Darum gehts
- Sylvia Heckendorn spielt Chaplins Mutter im Musical «Chaplin» ab 10. Juni
- Die Baslerin ist auch als Chansonsängerin unter dem Namen Sylphe aktiv
- Das Musical läuft sieben Wochen auf der Walensee-Bühne mit Proben im Mai
Die Spannung, wenn sie in ihr Postfach schaut, ist gross: In wenigen Tagen erhält Sylvia Heckendorn (48) das Skript für das neue Musicalspektakel «Chaplin» auf der Walensee-Bühne. «Ich weiss noch gar nicht genau, was mich da erwartet», sagt die Baslerin. Doch die Vorfreude, wieder auf einer der schönsten Bühnen des Landes inmitten einer malerischen Kulisse stehen zu dürfen, ist riesig. «2012 hatte ich dort meine erste Musicalrolle überhaupt», erzählt sie. Noch immer erinnert sich die Baslerin gerne an diese Zeit zurück: «Das war ein wunderschöner, aufregender Sommer.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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Seither ist viel passiert: Sylvia Heckendorn hat sich in der Branche längst etabliert, arbeitet aber nach wie vor auch als Lehrerin. «Ich mache jedoch nur noch Vertretungen und gebe Nachhilfe, das lässt sich besser mit meinen anderen Engagements verbinden», erzählt sie.
Leidenschaft für Chansons
Denn unter ihrem Künstlernamen Sylphe tritt sie auch als Chansonsängerin auf – hauptsächlich von Liedern der Musiklegende Édith Piaf (1915–1963). «Ich habe in der Schule auch schon ein Lied im Französischunterricht vorgesungen. Da war ich fast nervöser als bei einem Bühnenauftritt.» Im Lehrerinnenberuf und in der Arbeit als Musicaldarstellerin sehe sie durchaus Parallelen. «Vor einer Klasse zu stehen, ist auch ein bisschen wie auftreten. Man muss es mögen, so ausgestellt zu sein.» Lachend fügt sie an: «Und sie sind gnadenlos, was Rückmeldungen angeht.»
Im Gymnasium Kirschgarten in Basel gab sie sogar mal ein ganzes Konzert vor der Schülerschaft, was sie einiges an Überwindung gekostet hat. Am Ende haben die Schülerinnen und Schüler eine Standing Ovation angerissen. «Das hat mich sehr berührt.»
Straffer Zeitplan
Bald muss sie wieder büffeln, wenn die Vorbereitungen zum Musical losgehen. Denn bevor sie ab dem 10. Juni fast sieben Wochen auf der Walensee-Bühne steht, steht eine einmonatige Probephase an. «Mit einem sehr straffen Zeitplan. Da muss der Text und alles von Anfang an sitzen», meint sie.
Im Musical übernimmt sie die Rolle von Charlie Chaplins (1889–1977) Mutter Hannah (1865–1928). Das sei für sie eine tolle Herausforderung, erzählt Sylvia Heckendorn. Denn im Musical wird auch die Sinnkrise der Mutter des Künstlers thematisiert. «Ich kenne dieses Gefühl: Ich hatte auch schon eine Sinnkrise nach einer sehr schlimmen Trennung.» Damals hatte sie sogar Mühe, die oft von Liebe handelnden Lieder von Édith Piaf zu singen. «Es hat mich eine Zeit lang wirklich viel Energie gekostet, doch mittlerweile hat sich dieser Schmerz grösstenteils gelegt.»
Umzug vor Auftritt
Privat erfüllt sie sich gerade einen grossen Wunsch. «Ich baue in der Nähe von Thun ein kleines schwedisches Holzhäuschen.» In rund einem Monat kann sie dort einziehen.
Neben dem Zügelstress werde sie sich aber auch intensiv mit dem Leben von Charlie Chaplin auseinandersetzen. «Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Kind auf einem Röhrenfernseher mit vier Kanälen seine Filme angeschaut habe.» Nun bei einem Stück mitzuwirken, das sein Leben zusammenfasst, sei ein schönes Gefühl.