Darum gehts
- Natascha Beller spricht über Filmprojekte, Freundschaft und ihr Leben in Zürich
- Sie verdient als Autorin 1000 Franken pro Tag und weint regelmässig
- 98 Jahre will sie alt werden, Lieblingsessen bleibt trotz Glutenunverträglichkeit wichtig
Schweizer Illustrierte: In Ihrem neuen Film «Plitsch Platsch forever!» starten Kinder eine Petition für den Erhalt einer Badi. Wofür würden Sie gern Unterschriften sammeln?
Natascha Besser: Für mehr Schaukeln in öffentlichen Gebäuden und Humor als Schulfach.
Es geht auch um wahre Freundschaft. Woran erkennen Sie sie?
Falsche Freunde kommen nur zu dir, wenn sie etwas brauchen. Wahre bleiben, wenn du etwas brauchst.
Auf wen sind Sie eifersüchtig?
Auf die Jugend. Ich vermisse die Energie und die Naivität, mit der ich mich in diverse Abenteuer gestürzt habe.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Wie viel sind Sie wert – in Franken?
Als Autorin liegt mein Tagesansatz bei 1000 Franken.
Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Für die Miete. Ich wohne ja in Zürich.
Wo möchten Sie leben?
Hier. Meine Verwandten leben in Hongkong und New York, und ich finde, ich habe es mit der Schweiz am besten getroffen.
Welches ist Ihr Lieblingsspiel?
Schach. Als ich ein Kind war, brachte mein Vater es meinem Bruder bei. Ich wollte es auch lernen, aber da hiess es, das sei nichts für Mädchen. Also meldete ich mich in einem Schachklub an.
Was wollten Sie als Kind werden?
Erwachsen.
Für wen haben Sie geschwärmt?
Für Pamela Anderson. Ich wollte auch solche Brüste haben. Das hat sich zum Glück geändert. Aber für Pamela schwärme ich immer noch.
Wer sind heute Ihre Heldinnen?
Neah, Alva und Zazie, die Hauptdarstellerinnen des Films. Während der Dreharbeiten dachte ich immer wieder, dass ich als Mädchen auch gern so authentisch gewesen wäre wie sie.
Wie sah Ihr Zimmer aus, als Sie 16 waren?
Leer. Mit 16 war ich selten zu Hause.
Wann haben Sie zuletzt geweint?
Ich weine nach jeder Psychotherapiesitzung. Also alle zwei Wochen.
Welches Ereignis hat Ihr Leben verändert?
Mutter zu werden. Es gibt ein Leben vor und ein grundlegend anderes, nachdem man ein Kind hat.
Wie lautet Ihr Spitzname?
Superbeller. Das ist mein Instagram-Name, weil Natascha bereits vergeben war. Jetzt gibt es Leute, die mich so nennen. Aber eigentlich sagen mir alle Natascha. Ausser meine Tochter. Die nennt mich Mama.
Wer oder was wären Sie gern nach Ihrer Wiedergeburt?
Ich würde gern den Menschen, die ich liebe, wiederbegegnen. Als was, ist mir egal. Kann auch ein Stein sein.
Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben?
Mit MacGyver, weil er uns da rausholen kann.
Welche drei Gegenstände nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?
Vermutlich könnte ich allein mit einem Synthesizer überleben. Mir würde nie langweilig. Wenn es aber drei sein sollen, nehme ich noch Seifenblasen und einen Sparschäler mit.
Was sollte auf Ihrem Grabstein stehen?
Natascha Beller, 1982 bis 2080. 98 wäre ein gutes Alter zum Sterben.
Wofür haben Sie zuletzt gebetet?
Dafür, dass ich in meine alten Jeans reinkomme.
Und wovon geträumt?
Von mehr Schlaf.
Was denken andere über Sie, das vielleicht gar nicht stimmt?
Dass ich seit meinem Erfolg mit «Die fruchtbaren Jahre sind vorbei» Filmförderung bekommen würde. Ich habe seitdem sechsmal versucht, Komödienideen zu entwickeln, allesamt wurden von der Zürcher Filmstiftung abgelehnt. «Plitsch Platsch forever!» hat vermutlich geklappt, weil ich das Drehbuch nicht geschrieben habe.
Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?
Intelligenter. Intelligente Menschen sind mir sympathischer als sympathische Menschen.
Wofür sollte es Bussen geben?
Für arschiges Verhalten.
Ihr absolutes Lieblingsessen?
Alles mit Gluten, aber ich vertrage es nicht.
Was machen Sie als Letztes, bevor Sie ins Bett gehen?
Ich sage meiner Tochter mindestens 20-mal, sie solle ihre Zähne putzen. Und dann lese ich ihr ein Buch vor.
Haben Sie einen Tick?
Ich schaue hässig, wenn ich mich konzentriere, und lache, wenn ich nervös bin.
Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Keinen, ich mag lieber Neues als Altes.