«Rich-Kid-Getue von Marius vor Gericht nervt total»
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Mit Kaugummi und Sonnenbrille:«Rich-Kid-Getue von Marius vor Gericht nervt total»

Eingeständnis von Marius Borg Høiby
«Ich glaube, sie hat Furchtbares durchgemacht»

In diesen Wochen findet der Prozess gegen Marius Borg Høiby statt. Ihm werden unter anderem Vergewaltigung, häusliche Gewalt und Drogenmissbrauch vorgeworfen. Blick hält dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Marius Borg Høiby steht seit dem 3. Februar in Oslo vor Gericht.
Foto: keystone-sda.ch
vor 6 Minuten

«Marius war sehr gestresst»

Von Sophie Ofer, People-Redaktorin

Der Zeuge wird weiter über Høiby befragt. Er sagt aus, dass er und Høiby offen über dessen Drogenmissbrauch gesprochen hätten. Ob Høiby auf sein Anraten hin je in einer Entzugsklinik gewesen wäre, wisse er nicht. 

Der Staatsanwalt befragt den Zeugen zu den Vorwürfen des mutmasslichen Opfers aus dem Osloer Stadtteil Frogner. Im August 2024 soll Høiby die Wohnung der «Frogner-Frau» verwüstet haben. Der Zeuge erinnert sich an ein Gespräch mit Høiby: «Marius rief mich plötzlich an und erzählte, dass er die Dinge in ihrer Wohnung kaputtgemacht hatte. Marius war sehr gestresst.» Auch mit der «Frogner-Frau» habe er später gesprochen. Sie habe am Telefon im Gegensatz zu Høiby recht ruhig gewirkt. Im Laufe des Prozesses wurde wiederholt beschrieben, dass die Frau in Stresssituationen eher ruhig wirke. 

Am darauffolgenden Tag habe der Zeuge sich mit der «Frogner-Frau» getroffen. Während einer Autofahrt habe sie angefangen zu weinen, er tröstete sie. Die Frau erzählte ihm, Høiby habe einen Kronleuchter kaputtgemacht und ein Messer in die Wand gesteckt. Bezüglich der Gewaltvorwürfe erinnere er sich nicht genau, jedoch habe sie etwas davon gesagt, dass Høiby sie «festgehalten» habe. 

Dieser Vorfall wurde bereits letzte Woche im Gericht behandelt. Die «Frogner-Frau» wirft Høiby vor, sie während eines Streits gewürgt und geschlagen zu haben. 

13:44 Uhr

Høiby beschimpft Freund während Eifersuchtsanfall

Von Sophie Ofer, People-Redaktorin

Es wird ein dritter Zeuge in den Zeugenstand gerufen. Es ist ein Bekannter von Høiby; sie lernten sich vor zehn Jahren auf einem Surftrip in Marokko kennen. Der Zeuge soll Høibys Persönlichkeit beschreiben. «Marius hat zumindest ein Drogenproblem. Es ist schwer für mich, zu sagen, ob er ein Wutproblem hat.» Er habe Høiby zwar schon wütend gesehen, aber einen seiner «gewalttätigen» Wutausbrüche habe er noch nie miterlebt. 

Der Staatsanwalt bemerkt, dass sich der Zeuge bei seinem Polizeiverhör doch an konkrete Vorfälle erinnert hatte. Er spricht ihn auf die Gartenparty im Jahr 2022 an; damals war Høiby mit Nora Haukland in einer Beziehung. Høiby hatte dem Bekannten vorgeworfen, mit seiner damaligen Freundin geflirtet zu haben und rief ihn an, als dieser bereits zuhause war und ins Bett gehen wollte, und beschimpfte ihn. «Er war sehr wütend. Zuerst dachte ich, er scherzt, denn so etwas hätte ich mir nie vorstellen können. Aber dann meinte er es ernst.» An die Einzelheiten des Gesprächs könne er sich aber nicht mehr erinnern. Danach habe Høiby den Kontakt abgebrochen.

