Darum gehts
- Loco Escrito spricht im Podcast über Verluste und persönliche Krisen
- Er bereut wenig Kontakt zu seinem 2021 verstorbenen Vater gehabt zu haben
- Mit 19 verlor er seinen besten Freund und dessen Mutter an Krebs
Wer an Loco Escrito (36) denkt, hat direkt sommerliche Beats und gute Laune im Kopf. Doch hinter der Fassade des erfolgreichen Latin-Musikers verbirgt sich eine Geschichte, die von Verlusten und Schicksalsschlägen geprägt ist.
Im Podcast «Spaghetti mit Ketchup und Chäs» gibt Loco Escrito Einblicke in die grössten Krisen seines Lebens.
Sein Vater hatte Drogenprobleme
Mit seinem Vater verband Escrito, der mit bürgerlichem Namen Nicolas Herzig heisst, eine schwierige Beziehung. Das verrät der Sänger im ungewohnt offenen Gespräch mit Podcast-Host Jonathan «Jontsch» Schächter (44). Sechs Monate nach seiner Geburt zog die Familie von Kolumbien in die Schweiz, um der dortigen Gewalt und den Drogen zu entkommen.
Doch sein Vater kam selbst zeitlebens nie von seinem eigenen Drogenkonsum los. «Er hat grosse Narben von dieser Zeit davongetragen», so Loco Escrito. Gleichzeitig beschreibt er ihn als «den besten Vater, den man sich wünschen kann», da er seine Kinder immer an erste Stelle setzte.
Nachdem die Kinder «flügge» wurden, rutschte der Vater wieder in den Konsum ab. Vor seinem Tod kehrte er nach Kolumbien zurück, 2021 verstarb er. Er sei zuvor immer wieder krank gewesen; sein Sohn pflegte ihn eine Zeit lang. In gewisser Hinsicht sei sein Tod absehbar gewesen. Loco Escrito bereut, in den Jahren zuvor nicht genug Kontakt mit seinem Vater gehabt zu haben: «Ich habe ihn zu wenig zurückgerufen.»
Er verlor seinen besten Freund
Der Verlust des Vaters ist nicht der einzige Schicksalsschlag, mit dem Loco Escrito in seinem Leben zu kämpfen hatte. Mit 19 verstarb sein bester Freund, wenig später starb auch dessen Mutter an Krebs.
Heute sei es für ihn bewegend, an die Zeit zurückzudenken, «weil ich dem nie Platz gegeben habe. Die letzten fast zwanzig Jahre meines Lebens habe ich einfach irgendwie ‹durchgehustlet› emotional.» Die Trauer habe er nicht genug zugelassen. Zuletzt durchlebte Loco Escrito dann eine persönliche Krise: «Ich bin immer noch in der Krise, würde ich sagen», gesteht er.
«Es ging mir schlecht»
Vor sechs Monaten begab sich Loco Escrito freiwillig in eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vor allem wegen seines Cannabis-Konsums. Er habe einfach gewusst, «das Kiffen» müsse endlich aufhören. «Man hat es mir zum Teil gar nicht angesehen», er sei nicht der «typische Kiffer» gewesen. Doch schon seit der Jugend konsumiere er stark.
Auch sonst sei es ihm «verdammt schlecht gegangen». Er hatte lange das Gefühl, dafür habe es keinen Platz. «Ich muss ja auf meine Tochter schauen. Ich muss schauen, dass Geld reinkommt.» Für seine zehnjährige Tochter da zu sein, bedeutet dem Sänger viel. Diese zieht er zusammen mit deren Mutter auf, von der er sich bereits vor der Geburt seiner Tochter trennte.
Obwohl sein Klinikaufenthalt nur zwei Wochen dauerte, gab es ihm die Zeit, «einfach zu sein». Es habe ihm geholfen, dort seinem Leiden ausgesetzt zu sein, nicht davor wegzulaufen. «Glück ist nicht Lachen, ist nicht Fröhlichkeit», stellt der Sänger fest. «Glück ist Echtheit.» Und dazu gehöre es auch, negative Emotionen zuzulassen.