«Als ich davon erfuhr, lagen wir uns in den Armen»
Darum kamen Komiker Ralf Schmitz zuletzt die Tränen

Der deutsche Komiker Ralf Schmitz redet schnell und denkt noch schneller. Der 51-Jährige über seine Liebe zur Schweiz und warum Kümmel für ihn bestraft gehört.
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Ralf Schmitz steht seit über 20 Jahren als Komiker auf der Bühne. 2027 kommt er mit seinem Programm «Schmitzmän» in die Schweiz.
Foto: Robert Recker

Darum gehts

  • Komiker Ralf Schmitz kommt 2027 mit «Schmitzmän» mehrfach in die Schweiz
  • Er liebt Fondue, bewundert Loriot und möchte intelligenter sein
  • 51 Prozent Team Fondue, reist gerne und hat einen Aberglauben vor Auftritten
Vanessa Nyfeler
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Nächstes Jahr sind Sie mit Ihrem Comedy-Programm «Schmitzmän» gleich mehrfach in der Schweiz zu Gast. Was verbinden Sie mit unserem Land?

Einiges! Vor meinem ersten Auftritt dort wurde ich von allen Seiten gewarnt: «Du redest so schnell, in der Schweiz musst du langsamer sprechen.» Doch das Gegenteil war der Fall. Ich glaube, die Schweizer haben grossen Spass daran, wenn es auch mal schnell zugeht. Ausserdem war ich schon oft zum Wandern und Skifahren hier, etwa im Engadin.

Sind Sie Team Fondue oder Team Raclette?

Ich mag beides sehr gerne, bin aber zu 51 Prozent Team Fondue.

Was wären Sie als Kind gern geworden?

Schauspieler! Ganz kurz fand ich aber auch den Beruf des Busfahrers toll. Als Kind dachte ich, der Fahrer dürfe das Geld, das die Fahrgäste vorne bezahlen, einfach behalten und mit nach Hause nehmen (lacht).

Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?

Für Schauspielerin Christina Plate. Ich kannte sie aus der Sendung «Praxis Bülowbogen» und fand sie ganz entzückend. Meine Güte, das ist gefühlte 1000 Jahre her!

Wie sah Ihr Zimmer aus, als Sie 16 waren?

Ich hatte einen kleinen Fernseher mit Drehknöpfen, viele Bücher und Bilder von Theatergrössen. Gedichte schrieb ich mit Edding direkt auf meine Tür, sehr zum Leidwesen meiner Mutter (lacht). Und natürlich durfte in meinem Zimmer auch ein Körbchen für meine Katze nicht fehlen.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Wären Sie lieber sympathischer oder intelligenter?

Intelligenter! Für Sympathie kann man selbst etwas tun. Intelligenz hingegen lässt sich nicht so einfach steigern. Wissen schon, aber das ist wieder etwas anderes.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?

Meine Ungeduld. Und vielleicht eine gewisse Art von Perfektionismus. Perfektion erreicht man sowieso nie. Ich wünsche mir darum manchmal einfach eine Spur mehr Gelassenheit.

Wann haben Sie zuletzt geweint?

In meiner engsten Familie gibt es Nachwuchs. Als ich davon erfahren habe, lagen wir uns in den Armen und haben uns gemeinsam gefreut. Da sind bei mir tatsächlich die Tränen gekommen.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

«Ich lege mich nur kurz hin, bin gleich wieder da.»

Wofür sollte es Bussen geben?

Für Ignoranz, Fanatismus und Kümmel. Ich weiss, Letzteres ist Geschmackssache. Aber ich verstehe einfach alle drei Sachen nicht.

Wofür geben Sie am meisten Geld aus?

Für Technik und Essen. Beim Essen kann das Currywurst mit Pommes sein, aber genauso ein Dreisternerestaurant. Man muss sich nicht für eine Seite entscheiden, man darf die ganze Bandbreite lieben.

Auf wen waren Sie zuletzt neidisch?

Ich bin eigentlich kein neidischer Mensch. Ich beneide aber Menschen, die Beruf und Privatleben besser unter einen Hut bekommen. Ich verliere mich schnell in meiner Arbeit und merke manchmal: Ein bisschen mehr Ausgleich würde mir guttun.

Wer oder was wären Sie gern nach Ihrer Wiedergeburt?

Eine Katze, weil ich Katzen sehr mag. Oder sonst etwas Kleines, Flitziges, das fliegen kann. Ein Vogel wäre also auch nicht schlecht.

Wer sind Ihre Helden?

Loriot, Heinz Erhardt, Louis de Funès und Jerry Lewis. Das waren die grossen Komiker meiner Kindheit, die mich zweifellos geprägt haben. Bei ihnen dachte ich schon früh: Genau das möchte ich auch machen, natürlich auf meine eigene Art.

Wofür haben Sie zuletzt ein Kompliment bekommen?

Meine Schuhe! Aber die kann sich ja jeder kaufen.

Haben Sie einen Tick?

Vor jedem Auftritt spucken wir uns im Team dreimal symbolisch über die Schulter. Das wird ganz akribisch gemacht und niemals ausgelassen. Wenn jemand vergessen wurde, muss das notfalls noch nachgeholt werden.

Womit belohnen Sie sich?

Mit Reisen und neuen Erlebnissen.

Welche drei Dinge nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?

Ein gutes Buch, eine Katze und jemanden, mit dem ich mich stundenlang unterhalten kann.

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