12:39 Uhr

«Es war in beide Richtungen toxisch»

Von Sophie Ofer, People-Redaktorin

Am Vormittag wurde der nächste Zeuge in den Zeugenstand gerufen. Es ist ein Freund von Høiby; sie kennen sich seit über zehn Jahren. Er kenne auch die Ex-Freundinnen von Høiby, deren Fälle vor Gericht behandelt werden: Die «Frogner-Frau», Nora Haukland und die Frau von Skaugum. Høibys Verteidigerin Ellen Holager Andenæs befragt den Zeugen. Es geht zunächst um die Feier auf Gut Skaugum 2018; dort soll Høiby eine Frau vergewaltigt haben. Dieser Fall war zu Beginn des Prozesses bereits Thema. Auf die Frage, was der Freund am Abend von dem Fall mitbekam, gibt er an, sich an wenig zu erinnern. 

Dann fragt ihn die Verteidigerin nach Høibys Beziehung mit Nora Haukland. «Ich habe gehört, dass es in beide Richtungen etwas toxisch sein kann. Sie kann schon mal etwas aufbrausen», gibt er an. «Marius kam mehrmals völlig verzweifelt zu mir, weil Nora wieder mit ihm Schluss gemacht hatte und er nicht wusste, warum. Einmal kam er auf die Dachterrasse, wo ein Freund und ich uns sonnten und entspannten, und da brach er völlig zusammen und fing an zu weinen. So hatte ich Marius noch nie erlebt.» Haukland wirft Høiby Gewaltattacken vor, ihr Fall ist ebenfalls Teil des Strafprozesses. 

Der Freund habe nie erlebt, dass Høiby gewalttätig wurde. Høiby wird vorgeworfen, Frauen in einem Zustand vergewaltigt zu haben, in dem sie sich nicht zur Wehr setzen konnten. Dazu sagt der Freund: «Soweit ich Marius kenne, verabreicht er Mädchen keine Drogen.» Zu einem Fall sagt er: «Vielleicht war sie aber sehr, sehr betrunken und ist eingeschlafen.» 

11:09 Uhr

Es kommt beinahe zum Streit im Gerichtssaal

von Silja Anders, People-Redaktorin

Nach der Streitnacht im August 2024, in der Marius Borg Høiby die sogenannte Frogner-Frau geschlagen haben soll, ermutigte eine Zeugin, die heute befragt wird, das mutmassliche Opfer, zur Polizei zu gehen. Diese war zunächst zögerlich und erklärte, dass sie es «aushalten» könne, geschlagen zu werden. «Das ist doch nichts, was man ertragen sollte!», sagt die Zeugin vor Gericht.

Es kommt beinahe zum Streit zwischen der Zeugin und dem Angeklagten, als dieser bittet, das Wort ergreifen zu dürfen. Er wirft ihr vor, eine Falschaussage gemacht zu haben, sie reagiert genervt. Der Richter muss eingreifen. «Ich möchte nicht, dass Sie beide sich streiten, einverstanden? Denn dies ist ein Gerichtssaal, in dem eine Befragung stattfindet und dann eine Stellungnahme. Wenn Sie also eine Stellungnahme zu seiner Stellungnahme haben, müssen Sie diese an mich richten. Und Sie dürfen ihn nicht unterbrechen. Ich denke, wir werden den Rest der Stellungnahme behandeln, nachdem sie den Saal verlassen hat, damit es nicht zu einer Auseinandersetzung kommt, die ich hier nicht haben möchte» erklärt der Richter.

09:24 Uhr

Der 23. Prozesstag: Das passiert heute

Von Sophie Ofer, People-Redaktorin

Heute werden mehrere Zeugen nacheinander aussagen. Darunter erneut Høibys Ex-Freundin, die als «Frogner Frau» anonymisiert wird. Ausserdem soll eine Freundin der «Frogner Frau» befragt werden. Zudem wird ein Bekannter von Høiby in den Zeugenstand gerufen, der 2018 bei der Party dabei war, bei der Høiby die Frau vergewaltigt haben soll. 

