VA Paul McCartney Geburt Still.png
1:57
Er war eine Zangengeburt:Paul McCartney erinnert sich an seine Geburt

Konkrete Bilder und Geräusche
Paul McCartney will sich an seine Geburt erinnern können

Sir Paul McCartney will sich an seine eigene Geburt erinnern – weisse Fliesen, Chrom-Instrumente, Zangengeburt inklusive. Doch ist dies tatsächlich möglich? Ein Experte ordnet ein.
Kommentieren
1/6
Erinnert sich Paul McCartney tatsächlich an seine eigene Geburt?
Foto: Penske Media via Getty Images

Darum gehts

  • Im Podcast sagt Paul McCartney, er erinnere sich an seine Geburt
  • Er beschreibt damals gesehene Objekte und gehörte Geräusche
  • Neurowissenschaftler hält eine so frühe Erinnerung für praktisch ausgeschlossen
RMS_Portrait_AUTOR_441.JPG
Saskia SchärRedaktorin People

Am 18. Juni 1942 erblickte der kleine James Paul McCartney in Liverpool das Licht der Welt. Aus dem kleinen Buben ist ein 84-jähriger Weltstar geworden, der sich gar Sir nennen darf. Und genau dieser Sir macht im Podcast «Good Hang» von Schauspielerin Amy Poehler (55) nun ein überraschendes Geständnis: Er will sich an eben jenen Junitag 1942 und somit an seine eigene Geburt erinnern.

«Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich mich daran erinnere, geboren worden zu sein», sagt er auf die Frage, was denn seine früheste Erinnerung sei. «Ich wurde in einem Ort in Liverpool namens Walton Hospital geboren. Das war ein richtig altes viktorianisches Gebäude. Ich glaube, bevor es ein Spital wurde, war es etwas anderes», so die Beatles-Legende.

Er will gar wissen, wie es damals im Kreissaal ausgesehen hat. «Ich erinnere mich irgendwie an weisse Fliesen, sehr hygienische weisse Fliesen und an Instrumente aus Chrom und an ein Klirren, weil ich mit einer Geburtszange zur Welt kam. Sie mussten mich herausziehen.» Seiner Erinnerung scheint er aber dennoch nicht zu 100 Prozent zu vertrauen und schiebt daher ein «ich weiss nicht, ob es wahr ist» nach. Der Brite ist übrigens nicht der einzige in seiner Familie, der sich an seine ersten Stunden erinnern will: Tochter Stella McCartney glaubt, dass ihre erste Erinnerung ist, wie sie im Inkubator liegt.

«Praktisch ausgeschlossen»

Doch wie plausibel sind die so frühen Erinnerungen der McCartneys? «Das Gehirn kann schon ab der Geburt, ja sogar schon vorher, Dinge speichern: Zum Beispiel erkennt ein Neugeborenes die Stimme der Mutter wieder, die es als Fötus im Bauch der Mutter gehört hat», erklärt Entwicklungspsychologe Moritz Daum auf Blick-Anfrage. Gleichzeitig macht er auf die «infantile Amnesie» aufmerksam: «Eine erwachsene Person erinnert sich kaum an Ereignisse vor dem Alter von etwa drei bis dreieinhalb Jahren.» Nach heutigem Wissensstand sei «eine Erinnerung an die eigene Geburt praktisch ausgeschlossen», so Moritz Daum.

Er betont zudem, «dass Erinnerungen immer Rekonstruktionen und nie exakte Abbilder sind». Dass Paul McCartney «von ‹Chrom-Instrumenten›, ‹hygienischen Kacheln›, und ‹Klirren, weil Zangengeburt› spricht, setzt voraus, dass man über Begriffe und Kausalwissen zum Geburtsvorgang verfügt, die ein Neugeborenes nicht hat.» Auch sei zu erwähnen, dass die Erinnerungen durch die Geburt der eigenen Kinder «induziert werden».

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen