«Jede Geschichte ist Therapie für mich»
Micha Lewinsky über das Schwierigste am Bücherschreiben

Der preisgekrönte Schriftsteller und Regisseur hat ein neues Buch geschrieben, neigt nicht zur Heldenverehrung und meidet einsame Inseln. Auch erzählt der 53-Jährige von einem Nashorn im Garten.
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Lewinsky arbeitet neben seinen Film- und Buchprojekten auch regelmässig als Kolumnist und Drehbuchautor für Radio und Fernsehen.
Foto: Doris Fanconi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Micha Lewinsky spricht über Schreiben, Inspiration und persönliche Vorlieben
  • Er träumt von Nashörnern im Garten und liebt Spaghetti Aglio Olio
  • Er gibt am meisten Geld für Lebensmittel und Gitarren aus
Interview: Janine Urech
Schweizer Illustrierte

Schweizer Illustrierte: Micha Lewinsky, was ist das Schwierigste am Bücherschreiben?
Micha Lewinsky: Am unangenehmsten ist das Nichtschreiben, wenn die letzte Geschichte fertig ist und die nächste im Kopf noch nicht bereit.

Was inspiriert Sie zum Schreiben?
Das Leben. Und was sonst noch möglich wäre.

Was tun Sie bei einer Blockade?
Schlafen.

Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?
Nena!

Was wären Sie als Kind gerne geworden?
Tontechniker in einem Studio mit vielen Reglern und Knöpfen, an denen man drehen kann.

Wofür haben Sie zuletzt gebetet?
Ich bin selber nicht gläubig, daher bitte ich meine Partnerin, in meinem Namen zu beten. Sie hat den besseren Draht.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Was haben Sie für einen Spitznamen?
Meine Kinder nennen mich manchmal Papa. Gilt das?

Wann haben Sie das letzte Mal geweint?
Ich weine regelmässig bei Happy Ends von mittelmässigen Filmen.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?
Mein Geburts- und mein Todestag. Möglichst weit voneinander entfernt.

Wie möchten Sie sterben?
Versöhnt.

Auf wen waren Sie zuletzt eifersüchtig?
Ich möchte mit niemandem tauschen.

Wovon haben Sie zuletzt geträumt?
Vom Haus, in dem ich aufgewachsen bin in Seebach. Die Decken waren niedrig. Aber im Garten hatten wir ein Nashorn.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?
Ich wäre gerne weniger unentschlossen. Oder weniger unordentlich. Oder doch weniger unentschlossen. Ich kann mich nicht entscheiden.

Welches Kompliment haben Sie kürzlich erhalten?
«Du bist gut gefahren!» – Als wir das Mietauto ausnahmsweise ohne Kratzer zurückgebracht haben.

Was lernen Sie gerade, was Sie noch nicht so gut können?
Die zweite Stimme singen, obwohl ich nicht mal bei der ersten den Ton treffe.

Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Für Lebensmittel und für Gitarren.

Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?
Lieber intelligent. Ob man sympathisch ist, entscheiden immer die anderen. Da macht man sich schrecklich abhängig.

Haben Sie schon einmal eine Therapie gemacht?
Jede Geschichte, die ich erzähle, ist auch ein bisschen Therapie für mich.

Wofür sollte es Bussen geben?
Ich wünsche mir keine Bestrafungen.

Wer oder was wären Sie gerne nach Ihrer Wiedergeburt?
Ich wäre gern ein Enkel meiner Kinder. Einfach aus Neugier.

Wie viel sind Sie wert – in Franken?
Das kommt darauf an, ob ich Regie führe, ein Buch schreibe oder meinen Kindern Abendessen koche.

Was darf in Ihrem Haushalt nicht fehlen?
Olivenöl. Kaffee. Musik.

Was verabscheuen Sie am meisten?
Wenn jemand sich mehr nimmt, als er den anderen zugesteht.

Welches ist Ihr Lieblingsspiel?
Ich mag keine Spiele, die die Zeit vertreiben. Ich hab schon so immer zu wenig. Am ehesten spiele ich Schach. Nicht gut, aber gern.

Wo möchten Sie leben?
Ich wache gern an neuen Orten auf, die ich noch nicht kenne.

Wer ist Ihr Held?
Ich neige nicht zum Verehren von Helden.

Was machen Sie als Letztes, bevor Sie ins Bett gehen?
Ich schalte einen Podcast ein, von dem ich dann nichts mitbekomme, weil ich sofort einschlafe.

Womit belohnen Sie sich?
Mit Reisen.

Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Ich gebe mir grosse Mühe, so bewusst zu leben, dass ich kein Replay brauche.

Welche drei Gegenstände nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?
Einsame Inseln meide ich tunlichst.

Ihr absolutes Lieblingsessen?
Spaghetti Aglio, Olio, viel Peperoncini und Bottarga.

Haben Sie einen Tick?
Nein, ich glaube nicht. Das erstaunt mich jetzt grad selbst. Ich hätte mich neurotischer eingeschätzt.

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