UjwHObYMefNFOL_poster.jpg
1:25
«Gemeinsam gegen Krieg und Faschismus»:1.-Mai-Umzug zieht durch Zürich

«Das macht mich wütend!»
Das war der Tag der Arbeit in der Schweiz

Am 1. Mai demonstrierten Arbeitnehmende in der ganzen Schweiz gemeinsam mit Gewerkschafterinnen und Politikern für soziale Gerechtigkeit. Erfahre hier, wer auftrat – und was für Gesprächsstoff sorgte.
Kommentieren
1/8
1.-Mai-Umzug in Zürich.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Solidarität und Widerstand gegen Rechtsextremismus im Fokus des 1. Mai
  • Gewerkschaften kritisieren Kaufkraftverlust, steigende Mieten und fehlgeleitete politische Agenda
  • Veranstaltungen in zahlreichen Städten mit Reden von prominenten Politikern

Über 20'000 Menschen haben am Donnerstag landesweit an 1.-Mai-Kundgebungen demonstriert. Bei mehr als 50 Veranstaltungen in der ganzen Schweiz riefen die SP-Bundesräte, Gewerkschafts- und SP-Spitzen zu mehr Solidarität auf. Am Rande von Veranstaltungen kam es vereinzelt zu Sachbeschädigungen.

14'000 Teilnehmende zogen nach Angaben der Organisatoren am offiziellen 1.-Mai-Umzug am durch Zürich. In Basel haben gemäss der Schätzung eines Reporters von Keystone-SDA über 3000 Menschen an der traditionellen Kundgebung teilgenommen. Der Gewerkschaftsbund beider Basel vermeldete in einer Medienmitteilung die Zahl von über 5000 Teilnehmenden.

In Genf nahmen der Zählung einer Reporterin von Keystone-SDA zufolge 2500 Personen am 1.-Mai-Umzug teil, in Bern und Biel BE insgesamt rund 1500 Menschen. Weitere Umzüge und Veranstaltungen fanden unter anderem in Lausanne, Freiburg, Olten SO, St. Gallen und Winterthur ZH statt. In St. Gallen beteiligten sich rund 650 Menschen an der Kundgebung.

Die offiziellen Umzüge verliefen friedlich. Neben den Sozialdemokratinnen und Gewerkschaftern gesellten sich allerdings weitere Gruppierungen zu den Umzügen, die Sachbeschädigungen und Sprayereien verursachten.

Scharmützel in Zürich

In Zürich nahmen mehrere hundert zum Teil vermummte Personen aus der linksautonomen Szene, die Böller und Rauchpetarden zündeten, am Umzug teil. Entlang der Umzugsroute kam es zu Sprayereien an Schaufenstern und Fassaden.

Im Nachgang zur offiziellen Kundgebung kam es in Zürich zudem bei Nachdemonstrationen mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten. Eine Demonstrantin verletzte sich laut der Polizei auf der Flucht, als sie nach der Durchquerung der Sihl am anderen Ufer aus dem Wasser kam und eine Böschung hinaufklettern wollte.

Tomaten-Aktion in Basel

Der Basler Zug wurde von revolutionär-antikapitalistischen Gruppierungen sowie von Palästina-Aktivistinnen und -Aktivisten angeführt. Ein paar Hundert Personen des antikapitalistischen Blocks und der Palästina-Bewegung bewarfen im Anschluss aber Tomaten gegen die Fassade des UBS-Sitzes und gegen die wenigen Kastenwagen der Polizei. Diese hielt sich zurück.

Auch in Winterthur verübten vermummte Demonstrierende vereinzelte Sprayereien. Die Stadtpolizei Winterthur hat zwei Tatverdächtige vorläufig festgenommen, wie sie mitteilte. Sie schätzte den Sachschaden auf rund 5000 Franken.

Scharfe Kritik am Bundesrat von Wermuth

In den Parolen wurde angeprangert, dass die extreme Rechte auch in der Schweiz die politische Agenda vereinnahmt habe. Der traditionelle Mobilisierungstag der Arbeiterinnen und Arbeiter bekomme dadurch eine andere Dimension, sagte der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), Pierre-Yves Maillard, in seiner Rede in Le Sentier VD.

«Überall dort, wo die rassistische Rechte im Vormarsch ist, sind Grundrechte, Menschenrechte und lange erkämpfte Freiheiten in Gefahr», sagte die Präsidentin der Gewerkschaft Unia, Vania Alleva, in ihrer Rede in Zürich.

Viel Kritik wurde auch an US-Präsident Donald Trump geübt. SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer warf dem Bundesrat vor, er biedere sich bei Trump an. Es sei offensichtlich, worum es dem US-Präsidenten und seinen Verbündeten gehe, sagte Meyer in ihrer Ansprache: Um noch mehr Macht und Milliarden für sich selbst. Auch SP-Co-Präsident Cédric Wermuth kritisierte bei seiner Rede in Liestal den Bundesrat. Dieser betreibe «verantwortungslose Geschäftemacherei».

SP-Bundesräte mit markigen Worten

Bundesrat Beat Jans rief in seiner Rede an der 1.-Mai-Feier in Olten SO zu mehr Engagement, Achtsamkeit und Solidarität auf. «Wir dürfen uns von den Negativ-News aus aller Welt und den Windböen von rechts nicht niederdrücken lassen», sagte Jans. Es brauche mehr Optimismus.

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider prangerte an der 1.-Mai-Feier in Freiburg die Serie von Femiziden in der Schweiz an. Die Situation sei inakzeptabel, sagte die SP-Magistratin am Donnerstag gemäss Redetext. «14 Frauenmorde in den letzten fünf Monaten! Das macht mich wütend.» Hinzu kämen die versuchten Tötungen, die es Woche für Woche gebe.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen