Schaupielerin Bettina Dieterle
«Ich bin sympathisch und intelligent»

Die 60-Jährige Regisseurin, Schauspielerin und Körpertherapeutin spricht über Räucherstäbchen, ihre Jugend als Punk und die Suche nach einem Haus mit Garten.
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Derzeit ist Bettina Dieterle mit ihrem abendfüllenden Programm «Apocalypso Blues» unterwegs und etabliert ihr neues Talk-Format «Salon Betty».
Foto: Dominic Buettner

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Betty Dieterle startet neues Format «Salon Betty» am 15. März in Basel
  • Sie lebte als Teenager in einem besetzten Haus mit Punks
  • Ihr Lieblingsessen: Curryreis mit Huhn, Früchten und gebratenen Bananen
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Text Jovana Nikic
Schweizer Illustrierte

Was machen Sie eigentlich, wenn Sie nicht gerade auf der Bühne stehen? 

Ich habe im Gefängnis gearbeitet, in der Psychiatrie, im Frauenhaus und einige Mädchenprojekte ins Leben gerufen. Mit Mädchen und Frauen in kreative Prozesse einzusteigen, ist Teil meiner Berufung.

Was wollten Sie als Kind werden? 

Entweder Psychiaterin oder Opernsängerin. Meine Schwester schenkte mir, als ich sechs Jahre alt war, «Die Zauberflöte» von Mozart – nach drei Wochen konnte ich sie auswendig.

Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt? 

Da gab es zwei ganz unterschiedliche Welten: die Dressurreiterin Christine Stückelberger und Charlie Chaplin. Stückelberger war übrigens auch die Erste, von der ich ein Autogramm bekommen habe.

Wenn wir die Zeit zurückdrehen: Wie sah Ihr Zimmer aus, als Sie 16 waren? 

Das wollen Sie gar nicht wissen! Von 1980 bis 1984 wohnte ich in einem besetzten Haus zusammen mit vielen anderen Punks.

Was haben Sie für einen Spitznamen? 

Man nennt mich Betty. Meine Mutter nannte mich früher Tinchen – und wenn ich heute Selbstgespräche führe, nenne ich mich immer noch so.

Wann haben Sie zuletzt geweint? 

Als ich mein Ferienhaus mit dem wunderschönen Garten verlassen musste. Das fühlte sich an wie die Vertreibung aus dem Paradies.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht? 

Dass ich mich gern verzettle. Ich kann zwar sehr effizient arbeiten, aber manchmal habe ich zu viele Projekte aufs Mal.

Welches Kompliment haben Sie kürzlich erhalten? 

Mein Mann macht mir viele Komplimente. Er schätzt an mir, dass ich Luftschlösser bändigen und auf den Boden bringen kann – dass ich Dinge präzise analysiere, besonders im Zwischenmenschlichen.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Wofür geben Sie am meisten Geld aus? 

Früher waren es Schuhe, heute sind es Bücher.

Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter? 

Ich bin beides. Ich bin sympathisch und intelligent. So was darf eine 60-Jährige von sich behaupten.

Was denken andere über Sie, das vielleicht gar nicht stimmt? 

Man glaubt oft, ich hätte keine Selbstzweifel. Viele unterschätzen meine Scheu. Ich habe eine sehr ruhige, zurückgezogene Seite, geniesse und schätze das Alleinsein sehr.

Was lernen Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können? 

Selbstliebe. Mir in Momenten, in denen ich müde oder genervt bin, zu sagen: Ich darf mir die Zeit nehmen. Wir «liefern» ja permanent. Ich übe mehr Achtsamkeit und Geduld im Umgang mit mir selbst.

Was darf in Ihrem Haushalt niemals fehlen? 

Nature-Joghurt für mein morgendliches Müesli und Räucherstäbchen.

Haben Sie ein Lieblingsspiel oder ein Lieblingsessen? 

Ich liebe Jass-Turniere und das Brettspiel «Risiko». Beim Essen ist es Curryreis mit Huhn, frischen Früchten und gebratenen Bananen.

Wie viel sind sie wert – in Franken? 

Unbezahlbar.

Wofür sollte es Bussen geben? 

Bussen? Gefängnisstrafen! Für Korruption, Hate-Speeches und für Politiker, die dem eigenen Volk schaden.

Was machen Sie als Letztes, bevor Sie ins Bett gehen? 

Ich lese. Oder es ergibt sich – auch todmüde – noch ein inspirierendes Gespräch mit meinem Liebsten. Wir können manchmal noch lang angeregt diskutieren.

Mein Projekt … In ihrem neuen Format «Salon Betty» lädt Dieterle Gäste zum musikalischen Kabarett mit Gespräch ein. Am 15. März im Bistro Rosa in Basel. Am 16. März im Theater Stok in Zürich. bettinadieterle.ch
Foto: zVg

Wofür haben Sie zuletzt gebetet? 

Ich bin ein sehr spiritueller Mensch und bete vielleicht nicht im herkömmlichen Sinne, aber rufe gute Geister an. Zum Beispiel, wenn in meinem Familienkreis die Geburt eines Kindes ansteht.

Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben? 

Michelle und Barack Obama – sie sind für mich gescheite Lichtgestalten. Und Carolin Emcke, eine der brillantesten Publizistinnen und Philosophinnen unserer Zeit.

Welche drei Gegenstände kommen mit auf eine einsame Insel? 

Mein Mann (den ich hiermit offiziell zum «Objekt» erkläre, damit er mitdarf), meine Bibliothek und eine Gartenschaufel … oder mein Computer?

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