Darum gehts
- Ariel wird neue Bachelorette, Kritik wegen ihrer TV-Reality-Engagements als Mutter bleibt bestehen
- Psychologische Beraterin betont stabilisierende Bezugsperson, nicht zwingend Eltern nötig
- Ariel arbeitete seit 2023 an sechs Formaten, ihre Tochter wurde 2024 geboren
Reality-TV lebt von Tränen vor laufender Kamera, Flirts unter Palmen und inszenierten Dramen – und kaum eine Schweizer TV-Persönlichkeit steht dabei gerade so im Kreuzfeuer wie Ariel (22). Nachdem sie von Australien aus dem Dschungelcamp von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» zurückgekehrt ist, wurde ihr Engagement als Schweizer Bachelorette verkündet. «Schon wieder wochenlang weg», «schon wieder getrennt vom Kind» – die Kommentare auf Instagram häufen sich, seit sie von einem Format zum nächsten zieht.
Tatsächlich war Ariel gerade vier Wochen fürs Dschungelcamp in Down Under. Nun folgt die nächste Produktion der «Bachelorette» in Thailand. Bei letzterer Produktion wird die zweijährige Ileyna Amani auch vor Ort sein. «Ileyna wird dort eine wunderschöne Zeit haben, vor allem wertvolle Familienzeit», stellte Ariel in einer Instagram-Story klar. Nach Australien konnte ihre Tochter nicht mitreisen, weil dies laut Ariels Angaben von ihrem Ex-Freund Giuliano Hediger (25) abgelehnt wurde.
Ariel bezeichnet sich als alleinerziehend
Trotzdem stellt sich die Frage: Welchen Einfluss haben solche Engagements auf ihre zweijährige Tochter Ileyna Amani? «In Ariels Fall ist die gelegentliche Abwesenheit nicht automatisch problematisch», sagt die psychologische Beraterin Anna von Senger aus Zürich im Gespräch mit Blick.
Ariel selbst bezeichnet sich immer wieder als alleinerziehend, Giuliano Hediger betont, dass die beiden das Sorgerecht teilen. Hediger, der mit Ariel im Format «Love Fool» bekannt wurde und mit ihr die RTL-Sendung «Prominent getrennt» gewann, sei nicht regelmässig präsent, sagt sie. Wenn Ariel arbeitet, lebt Ileyna bei Ariels Mutter – einer festen Bezugsperson, zu der die Kleine seit Geburt eine enge Bindung habe.
Konstante Bezugspersonen sind wichtig
Genau diese Konstanz sei entscheidend, so von Senger. «Kinder brauchen verlässliche Menschen, die ihnen Sicherheit geben – das müssen nicht zwingend Mutter oder Vater sein, aber jemand, zu dem sie bereits einen
starken Bezug aufgebaut haben.» Solange Liebe, Struktur und Schutz vorhanden sind, bestehe kaum Anlass zur Sorge. Fehlt diese Stabilität jedoch, können langfristig Bindungsängste, Unsicherheiten und Schwierigkeiten in späteren Beziehungen entstehen.
Warum also die massive Kritik? Für von Senger ist das kein Zufall. «In vielen Ländern ist es selbstverständlich, dass Mütter Vollzeit arbeiten. In der Schweiz werden sie dafür noch immer stärker verurteilt – besonders, wenn sie in der Öffentlichkeit stehen.» Frauen im Rampenlicht würden ihrer Meinung nach schlicht strenger bewertet als Männer.
Offener Umgang mit kontroversen Szenen
Doch nicht nur hinsichtlich der Betreuung des Kindes gibt es Kritik für Ariel. Viele stellen sich auch die Frage, wie prägend es ist, wenn man Szenen aus dem Reality-TV der eigenen Eltern zu Gesicht bekommt. Streit, Wut, Tränen – emotionale Momente von Ariel immer wieder.
«Entscheidend ist nicht, was war, sondern wie offen später darüber gesprochen wird», meint von Senger zu diesem Thema. «Kinder müssen nicht alle Details erfahren, aber sie verstehen mehr, als man denkt.»
Privatsphäre des Kindes sei wichtig
Was für die Kinder von Reality-Stars besonders belastend sein kann, sei der Hass, dem sie indirekt ausgesetzt sind. Dieser treffe Reality-Persönlichkeiten härter als andere Prominente – weil sie keine fiktiven Rollen spielen, sondern sich von ihrer privatesten Seite zeigen. «Mit Schwächen, Fehlern und Emotionen. Genau das macht sie angreifbar – und damit auch ihre Kinder», so von Senger.
Viele Prominente verzichten bewusst darauf, ihre Kinder öffentlich oder auf sozialen Medien zu zeigen. Bei Ariel finden sich vereinzelte Bilder ihrer Tochter. Für von Senger ist der Schutz der Privatsphäre entscheidend: «Kinder sollen im Alltag sie selbst sein können – nicht die Kinder von jemandem, der im Internet mit Vorurteilen überhäuft wird. Wenn zu viele Menschen das Gesicht eines Kindes kennen, schränkt das auch seine Autonomie ein.»
Allein in den Kindergarten laufen, das werde schwieriger, je bekannter ein Kind ist. Das sei auch eine Frage der Sicherheit: «Man darf nicht vergessen, dass es viele Menschen gibt, vor denen man Kinder schützen muss.»