Nach sieben Jahren
Berner Mundartsängerin Sandee ist zurück

Sieben Jahre lang die Sängerin Sandee aus der Öffentlichkeit verschwunden. Nun veröffentlicht die Berner Oberländerin überraschend eine neue Single und geht Ende 2026 wieder auf Tournee. Blick hat mit ihr gesprochen.
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Sandra Moser, bekannt als Sandee, in einer aktuellen Aufnahme von 2026. Die Mundart-Sängerin wohnt in Wimmis bei Spiez.
Foto: Tom Trachsel Photography

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sandees neue Single «Anders» erscheint am 3. Juli nach sieben Jahren Funkstille
  • Die Berner Oberländerin verlor zwischenzeitlich die Lust am Singen und Kreativsein
  • Nach einer längeren Selbstfindungsphase ist Sandee nun voller Elan zurück
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Während knapp zwei Jahrzehnten gehörte die Berner Oberländerin Sandra Moser (49) als Sandee zur A-Liga der Mundartsängerinnen und landete mit fünf Solo-Alben weit vorn in den Longplay-Charts. Nach der «Zrügg zu mir»-Tournee 2019 zog sich die frühere Backgroundstimme von Gölä (58) aus der Öffentlichkeit zurück.

Nun erscheinen heute Freitag die Single «Anders» und Anfang 2027 die EP «Mini Farbe». Ihren Neustart hat Sandee in selbstironischen Clips auf Social Media angekündigt, die bereits knapp 100'000 Mal angeklickt wurden. «Was macht diä eigentli …?», fragt darin ihre Berufskollegin Sina (60), bevor Sandee aus einer Höhle Richtung Tageslicht findet.

«Ein Comeback ist das nicht, viel eher eine Weiterentwicklung», sagt Sandee gegenüber Blick. «Ich fühle mich rundum erneuert und empfinde auch die Figur Sandee anders. Heute ist viel mehr Sandra drin, und es konnte vieles von dem heilen, was mich früher leiden liess.»

«Konnte meinen Ansprüchen nie genügen»

Als Sandee 1998 bei Gölä einstieg, wurde sie innerhalb von Monaten auf die grössten Bühnen des Landes katapultiert. «Ich bin perfektionistisch veranlagt und sehr streng mit mir. Die Gölä-Ära und meine Solojahre waren enorm stressig. Ich konnte meinen eigenen Ansprüchen nie wirklich genügen und verlor schlussendlich die Freude am Kreativsein.»

Zeitweise habe es sogar die Überlegung gegeben, vom Namen Sandee wegzukommen. «Die Fantasie war da, damit alles loszuwerden. Doch ich merkte rasch, dass das eine Illusion ist. Wenn man zügelt, kommen auch viele alte Probleme mit. Und es wäre unvernünftig gewesen, einen Namen, den ich mir über 20 Jahre hinweg aufgebaut habe, leichtfertig abzulegen.»

Sie habe lange den Fehler gemacht, den Grund für ihre Schwierigkeiten immer nur aussen zu suchen. «Bis ich merkte, dass ich mir immer wieder selbst ein Bein stelle. Ich musste lernen, mich zu entspannen. Zeit für mich zu nehmen und zu spüren, was in mir passiert. Das mag esoterisch klingen, war aber der Weg zum Glück. Mein Partner Jonas Kaufmann half mir dabei sehr.» Und auch das Muttersein – Sohn Fabian ist 15-jährig – habe sie reifen lassen.

Mit der Schwelle von 50 Jahren, die sie am 29. Dezember erreicht, habe der Neustart wenig zu tun. «Das ist bloss ein Zufall. Doch er passt zum 50-Jahr-Jubiläum der Mühle Hunziken, wo wir am 4. Dezember unsere Tour starten.» Das Konzert ist schon ausverkauft.

«Vor allem meine Stimme hat sich verändert»

Wie klingt Sandee 2026? «Vor allem meine Stimme hat sich verändert. Durch die Lebenserfahrung, das Alter und die hormonelle Veränderung. Sie ist wärmer geworden und hat mehr Tiefe.» Der Sound sei noch so divers wie früher: Pop, Rock, Newcountry, Singer-Songwriting. «Diese Breite wurde mir manchmal vorgeworfen. Doch das ist mir mittlerweile egal.»

Sandee arbeitet nun auch partiell mit Hitproduzent Thomas Fessler (54). «Er sagt, meine Stimme hält alles zusammen, sie ist die Konstante.»

Wichtig sei das Bewusstsein, dass eine neue Single das Leben keinen Millimeter verändere. «Im Musikbusiness glauben viele, dass die Welt ohne sie untergeht. Von dieser Vorstellung bin ich mittlerweile befreit. Ich habe nun sieben Jahre gesehen, dass es gut ohne Bühne geht. Aber es ist trotzdem wunderschön, mich wieder zeigen zu dürfen.»

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