Darum gehts
- Heimatliebi mit Urs Fischer (45) verbindet Ländler und Stadion-Rock in «Ländler Tornado»
- Fischer trägt jetzt Gelb statt Rot, behält aber sein rotes Taschentuch
- Familie: Fischer plant frühmorgens, um Zeit für seine drei Kinder zu haben
Er stiess als Letzter zur Formation Heimatliebi: Urs Fischer jun. (45), auch bekannt als «dr Eidgenoss». Mit dem Nidwaldner ist das Grüppli komplett. Das Ziel der Musiker? Ländler mit Stadion-Rock verbinden. Initiiert hat das Ganze Andreas «Schibä» Scheiben (45): «Er wollte zurück zu seinen musikalischen Wurzeln, dem Schwyzerörgeli, aber gleichzeitig etwas Neues ausprobieren», erzählt Urs Fischer. Dafür brauchte Schibä die richtigen Leute – und zwar Frohnaturen. Akkordeonist Adamo Häller (43) war sofort begeistert und zog Urs Fischer gleich nach.
In gelben, blauen und roten Hemden bringt Heimatliebi auf ihrem ersten Album «Ländler Tornado» fetzige Volksmusik zu Gehör. Die Lieder, die für einen Ohrwurm sorgen, waren bereits live zu hören: Heimatliebi heizte als Vorgruppe von Stubete Gäng auf deren Samichlaus-Tour dem Publikum ein.
Einer singt, die anderen sorgen für Stimmung
Das Musizieren zu dritt bringt Erleichterung und Vorteile mit sich: «Der eine konzentriert sich aufs Singen, die anderen beiden animieren das Publikum», sagt Urs Fischer. Die Position des Leadsängers wechselt bei ihnen nämlich von Lied zu Lied. Dem «Eidgenoss» gefällt die Energie der Gruppe: «Wir sind nicht nur Musiker, sondern Entertainer.» Die lebhafte Boygroup will ein Erlebnis für das Publikum schaffen und die Leute mit ihrer Musik mitziehen. Und dem Nidwaldner ist das Teilen der Bühne zudem nicht fremd. Seit Jahren tritt er mit seiner Mutter, die jodelt, auf.
Die drei Hauptmitglieder von Heimatliebi harmonieren nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen. Schibä und Urs Fischer sind beide Familienväter. «Das verbindet uns.» Zudem werde bei den Proben viel gewitzelt. «Aber wir blödeln nicht nur herum.» Ernst wurde es bei der Farbverteilung der «modernisierten Trachten». Adamo Häller schnappte Urs Fischer, der sonst als «dr Eidgenoss» immer in Rot auftritt, die Farbe weg. Ganz nach dem Motto «Dr Schneller isch dr Gschwinder». Schliesslich freundete sich Fischer mit dem gelben Hemd an. Die Zeit sei perfekt, um offener zu werden – sein traditionelles rotes «Fazenettli», ein Taschentuch, behält er dennoch in der linken Hosentasche.
Er ist ein Frühaufsteher
Trotz der aktuellen Euphorie angesichts der neuen Boygroup findet Urs Fischer genug Zeit für sein liebstes Quintett: seine Familie. Gattin Corinne und die Kinder Cedric (4), Fabrice (2) und Valérie (4 Monate) sind für ihn das Grösste. «Ich stehe morgens um fünf Uhr auf und probe früh, damit ich am Nachmittag Zeit für meine Liebsten habe.» Doch auch daheim bekommt der Musiker von den Liedern keine Pause: Die beiden älteren Kinder summen seine Melodien gerne nach. «Das Schöne an der Musik ist, dass mit ihr meine Work-Life-Balance stimmt.»