Darum gehts
- Meta Hiltebrands Magazin pausiert wegen Finanzproblemen beim Verlag Medien-Atelier Suisse AG
- Hiltebrand klagt über 200’000 Franken an offenen Rechnungen und böse Zuschriften
- Verlag prüft Verkauf, Entscheidung laut Hiltebrand bis Montagabend erwartet
Wirbel und Ärger um Starköchin Meta Hiltebrand (43). Viele Abonnentinnen und Abonnenten warten seit Wochen vergeblich auf ihre Hefte von «Einfach Kochen by Meta Hiltebrand». Das Märzheft erschien nur noch online, die April-Ausgabe liegt ganz auf Eis. Hintergrund sind massive Finanzprobleme beim Verlag Medien-Atelier Suisse AG, zu dem auch Titel wie «Wir Eltern», «Wohnrevue» und die Onlineplattform Swissmom gehören. Laut dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» arbeiten Mitarbeitende teils seit Monaten ohne Lohn, gleichzeitig wird fieberhaft nach Käufern oder Investoren gesucht.
Nun bricht Meta Hiltebrand ihr Schweigen und wehrt sich entschieden gegen den Verdacht, sie sei an der Misere beteiligt. «Die Situation ist für mich genauso unbefriedigend wie für alle Leserinnen und Leser», sagt Hiltebrand zu Blick.
Magazin steht wegen Geldproblemen still
Dabei begann alles mit grossen Ambitionen: Vor genau einem Jahr übernahm Meta Hiltebrand das Traditionsmagazin «Kochen» von Annemarie Wildeisen (80). Damals zeigte sie sich voller Vorfreude und wollte das Heft neu positionieren. Der Verlag hatte den Titel 2024 von CH Media übernommen und daraus später «Einfach Kochen by Meta Hiltebrand» gemacht.
Nun die Ernüchterung. Grund für die aktuelle Situation seien massive Geldprobleme beim Verleger Fabio Schoch, sagt die Gastronomin, die über einen mehrjährigen Vertrag mit dem Verlag Medien-Atelier Suisse AG verbunden ist und für die Erstellung ihres Magazins vier Mitarbeitende verpflichtet hat. «Das Märzheft erschien nur noch online, weil das Geld für Druck und Versand fehlte», sagt sie. Die April-Ausgabe sei weitgehend fertig, könne aktuell jedoch ebenfalls nicht produziert werden. «Wir haben keinen Grafiker mehr, weil der ohne Bezahlung auch nicht mehr arbeiten will. Also gibt es kein Layout und keinen Druck.»
Auch persönlich ist Meta Hiltebrand stark betroffen. «Seit November habe ich fünf offene Rechnungen – ich warte auf einen Betrag im Wert von über 200’000 Franken.» Ob und wann dieses Geld kommt, sei offen. Verleger Fabio Schoch reagiert auf Anfrage von Blick nicht auf die Vorwürfe.
Hiltebrand hat Betreibung eingeleitet
Aufgrund der hohen Summe hat Hiltebrand bereits rechtliche Schritte gegen den Verleger eingeleitet. «Vor sechs Wochen habe ich meine erste Betreibung gegen Fabio Schoch eingeleitet. Und ich bin nicht die Einzige», sagt sie. «Ich bin überrascht, dass das Konkursamt noch kein Verfahren eingeleitet hat.»
Für die Zürcherin ist das aktuelle Chaos um ihr Heft ein herber Schlag. «Ich habe monatelang praktisch gratis gearbeitet, obwohl ich nicht fest angestellt bin, sondern mit einem Vertrag arbeite.» Ihre Mitarbeitenden habe sie teilweise selbst bezahlt. «Für dieses aufwendige Magazin habe ich andere Aufträge abgelehnt. Mein Team und ich haben Herz und Liebe in dieses Blatt gesteckt.»
Abos aus eigener Tasche gezahlt
Um den Betrieb überhaupt aufrechtzuerhalten, sei sie in Vorleistung gegangen – auch gegenüber den Leserinnen. «Ich habe sogar Abos aus eigener Tasche zurückgezahlt.» Besonders belastend: Weil die Hefte in den letzten Wochen ausblieben, richtet sich der Frust der Abonnentinnen gegen sie. «Ich bekomme böse Mails. Viele glauben, ich stecke dahinter.»
Trotz allem klingt bei Hiltebrand nicht nur Wut mit. «Ich bin nicht stinksauer, eher enttäuscht, dass ich Fabios wohlwollender Art geglaubt habe, dass ich mich immer wieder habe vertrösten lassen», sagt sie. «Ich habe weitergearbeitet, den Lesern und dem Team zuliebe, und im Glauben, dass Fabio eine Lösung angeht, wie er es mehrfach versprochen hat.»
Bis Montagabend sollen Angebote geprüft werden
Aktuell soll versucht werden, einzelne Magazintitel zu verkaufen. «Bis Montagabend werden scheinbar Angebote geprüft», verrät Hiltebrand.
Trotz des grossen Ärgers will die Gastronomin ihren Traum vom eigenen Kochmagazin noch nicht ganz abschreiben. «Wir wären bereit für neue Ausgaben. Noch hoffen wir auf ein Happy End – auch den Leserinnen und Lesern zuliebe.»