Gestern wurde vor Gericht eine Tonaufnahme zwischen Høiby und seiner damaligen Freundin abgespielt. Darauf sind die beiden bei einem Streit im August 2024 zu hören. Høiby beschimpft die Frau in der Aufnahme, nennt sie «eine dreckige Hure». Ausserdem fordert er sie auf, in der nächsten Stunde zu ihm zu kommen, sonst werde er «Benzin über ihre Kleidung giessen.»

10.03.2026, 14:39 Uhr

Marius Borg Høiby bleibt in Untersuchungshaft

Von Saskia Schär, People-Redaktorin

Noch während der Verhandlung am Dienstagnachmittag wird bekannt, dass Marius Borg Høiby weiterhin in Untersuchungshaft bleiben wird. Dort sitzt er seit dem ersten Februarwochenende, als es zu einem erneuten Vorfall mit der «Frogner Frau» gekommen war. Die Untersuchungshaft wurde daraufhin auf vier Wochen angesetzt.

Am Montag hatten seine Anwälte seine Entlassung beantragt, einen Tag später wurde dies mit folgender Begründung zurückgewiesen: «Das Gericht ist der Ansicht, dass weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass Høiby nach seiner Entlassung neue Straftaten begehen wird, die mit einer Höchststrafe von mehr als sechs Monaten Freiheitsstrafe bestraft werden können.»

10.03.2026, 11:29 Uhr

«Der Vorfall war wirklich schrecklich»

Von Saskia Schär, People-Redaktorin

Am Dienstagvormittag hüpfte das Gericht zwischen verschiedenen Vorfällen von Marius Borg Hoiby und seiner Ex-Freundin, der «Frogner Frau», hin und her und legte dafür verschiedene Videoausschnitte, Fotos und Textnachrichten vor.

Die Anwältin des mutmasslichen Opfers beschäftigte sich dabei insbesondere mit der Frage, wie sich das Verhalten von Marius Borg Hoiby auf die «Frogner Frau» ausgewirkt habe und ob er sich der Folgen seines Verhaltens für sie bewusst gewesen sei.

Auf seinen Ausraster in ihrer Wohnung im August 2024 angesprochen, meinte er, dass sie nie Angst gehabt habe – das schliesse er aus einem Gespräch, das sie im Nachhinein geführt hätten. Dennoch hält er in Bezug darauf gemäss «VG» eines fest: «Ich glaube, sie hat furchtbares durchgemacht, wenn man das so sagen will. Da sind wir uns völlig einig, der Vorfall war wirklich schrecklich.»

Nach der Verhaftung am ersten Augustwochenende, jenem, an dem sich der oben geschilderte Fall abspielte, wurden im Blut von Marius Borg Hoiby unter anderem Spuren von Kokain, MDMA (Ecstasy) und THC gefunden.

Am Vormittag wurde Borg Høibys Aussage zunächst beendet und ein Ermittler angehört. Nach dem Mittag war es dann doch wieder der Sohn der Kronprinzessin Mette-Marit, der sich den Fragen der Anwältin seiner Ex-Freundin stellen musste. Dabei kam heraus, dass er ihr – der sogenannten «Frogner Frau» – zum Valentinstag Blumen geschickt hat. Dies war am 14. Februar, also er bereits in Untersuchungshaft sass und der Prozesse bereits in Gange war. Zu den Blumen habe es einen handgeschriebenen Brief gegeben. Er hoffe es gehe ihr gut, er denke täglich an sie, soll laut «VG» sinngemäss darin gestanden haben.

10.03.2026, 10:30 Uhr

Sechste Verhandlungswoche – Marius Borg Høiby startet mit Aussage

Von Saskia Schär, People-Redaktorin

Am Dienstag startet der Prozess rund um Marius Borg Høiby bereits in die sechste Verhandlungswoche. Alle vier mutmasslich von Marius Borg Høiby vergewaltigten Frauen haben ihre Aussagen bereits getätigt, er hat zu allen vier Vorfällen ausgesagt. 

