Darum gehts
- Pasquale Aleardi spielt in «Ewigi Liebi» mit
- Schauspieler und Ehefrau Petra Auer feiern 10. Hochzeitstag
- Ehepaar verrät das Geheimnis ihrer Liebe
Vor dem urchigen Nutli Hüschi in Klosters GR sitzen Pasquale Aleardi (54) und Ehefrau Petra Auer (40) eng aneinandergeschmiegt. Die Sonne taucht die Szenerie in goldenes Licht. Das 1565 erbaute Bauernhaus dient heute als Freilichtmuseum und Standesamt. Genau hier hat das Schauspielpaar vor zehn Jahren geheiratet. Zivil und unkompliziert. «Ich war hochschwanger, die Zeit war knapp», erinnert sich Petra Auer, die offiziell Petra Aleardi heisst.
Eigentlich wollten sie im kleinen Kreis feiern. Doch schnell merkten sie: «Kleiner Kreis bedeutet für uns etwas ganz anderes. Pasquale dachte an siebzig Gäste, ich an zehn.» Am Ende kamen rund 150 Menschen. «Und dieses spontane Fest wurde zum Besten, was wir uns hätten wünschen können», schwärmt Aleardi. Einen Hochzeitsfotografen engagierten sie damals nicht. Stattdessen verteilten sie Einwegkameras an die Gäste. «Jeder hielt fest, was ihm wichtig war», sagt Auer. «Unperfekte Bilder, verwackelt, aber voller Leben und Liebe. Das passt zu uns.»
Das Hochzeitsfest fand im Kulturhaus Rosengarten in Grüsch statt. Ein Ort mit besonderer Bedeutung – denn es ist Petra Auers Heimatort. «Und es ist der einzige Ort, an dem meine Frau öfter erkannt wird als ich», sagt Aleardi mit einem Augenzwinkern. «Das stimmt! Für einmal gewinnt hier nicht Kommissar Dupin, sondern die Einheimische», ergänzt sie lachend. Seit 2014 ermittelt Pasquale Aleardi als Dupin in der gleichnamigen ARD-Krimireihe. Das Prättigau ist für das Ehepaar ein Rückzugsort und ein bewusster Gegenpol zu Deutschland, wo sie viele Jahre gelebt haben. «Das war auch ein Grund, weshalb wir in die Schweiz zurückgekommen sind», sagt der Schauspieler mit griechisch-italienischen Wurzeln. Seit 2023 lebt die Familie im nur 50 Minuten entfernten Zürich. «Hier, vor allem aber in Grüsch, ist die Welt überschaubar. Man kennt sich. Es fühlt sich ruhig und sicher an.» Auch die Kinder lieben das Bündnerland. Die beiden Söhne Leonardo und Armando, neun und sieben Jahre alt, verbringen viel Zeit bei den Grosseltern, wenn die Eltern arbeiten. «Am liebsten würden sie gleich ganz hier leben», sagt Auer. Beruflich jedoch ist Zürich der bessere Standort für die Familie. «Und wir lieben auch das Urbane – Zürich ist unser Herzensstadt.»
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.
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Kindertraum am Filmset
Langsam realisieren die Kinder auch, dass ihre Eltern in der Öffentlichkeit stehen. Besonders eindrücklich war ein Moment während der Dreharbeiten zum aktuellen Musicalfilm «Ewigi Liebi», bei dem Aleardi gemeinsam mit Luca Hänni vor der Kamera stand. Einer der Söhne ist grosser ESC- und Hänni-Fan. «Als Luca ihm ein Lied vorsang, war er völlig aus dem Häuschen», erzählt Aleardi. Ein Augenblick, in dem klar wurde: Papas Beruf ist mehr als ein Job – und ziemlich cool.
Weniger lässig findet Petra Auer derweil den bekannten Titelsong des Films, wie sie mit einem Lächeln verrät: «Ich habe beim Après-Ski zu oft Betrunkene diesen Song mitgrölen gehört.» Aleardi hingegen mag das Lied sehr. «Ich bin deshalb auch ganz unvoreingenommen an die Songaufnahmen herangegangen. Wer weiss, vielleicht kann ich ja meine Frau mit meiner Version noch umstimmen?»
Leidenschaften verbinden
Erlebnisse im Kulturhaus Rosengarten ziehen sich mittlerweile durch das Leben des Paars. So standen sie vor zwei Jahren im dazugehörigen Kellertheater erstmals gemeinsam in einem von Auer produzierten Stück auf der Bühne. «Ein magischer Moment», erinnert sie sich und fährt fort: «Es ist wunderschön, wenn man mit seinem Partner die Leidenschaften teilen kann.» Auch sind beide Kinofans. Als sie sich vor 14 Jahren kennenlernten, verbrachten sie dort beinahe jede freie Minute. «Es war ein Running Gag im Freundeskreis», meint Aleardi. «Wo sind die beiden? Im Kino!»
Kaffee und Croissants schmuggelten sie damals hinein. Und in den Pausen redeten sie. Viel. «Wir können uns kaputtreden», sagt Aleardi. Bis heute treffen sie sich einmal pro Woche bewusst auf einen Kaffee – nur zu zweit.
«Was viele nicht erwarten würden: Wir sind beide absolute Chindschöpf», verrät Aleardi und lacht. «Wir machen ständig Seich.» Humor sei zentral für ihre Beziehung. Streit gebe es nur selten. «Wenn, dann wegen Stress oder Organisation», sagt Auer. Sie sei etwas gewissenhafter, er gelassener. Ansonsten verstehen sich die beiden blind.
Bei einem Spaziergang im Schnee werfen sie Schneebälle, lachen und kuscheln sich wieder aneinander. «Ich schätze an Pasquale, dass er immer da ist und mir zuhört, auch wenn er viel um die Ohren hat», sagt Auer. «Und dass es mit ihm nie langweilig wird.» Aleardi nimmt ihre Hand. «Ich schätze an Petra, dass sie so warm ist und ein unglaublich grosses Herz hat.»
Auch nach zehn Jahren Ehe wirken die beiden wie frisch verliebt. Ein Journalist nannte sie einst «unerträglich harmonisch». Sie mussten darüber lachen – und tun es bis heute. «Besonders in romantischen Momenten», sagt Auer, «wenn wir uns vorstellen, was dieser Journalist wohl gerade dazu sagen würde.»
Am späten Nachmittag sitzen die beiden bei den letzten Sonnenstrahlen im Gasthaus Höhwald in Klosters. Mit Champagner stossen sie auf zehn Jahre Ehe und vierzehn Jahre Beziehung an. «Unser Rezept für ‹ewigi Liebi› ist nicht, jemanden zu finden, mit dem man alt werden kann», meint Aleardi abschliessend und erklärt: «Sondern jemanden zu finden, mit dem man jung bleiben kann.»
Der Musicalfilm «Ewigi Liebi» ist ab dem 12. Februar 2026 in den Schweizer Kinos.