Prinzessin leidet unter Lungenfibrose
Was erwartet Mette-Marit bei einer Lungentransplantation?

Das norwegische Königshaus gibt bekannt, dass Kronprinzessin Mette-Marit (52) eine Lungentransplantation benötigt. Ihre 2018 diagnostizierte Lungenfibrose hat sich verschlechtert. Der Eingriff erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und lebenslange Medikamenteneinnahme.
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Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. 2018 wurde bei ihr Lungenfibrose diagnostiziert.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Kronprinzessin Mette-Marit benötigt eine neue Lunge aufgrund verschlechterter Lungenfibrose
  • Lungentransplantation erfordert lebenslange Einnahme von Immunsuppressiva zur Verhinderung von Organabstossung
  • Weltweit liegt die Einjahres-Überlebensrate nach Lungentransplantation bei 80 Prozent
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Saskia SchärRedaktorin People

Das norwegische Königshaus schockiert am Freitag mit der Nachricht, dass Kronprinzessin Mette-Marit (52) wohl bald eine neue Lunge benötigt. 2018 wurde bei ihr Lungenfibrose diagnostiziert. Der Zustand der Lunge habe sich nun aber so verschlechtert, dass eine Lungentransplantation in Betracht gezogen werden müsse, so ihr Arzt, Are Martin Holm. Wir haben die wichtigsten Fragen zum Eingriff beantwortet.

Das ist Lungenfibrose

Bei dieser schweren Krankheit wird die Lunge der Betroffenen durch chronische Entzündungen des Bindegewebes angegriffen. Dadurch vernarbt das Gewebe mit der Zeit und versteift zunehmend. Als Folge davon nimmt die Lungenfunktion ab und der Sauerstoff kann schlechter umgesetzt werden. Betroffene leiden deswegen unter Kurzatmigkeit, quälendem Husten und Atemnot. Heilbar ist die Krankheit nicht. Sie kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Oft ist eine Lungentransplantation die letzte Rettung. (pae)

Bei dieser schweren Krankheit wird die Lunge der Betroffenen durch chronische Entzündungen des Bindegewebes angegriffen. Dadurch vernarbt das Gewebe mit der Zeit und versteift zunehmend. Als Folge davon nimmt die Lungenfunktion ab und der Sauerstoff kann schlechter umgesetzt werden. Betroffene leiden deswegen unter Kurzatmigkeit, quälendem Husten und Atemnot. Heilbar ist die Krankheit nicht. Sie kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Oft ist eine Lungentransplantation die letzte Rettung. (pae)

Wie läuft eine Lungenoperation ab?

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Je nach Erkrankung kann eine ein- oder beidseitige Transplantation nötig sein. Am Universitätsspital in Zürich (USZ) werden allerdings meist beide Lungen ersetzt, schreibt das Krankenhaus. Dafür werde ein Schnitt entlang der 4. oder 5. Rippe vom Brustbein Richtung Achselhöhle gemacht. Die erkrankte Lunge wird dann durch ein Spenderorgan ersetzt. Während der sechs- bis zehnstündigen Operation wird in Zürich bei etwa der Hälfte der Patienten eine Herz-Lungenmaschine eingesetzt, diese stellt die Sauerstoffversorgung sowie die Stabilisierung des Kreislaufs sicher.

Was sind die Risiken einer Lungentransplantation?

Bei Eingriffen unter Narkose kann es immer zu unvorhergesehenen Problemen kommen, beispielsweise Blutungen. Im Falle einer Lungentransplantation besteht ausserdem die Gefahr, dass das neue Organ vom Immunsystem abgestossen wird. Die dafür eingesetzten Medikamente erhöhen zudem das Risiko für Infektionen.

Wie lange dauert die Erholungsphase?

Nach dem Eingriff verbleiben die Patienten noch auf der Intensivstation, bevor sie auf die allgemeine Station verlegt werden. Im Idealfall kann die Verlegung bereits nach wenigen Tagen erfolgen. «Es ist das Ziel, die betroffene Person rasch, aber der Situation angepasst, in ein möglichst natürliches und selbständiges Leben zu bringen», schreibt das USZ dazu. Nach dem mehrwöchigen Spitalaufenthalt folgt meist ebenfalls eine mehrwöchige Rehabilitation.

Müssen danach Medikamente eingenommen werden?

Ja, Personen mit einer neuen Lunge müssen lebenslang Medikamente einnehmen. Die sogenannten Immunsuppressiva sollen verhindern, dass das neue Organ vom Immunsystem abgestossen wird. Durch die Immunsuppressiva steigt allerdings das Risiko für Infektionen. In den ersten Wochen nach dem Eingriff müssen daher zusätzlich noch Medikamente gegen Infektionen eingenommen werden.

Wie gross sind die Überlebenschancen?

Im weltweiten Vergleich liegt die Einjahres-Überlebensrate bei 80 Prozent, schreibt das USZ. Fünf Jahre nach dem Eingriff sinkt dieser Wert allerdings auf etwa 50 Prozent. Im Fall vom USZ liegt das Fünfjahresüberleben bei 65 Prozent. 

Wie sieht das Leben nach der Transplantation aus?

Mit Ausnahme der regelmässigen Medikamenteneinnahme kann nach dem Eingriff ein beinahe normales Leben geführt werden. Durch das Wegfallen der Atemnot steigt die körperliche Leistungsfähigkeit, was es den Patientinnen und Patienten wieder erlaubt einem regulären Alltag nachzugehen und sogar Sport zu treiben. Ein Leben lang wichtig bleibt das rasche Reagieren auf Krankheitsanzeichen.

Wann findet der Eingriff bei Kronprinzessin Mette-Marit statt?

Dafür muss erst ein Spenderorgan her, wofür die Prinzessin auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt wird. Wann sie auf diese Liste kommt, ist laut ihrem Arzt, Are Martin Holm, «noch nicht entschieden». In der Schweiz stammen Spenderorgane von hirntoten Personen, die sich im Vorfeld als Organspender eintragen liessen.

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