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Reinhold Messner über den Tod:«Ich verschwinde am Horizont»

«Will nicht tun, als wär ich noch zu allem fähig»
Reinhold Messner spricht offen übers Älterwerden

Im Podcast «Hotel Matze» spricht Bergsteiger-Legende Reinhold Messner ungewohnt offen übers Älterwerden. Der 82-Jährige sieht sich selbst nicht als Legende, sondern als «normalen alten Menschen».
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Reinhold Messner spricht offen übers Älterwerden.
Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto/EXPA/Groder
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Sophie OferRedaktorin People

Der Südtiroler verkörpert für viele den Traum vom Abenteuer, von Grenzerfahrung und Selbstüberwindung. Extrembergsteiger Reinhold Messner (82) hat etwa als erster Mensch überhaupt alle 14 Berge der Erde, die über 8000 Meter hoch sind, bestiegen, ohne künstlichen Sauerstoff. Sein Körper hat dabei Unfassbares geleistet.

Doch auch an dem 82-Jährigen gehen die Spuren, die das Älterwerden am Körper hinterlässt, nicht vorbei. «Ich bin eben keine Legende. Ich bin ein ganz normaler alter Mensch», sagt Messner im Podcast «Hotel Matze», in dem er und seine Frau Diane mit dem Host Matze Hielscher sprechen. «Ich will nicht das Altern verstecken und so tun, als wäre ich noch zu allem fähig.»

«Habe die gleichen Probleme wie alle»

Im Alltag bemerke Messner, dass sein Körper zunehmend abbaue. Vor zehn Jahren bemerkte er, «ein bisschen langsamer und ungeschickter» zu werden. «Und dann hat das wirklich eine Fahrt aufgenommen, die ich nicht erwartet hatte.» Messner betont, dass sich dafür niemand schämen müsse. «Sogar mir, der als der grosse Abenteurer galt, gehen die gleichen Probleme nahe. Ich habe die gleichen Probleme wie alle anderen gleichaltrigen Männer», gibt er zu.

Doch vor dem Altern, und letztlich dem Tod, will Messner nicht davonlaufen. «Ohne dass der Mensch stirbt, wäre das Leben nicht erträglich.» Der Wert des eigenen Lebens werde dem Menschen nur durch das Wissen um den Tod bewusst. Messner stellt sich den Tod friedlich vor. Er würde einfach immer weitergehen, «bis ich für die anderen am Horizont verschwinde, mich aber für mich selber auflöse.»

«Mit 82 ist mir nur eine Person geblieben»

Er bemühe sich, mit dem Tod genauso zurechtzukommen wie mit dem Leben. «Der Lebensabschnitt, der mir noch bleibt, ist kurz. Aber ich komme damit zurecht, im Moment sogar sehr gut. Ich bin gesund, das ist ein Glücksfall.»

Dass er diesen letzten Lebensabschnitt ohne seine Kinder verbringt, scheint Messner für sich akzeptiert zu haben. «Es ist mir mit 82 nur eine Person geblieben, die sich um mich kümmert, meine Frau Diane», sagt er. Als Hielscher ihn fragt, wie er damit lebt, dass seine Kinder kein Teil mehr seines Lebens sind, antwortet er nur knapp: «Ich lebe damit.»

Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: «Ich habe entschieden, mich nicht weiter dazu zu äussern.» Seine Frau Diane habe ihn in dieser schwierigen Zeit aufgefangen. Ausserdem wisse er, dass nicht die Familie allein «das Zentrum des Daseins» sei.

Die Entfremdung und der vollständige Kontaktabbruch zwischen Messner und seinen vier Kindern bestehen seit 2024. Der Grund dafür ist ein tiefgreifender, öffentlich ausgetragener Konflikt um das vorzeitige Erbe und das Lebenswerk des Extrembergsteigers.

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