Darum gehts
- Ursula Andress, 90, verliert 18 Mio. Fr. durch Vermögensverwalter-Betrug
- Ihr Berater nutzte Millionen für Kunstkäufe und wertlose Aktien
- Der Täter beging 2025 Suizid, Strafverfahren im Kanton Waadt läuft
Ein Leben für den Film, ein Leben wie im Film: Ursula Andress wird in diesen Tagen 90 Jahre alt. Zu feiern gäbe es da weiss Gott genug. Doch Freude will bei «Ursi National» derzeit nicht aufkommen. Zu viel ist passiert in den letzten Monaten. Ihr Lebensabend ist zu einem Albtraum geworden. Ein grosser Anteil ihres Vermögens ist von ihrem Vermögensverwalter veruntreut worden. 18 Millionen Franken fehlen auf dem Bankkonto von Ursula Andress! «
Ich stehe noch immer unter Schock. Man hat mich gezielt als Opfer ausgewählt. Acht Jahre lang wurde ich umgarnt und umworben. Sie haben mich skrupellos angelogen und mein Wohlwollen und Vertrauen auf perfide, ja kriminelle Weise ausgenutzt, um mir alles zu nehmen. Dabei spekulierten sie auf mein Alter! Ich bin so niedergeschlagen», sagte Andress zu «Blick». Sie schlafe nicht mehr, habe Angst und Wutausbrüche, «und dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist unerträglich – es bringt mich um.»
Die Untersuchungen laufen
Der Vermögensverwalter hatte sich im Sommer 2025 in Gstaad BE vor den Zug geworfen, nachdem Ermittlungen in einem anderen Fall grosse Ungereimtheiten ans Tageslicht gebracht hatten. Die Strafanzeige von Ursi Andress wurde kurz darauf eingereicht. In der Folge leitete der Kanton Waadt ein Strafverfahren ein, das der Staatsanwältin Philomène May übertragen wurde. Die Untersuchungen sind noch immer im Gange und der Berater von Ursula Andress, Claudio Righetti, sagt zur GlücksPost nur, dass aktuell keine Angaben zum Stand der Ermittlungen gemacht werden können. Der Sachverhalt ist sehr komplex. Ohne dass Ursula Andress darum gebeten habe, soll ein Waadtländer Notar ihr Geld verwendet haben, um, zumindest auf dem Papier, Kunstwerke zu erwerben. Laut verschiedenen Informationen belaufen sich die ohne Wissen von Ursula Andress getätigten Kunstkäufe auf mehrere Millionen Franken.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
Sie verfügt somit, ohne dies je gewünscht zu haben, über eine Sammlung zeitgenössischer Kunstobjekte, deren tatsächlicher Wert bis heute unbekannt ist. Ebenso unbekannt ist deren Verbleib. Die Schauspielerin hat die Werke nie erhalten. Ein weiterer Teil ihres Vermögens soll für den Kauf von Aktien verwendet worden sein, deren Wert fragwürdig oder praktisch null war. So sollen mehrere Millionen Franken zusätzlich verschwunden sein.
«Ursi National» leidet
«Mir geht es derzeit sehr schlecht», sagt Ursula Andress. Interviews zum leidigen Thema will sie keine mehr geben und auch Interviews anlässlich ihres 90. Geburtstages am 19. März hat sie abgesagt. Ihr einziger Bruder, Heinz Andress (84), sagt zur GlücksPost: «Es wird keine grosse Feier anlässlich ihres 90. Geburtstages geben. Ursi mag solchen Rummel überhaupt nicht mehr.» Heinz Andress, der in der Region Bern jahrzehntelang als «bester Fahrlehrer» bekannt war, wird seine Schwester Ende März für ein paar Tage in Italien besuchen. «Und darauf freue ich mich sehr», meint er.
In Rom hat sich Ursula Andress am Stadtrand die letzten Jahre über ein kleines Bijou mit grossem Garten geschaffen, in dem sie sich sehr wohlfühlt. «Sie macht den ganzen Haushalt und auch viele andere Arbeiten ganz alleine. Sie hat keine Haushaltshilfe, trotz ihres hohen Alters», sagt Heinz Andress. Alleine oder einsam aber ist die Schauspielgöttin nie und nimmer. «Ihr Sohn Dimitri ist sehr oft bei ihr und kümmert sich rührend um sie», weiss Andress. Auch in diesen üblen und betrogenen Tagen der gebürtige Ostermundigerin ist Dimitri (45), der aus der Beziehung mit Schauspieler Harry Hamlin (74) stammt, an ihrer Seite. Heinz Andress mag zum Millionenbetrug nur pragmatisch sagen: «Jä nu so de. Was passiert ist, ist eben passiert.»
Enger Kontakt zu ihrem Bruder
Beinahe jeden Sonntag telefonieren die Geschwister miteinander. «Immer sehr früh am Morgen, weil Ursi nachher die Blumen giessen, im Garten jäten, sich um die Katze kümmern oder sonst was im Haus erledigen muss.» Heinz Andress sagt auch liebevoll: «Ursi ist noch immer vital und geistig sehr vif. Aber das Alter geht natürlich auch an ihr nicht spurlos vorbei. Sie leidet an Altersdiabetes, hohem Blutdruck und Arthrose in den Gelenken. Das kann schon mal sehr schmerzhaft sein.»
Vor fünf Jahren hat Heinz Andress seiner Schwester einen öffentlichen «Liebesbrief» geschrieben. All dies sei auch heute noch gültig. Er schrieb damals unter anderem: «Schon als Kind hast Du nach Erlebnissen gesucht. Deine Vitalität und Dein Hunger nach Abenteuer haben uns alle angesteckt. Wir lebten im damals kleinen Dörfchen Ostermundigen. Viel Ablenkung gabs ausserhalb unserer Gärtnerei nicht. Also mussten wir uns selbst unterhalten und uns so manches ausdenken. Als Du den weltweiten Durchbruch als Bond-Girl geschafft hast, waren wir natürlich alle stolz auf Dich. Doch so richtig einordnen, was das für Dich bedeutet, konnte ich nicht. Über all die Jahre bliebst Du bodenständig, liebenswürdig und hast mich in vielem unterstützt. Du hast Jean-Paul Belmondo und John Derek genauso bei uns an den Familientisch gesetzt wie ich mein Schätzeli aus dem Nachbardorf. Wie als Kind hast Du nach dem Essen in der Küche geholfen. Dir war immer wichtig, dass sich alle wohlfühlten. So hat es auch vor allem Belmondo, der oft bei uns war, so genossen, mit uns zu plaudern und zu lachen. Wir lauschten seinen Geschichten genauso gerne wie er den unseren. Nie hattest Du Allüren, im Gegenteil.»
Sie soll ihren Humor nicht verlieren
Heinz Andress hofft auch, dass unsere «Ursi National» trotz allem die Zuversicht und ihren goldenen Humor behält. Das wünscht sich auch die ganze Schweiz. Für die unvergessliche Schönheit aus Ostermundigen, die einst auszog, um Hollywood zu erobern und als erstes Bond-Girl überhaupt an der Seite von Sean Connery unsterblich geworden ist. Dazumal übrigens für die mickrige Gage von 10 000 Dollar.