Viel wurde im Vorfeld der 97. Academy Awards spekuliert – wie werden die Brandopfer gewürdigt? Wer gewinnt den Zweikampf zwischen Timothée Chalamet (29) und Adrien Brody (51)? Wie macht Conan O'Brien (61) als Host? Kommt es zu Skandalen? All dies gerät ob des sensationellen Siegeszugs von Sean Bakers (54) Indie-Film «Anora» in den Hintergrund. Mit fünf Oscars schickt der Amerikaner Hollywood eine klare Nachricht: Der Kinofilm ist zurück.
«Anoras» Konkurrenten um den wichtigsten Preis, den Oscar als bester Film, klotzten mit imposantem Set-Design und Streaming-Anbietern, die ihre Stars mit Wahnsinnsgehältern entlöhnen. Indie-Regisseur Sean Baker, der bereits mit «The Florida Project» auf sich aufmerksam machte, sprach diese Diskrepanz in seiner Dankesrede klar an: Mit einem Budget von «nur» sechs Millionen Dollar zeigte er der Branche auch, dass es mehr als finanzielle Mittel braucht, um erfolgreich zu sein – nämlich vor allem Mut, den er mit der Wahl der Thematik bewies. «Anora» ist die Geschichte einer jungen New Yorker Sexarbeiterin, die sich in einen russischen Oligarchensohn verliebt. Hauptdarstellerin Mikey Madison (25) ist mit ihrem Oscar ausserdem berechtigterweise in Hollywoods-Elite aufgestiegen.
O'Brien konnte sich nicht wirklich empfehlen
So erfreulich der Fünffach-Sieg von «Anora» auch ist, so ernüchternd war die Oscar-Show selbst. Show-Host Conan O'Brien strapazierte die Nerven des Publikums zu Beginn mit einer ellenlangen, relativ unkreativen Anmoderation – auch seine anschliessenden Pointen sassen nur teilweise. Punkto Performance konnten vor allem Ariana Grande (31) und «Wicked»-Co-Star Cynthia Erivo (38) punkten – ihr Duett ganz zu Beginn bereitete wohl einem Millionen-Publikum Gänsehaut.