via «Travel Admin App» in der Region registriert. Das gab sie am Montag an einer Medienkonferenz bekannt.
Schweizer sollen kommerzielle Flüge nutzen
«Das Bedürfnis ist gross, dass die Leute heimreisen können», so Jenni. «Wir arbeiten mit den Mitteln, die wir haben.» Das EDA führe keine organisierten Rückreisen durch. Solange Lufträume gesperrt seien, wären solche Flüge ohnehin unmöglich. Das EDA verweist stattdessen auf den regulären Linienverkehr: Schweizer Staatsbürger sollen in erster Linie kommerzielle Flüge nutzen, sobald diese wieder aufgenommen werden. Man stehe dazu in Austausch mit der Fluggesellschaft Swiss.
Allenfalls kann das EDA auch auf internationale Zusammenarbeit setzen, sobald die Lufträume wieder offen sind. Partnerländer – insbesondere aus Europa – könnten Schweizer Bürgerinnen und Bürger bei der Ausreise unterstützen. Das hänge jedoch stark davon ab, wie viele Plätze die jeweiligen Länder für ihre eigenen Staatsangehörigen benötigen.
Anweisungen vor Ort befolgen
Den gestrandeten Reisenden rät Jenni derweil, die Anweisungen vor Ort zu befolgen. «Die meisten Reisenden sind in Dubai und Doha blockiert», sagt Jenni. Die Anweisungen der Behörden seien dort zentral. «In einem Hotel kann man beispielsweise die Hotelrezeption konsultieren.» Generell sei die Reisetätigkeit sehr eingeschränkt. Den meisten Reisenden bleibt wohl nur das Abwarten.
Hinter den Kulissen arbeitet das EDA bereits seit Samstagmorgen unter Hochdruck. Eine bereits Mitte Januar konstituierte Krisenzelle koordiniert die Massnahmen. Die Kapazitäten der Helpline wurden massiv aufgestockt; seit Beginn der jüngsten Ereignisse wurden bereits über 1200 Anfragen persönlich beantwortet. Das EDA empfiehlt die Helpline sowie die Vertretungen vor Ort als erste Anlaufstellen für Betroffene.
«Man wusste nicht, dass der Angriff kommt»
Auf die Frage, ob das EDA zu spät oder zu wenig eindringlich gewarnt habe, entgegnet Jenni: «Man wusste nicht, dass der Angriff kommt», so Jenni. Am Donnerstag hätte noch eine Koordinationssitzung der Krisenzelle stattgefunden. Ausserdem habe man in den Reisehinweisen auf eine mögliche Eskalation in der Region hingewiesen.
Wann der Luftraum wieder öffne, sei derzeit unklar. «Wir können uns nur auf die Informationen von unserem Vertretungsnetz stützen – aber auch die haben keine Glaskugel.»
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