Darum gehts
- Schauspielerin Ursula Andress wirft Eric Freymond Veruntreuung von 18 Millionen vor
- Freymond soll Andress' Geld für Kunstkäufe und zweifelhafte Aktien benutzt haben
- Strafuntersuchung wegen Geldwäsche und Urkundenfälschung seit 4. September 2025 eröffnet
Schockmoment für Ursula Andress (89): Ihr einstiger Vermögensverwalter, der verstorbene Eric Freymond (†67), soll über mehrere Jahre 18 Millionen Franken der «James Bond»-Ikone durch fragwürdige Transaktionen verloren haben – und ihr nie etwas davon gesagt haben. Nun hat die Schauspielerin Strafanzeige gegen den Verstorbenen eingereicht.
«Ich stehe noch immer unter Schock. Man hat mich gezielt als Opfer ausgewählt. Acht Jahre lang wurde ich umgarnt und umworben. Sie haben mich skrupellos angelogen und mein Wohlwollen und Vertrauen auf perfide, ja kriminelle Weise ausgenutzt, um mir alles zu nehmen. Dabei spekulierten sie auf mein Alter! Ich bin so niedergeschlagen», sagt Andress exklusiv gegenüber Blick. Die Schauspielerin schlafe nicht mehr, habe Angst- und Wutausbrüche «und dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist unerträglich – es bringt mich um».
Andress, bekannt als Bond Girl der 60er-Jahre, ist nicht die einzige Betroffene. Freymond stand bereits zuvor in Verdacht, das Vermögen des Hermès-Erben Nicolas Puech veruntreut zu haben. Während einer Vernehmung in Paris im Juli 2025 gestand Freymond einiges des Vorgeworfenen ein. Zwei Wochen später nahm er sich das Leben.
«Habe mein Leben lang gearbeitet»
«Im Rahmen eines Betrugssystems aussergewöhnlichen Ausmasses und aussergewöhnlicher Komplexität, an dem zahlreiche Akteure und Strukturen beteiligt waren, wurde ihr ein Grossteil ihres Vermögens entzogen, wodurch ihr ein erheblicher Schaden entstand», heisst es in einem Statement von Andress’ Management.
Ursula Andress ergänzt: «Alle wissen, wie exakt und bodenständig ich mein Leben geführt habe, ohne je die Bodenhaftung zu verlieren. Die Tugenden eines Schweizer Mädchens aus Ostermundigen haben mich mein Leben lang geleitet. Wie alle Schweizerinnen und Schweizer habe ich mein Leben lang viel gearbeitet und mein Geld immer gespart. Ich hoffte, so meine letzten Jahre glücklich und mit Gelassenheit verbringen zu dürfen. Und jetzt passiert mir das – ich wurde widerlich betrogen! Ich hoffe, dass die Täter mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden. Mir geht es sehr schlecht.»
Diverse Kunstkäufe getätigt
Freymond führte im Frühjahr 2024 eine Überweisung von Andress' Vermögen bei der Bank Lombard Odier auf ein Konto der Waadtländer Notariatsvereinigung bei der Saanenbank durch – ohne ihr Einverständnis. Ein beteiligter Notar soll das Geld daraufhin genutzt haben, um Kunstwerke zu kaufen, die Freymonds Ehefrau gehörten. Ziel dieser Transaktionen war offenbar, Freymond Liquidität zu verschaffen.
Die Kunstkäufe, die Millionen von Franken umfassten, wurden ebenfalls ohne das Wissen und ohne die Zustimmung von Andress durchgeführt. Sie soll nun eine Sammlung fiktiver zeitgenössischer Kunstobjekte besitzen, deren Wert und Standort unbekannt sind. Die Werke wurden ihr auch nie gezeigt oder ausgehändigt. Sie hatte von diesen Transaktionen keine Ahnung. Zudem soll ein Teil ihres Vermögens in wertlose oder zweifelhafte Aktien investiert worden sein, was weitere Millionen verschwinden liess.
«Mit Rücksicht auf das laufende Verfahren möchte Frau Andress zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Kommentare abgeben. Die Waadtländer Justizbehörden wurden beauftragt, die Manipulationen vollständig aufzuklären und die straf- und zivilrechtliche Verantwortung zu klären», teilt das Management von Ursula Andress abschliessend mit.