Sexueller Missbrauch
Bill Cosby muss Opfer 19 Millionen Schadensersatz zahlen

Ein kalifornisches Geschworenengericht hat Bill Cosby für schuldig befunden, eine Frau im Jahr 1972 unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben. Die Jury verurteilte den einstigen Star zur Zahlung von 19,25 Millionen Dollar Schadensersatz.
Kommentieren
1/5
Bill Cosby wurde bereits mehrfach wegen sexuellem Missbrauch verurteilt.
Foto: Ricky Fitchett/ZUMA/ddp

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bill Cosby (88) wurde in Santa Monica wegen Missbrauchs 1972 verurteilt
  • Donna Motsinger erhält 19,25 Mio. US-Dollar Schadenersatz, Cosby erschien nicht
  • Cosby hatte bereits 2022 eine Zahlung von 500'000 Dollar geleistet
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

54 Jahre nach dem Vorfall hat Donna Motsinger juristische Genugtuung erfahren. Ein Geschworenengericht in Santa Monica sprach Bill Cosby (88) am Montag schuldig, die damalige Kellnerin im Jahr 1972 unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben. Der Jury zufolge stehen Motsinger 19,25 Millionen Dollar Schadenersatz (etwa 16 Millionen Euro) zu, wie unter anderem die «New York Times» berichtete. Cosby selbst erschien nicht vor Gericht.

Für Motsinger, die jahrzehntelang mit den Folgen des Geschehens lebte, bedeutete das Urteil nach drei Tagen Beratung weit mehr als nur einen rechtlichen Erfolg. «Es hat 54 Jahre gedauert, bis Gerechtigkeit geschieht», erklärte sie nach der Verkündung vor dem Gerichtsgebäude. Die zugesprochene Summe bezeichnete sie als nebensächlich – entscheidend sei gewesen, dass man ihr Glauben schenkt und Cosby zur Verantwortung gezogen wird. Zusätzlich zum Schadenersatz sprach die Jury auch Strafschadenersatz zu, dessen genaue Höhe noch in einem gesonderten Verfahren festgelegt wird.

Was damals geschah

Laut Gerichtsunterlagen lernte Cosby Motsinger während Aufnahmen zu einem Comedyalbum in einem Restaurant in Sausalito kennen. Später lud er sie zu einer Show im Circle Star Theater ein. Auf der Fahrt dorthin soll er ihr in einer Limousine Wein angeboten haben; backstage habe sie zudem eine Tablette erhalten, die sie für Aspirin hielt.

Motsinger berichtet, danach mehrfach das Bewusstsein verloren zu haben. Sie erinnere sich, wie sie gemeinsam mit Cosby und zwei weiteren Männern in eine Limousine gesetzt wurde. Später sei sie in ihrer Wohnung aufgewacht – fast vollständig entkleidet. Cosby wies die Vorwürfe zurück: Weder habe er sie unter Drogen gesetzt noch missbraucht. Er gab lediglich an, sich an eine gemeinsame Fahrt in einer Limousine zu erinnern und Sex gewollt zu haben, könne aber nicht sagen, ob es dazu gekommen sei.

Cosbys Anwältin Jennifer Bonjean kündigte nach dem Urteil an, in Berufung zu gehen. Bereits im Vorfeld hatte sie die Klage als unbegründet bezeichnet und Motsingers Aussagen als spekulativ zurückgewiesen.

Mehrfach wegen Missbrauch verurteilt

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Zivilgericht gegen Cosby entscheidet. Schon 2022 befand eine Jury den einstigen TV-Star für schuldig, die damals 16-jährige Judy Huth 1975 auf dem Gelände der Playboy Mansion missbraucht zu haben. In jenem Fall war Cosby zur Zahlung von 500'000 Dollar verurteilt worden; seine Berufung zog er im Januar zurück.

Strafrechtlich war Cosby 2018 wegen der Vergewaltigung der früheren Temple-University-Mitarbeiterin Andrea Constand verurteilt worden. Er sass knapp drei Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis bei Philadelphia, bevor der Oberste Gerichtshof Pennsylvanias das Urteil aus verfahrensrechtlichen Gründen aufhob. Constand trat im Motsinger-Prozess als Zeugin auf, ebenso wie zwei weitere Frauen, die Cosby ebenfalls des Missbrauchs beschuldigen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen