Wer im Auto oder in der Küche noch ein altes Radiogerät stehen hat, kann SRF bald wieder ganz ohne DAB+ oder Internet empfangen. Ab Mitte November 2026 nimmt die SRG erste UKW-Sender wieder in Betrieb. Das schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung.
Möglich macht das eine neue Funkkonzession des Bundesamts für Kommunikation (Bakom), die nach Ablauf der Beschwerdefrist nun rechtskräftig ist. Zum Start sollen rund 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung abgedeckt sein. Gesendet werden in allen Sprachregionen die Hauptprogramme, die Kultursender sowie in der Deutschschweiz die Regionaljournale.
Parlament erzwang das Umdenken
Eigentlich hatte die SRG das UKW-Netz per Ende 2024 abgeschaltet. Doch das Parlament machte Ende 2025 Druck und verlängerte die Frist für die UKW-Verbreitung. Die SRG reagierte und bewarb sich neu um die Frequenzen. Man verstehe den Entscheid der Politik als direkten Auftrag des Publikums, heisst es beim Medienhaus. «Unsere Hörerinnen und Hörer stehen im Zentrum», erklärt SRG-Generaldirektorin Susanne Wille. UKW solle als Übergangslösung dienen, damit alle genügend Zeit für den Wechsel ins Digitale haben.
Rückkehr kostet Millionen
Ganz gratis ist die Nostalgie allerdings nicht: Die Wiederinbetriebnahme schlägt mit jährlich rund 6,5 Millionen Franken zu Buche. Dieses Geld muss die SRG im Rahmen des Sparprogramms an anderer Stelle einsparen. Zum Vergleich: Eine frühere Vollabdeckung kostete rund 15 Millionen Franken pro Jahr.
Für alle, die bereits digital hören, ändert sich nichts: Rund 90 Prozent des Radiokonsums laufen heute über DAB+, Apps und Webstreams. UKW bleibt ein ergänzendes Angebot – bis auch das letzte Küchenradio ausgedient hat.