Darum gehts
- Julius Weckauf, Nevio Wendt und Levi Brandl spielen die «drei ???»
- Die drei deutschen Jungschauspieler sind auch privat Freunde geworden
- Ein weiterer Film müsste rasch gedreht werden, damit die Teenager glaubwürdig bleiben
Seit fünf Jahren und den Dreharbeiten zu «Die drei ??? – Erbe des Drachen» verkörpern Julius Weckauf (18), Nevio Wendt (19) und Levi Brandl (17) die Nachwuchsdetektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, die im fiktiven US-Küstenstädtchen Rocky Beach wilde Abenteuer erleben.
Blick traf das deutsche Trio in der Sihlcity Zürich, wo die Schweizer Premiere zu ihrem dritten Kinofilm «Toteninsel» stattfindet. Diesmal geht es um den Geheimbund Sphynx, der auf der sagenumwobenen Vulkaninsel Makatao illegal einen Schatz heben will.
Dass die Jungdarsteller mittlerweile auch privat befreundet sind, spürt man auf Anhieb – ähnlicher Humor, ähnliche Sprache, blindes Verständnis.
«Die Rolle verfolgt mich nicht»
Zufrieden sind sie mit der Rollenverteilung immer noch. Justus als Mastermind, Peter als der Sportliche, Bob als hartnäckiger Rechercheur. «Wir passen perfekt zu unseren Charakteren, anders ginge es nicht», sagt Julius Weckauf.
Nevio Wendt war ursprünglich als Bob vorgesehen. «Erst in der letzten Castingrunde wollte man mich als Peter sehen, eine gute Entscheidung der Verantwortlichen», sagt Wendt.
Levi Brandl nimmt das Kompliment gerne entgegen, betont aber: «Mein Part ist nicht immer einfach. Bob ist es, der immer auf die Mütze bekommt.»
Die Gefahr einer Überidentifikation sehen die drei Teenager nicht. «Ich habe noch nie davon geträumt, Justus zu sein. Die Rolle verfolgt mich nicht. Wenn ich nach Hause komme, kann ich den Schalter rasch umlegen», so Weckauf.
Nevio Wendt sagt: «Manchmal bin ich sogar froh, zu Hause ganz ‹normal› zu sein.» Und auch Levi Brandl meint: «Die Gefahr bestand nie, die Realität aus den Augen zu verlieren. Wir konnten immer sauber trennen zwischen beruflich und privat.»
«Das Setting bleibt»
Doch in der Öffentlichkeit werden sie regelmässig mit ihren Filmnamen angesprochen. «Justus und Julius liegen halt nahe beieinander», meint Weckauf.
Dass die drei ??? seit den ersten Büchern vor sechzig Jahren ein Erfolg sind, erklärt sich Wendt mit der Beständigkeit. «Ich bin mit den Hörspielen gross geworden, und da waren es über Jahrzehnte hinweg immer dieselben Stimmen. Das Setting bleibt. Für viele sind diese Fälle eine kleine Auszeit vom Alltag. Und die Reihe verbindet Generationen, die eine gemeinsame Leidenschaft finden. Das ist in unserer Zeit nicht selbstverständlich.»
Brandl sagt, dass sich Jugendliche und Erwachsene mit den drei ??? identifizieren können, weil gar nie genau definiert wird, wie alt die Detektive genau sind. «Auch wir sind an unseren Rollen gewachsen und älter geworden.»
Die private Freundschaft ist tatsächlich nicht gespielt, das Trio trifft sich regelmässig. «Wir haben uns auf Anhieb verstanden. Und die langen Drehtage schweissen zusammen. Das ist immer eine intensive Zeit, anstrengend, aber auch mit einem grossen Spassfaktor. Ich hoffe, das merkt man auch auf der Leinwand», sagt Nevio Wendt.
Folgt noch ein vierter Film mit den drei Darstellern?
Trotzdem kommt irgendwann der Punkt, an dem die drei Darsteller zu alt sein werden. «Wenn ein weiterer Teil gedreht werden sollte, müsste das bald passieren», sagt Weckauf. «Aber wir sind jetzt erst mal happy mit der ‹Toteninsel›», freuen sich Wendt und Brandl auf den Filmstart.
Während Weckauf die Schule aufgegeben hat und voll auf die Karte Schauspiel setzt, sind die anderen sich noch unschlüssig, was ihre berufliche Zukunft angeht. Auch sie könnten sich aber eine Schauspielkarriere vorstellen. Doch zuvor stehen eine gemeinsame Kreuzfahrt und ein Berlin-Trip an. «Das haben wir uns schon länger vorgenommen», freuen sie sich.
«Die drei ??? – Toteninsel» läuft am 22. Januar in den Schweizer Kinos an.