Am heutigen Dienstag stellt er sich erneut den Fragen des Gerichtes. Dieses Mal geht es um seine Ex-Freundin, die sogenannte «Frogner Frau». Ihr gegenüber sei er laut ihren Aussagen immer wieder gewalttätig geworden. Die von ihr beschriebenen gewaltvollen Szenen spielt er jeweils herunter. 

Die «Frogner Frau» war es auch, die die ganzen Untersuchungen im Falle von Marius Borg Høiby ins Rollen gebracht hatte. Weil er in ihrer Wohnung mehrere Gegenstände zerstört und gar ein Messer in die Wand geworfen haben soll, wurde im August 2024 die Polizei gerufen. Die Polizei war es schlussendlich, die eine Anzeige gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit einreichte. Was diesen Fall betrifft, so ist Borg Høiby teilweise geständig.

06.03.2026, 17:53 Uhr

Skizzen von nackter Frau

Von Fynn Müller, People-Redaktor

Marius Borg Høiby (29) sorgt bei seinem Prozess mit Zeichnungen für Aufsehen. Wie «Bild» berichtet, kritzelt er während der Anhörungen im Saal 250 des Amtsgerichts ununterbrochen in seinem Skizzenblock – selbst dann, wenn ihn die Staatsanwaltschaft befragt. 

Seine Anwältin Ellen Holager Andenæs verteidigt das ungewöhnliche Verhalten: «Er zeichnet, weil er sich dann besser konzentrieren kann.» Auf einigen seiner Werke, die TV2 veröffentlichte, sind aufwendige Tattooskizzen zu sehen. Darunter ein schwarzer Panther, der mit einer Schlange kämpft, und ein Tigerkopf, umgeben von klassischen Symbolen wie Blumen und Stacheldraht. 

Auffällig: Über dem Tiger skizzierte Høiby eine nackte Frau mit Blumen im Haar und schrieb daneben «FTP» – die Abkürzung für «Fuck the Police». Ein weiteres Werk trägt die Worte «Trist som Faen» («Traurig wie der Teufel»), ein Verweis auf das Buch des verstorbenen Ari Behn (1927–2019), dem Ex-Mann von Høibys Stieftante, Prinzessin Märtha Louise. 

Høiby, der engen Kontakt zu Behn hatte und seinen Verlust tief betrauert, verarbeitet offenbar auch diesen Schmerz in seinen Zeichnungen.

06.03.2026, 15:01 Uhr

Die Nacht vor der U-Haft

Von Sophie Ofer, People-Redaktorin

Høiby soll die Vorfälle in der Nacht vor seiner U-Haft am Wochenende vor Prozessbeginn schildern. Zwischen ihm und der «Frogner-Frau» kam es zum Streit, er warf ihr erneut Untreue vor, beschimpfte sie als «untreue, verdammte Hure». Als sie den Raum verlassen wollte, habe er den Türgriff gepackt und sie zwischen sich und der Tür eingeklemmt. «Es wurde als gewalttätig von mir beschrieben.» Er habe aber nicht die Absicht gehabt, gewalttätig zu sein. «Es war ein Unfall. Ich habe die Tür zugeschlagen. Ich wollte sie in keiner Weise verletzen.» 

Daraufhin habe sie sich auf den Boden gesetzt; er sei in die Küche gegangen, um ein Messer zu holen. Er sei sehr «traurig und wütend» gewesen. Høiby beschreibt, wie er das Messer aus Verzweiflung gegen sich selbst gerichtet habe. Die Frau habe daraufhin geschrien: «Du bist verrückt!». Er habe nicht vorgehabt, das Messer gegen sie zu richten. Die Frau steht auf und beschliesst, die Polizei zu rufen. Høiby zerstört daraufhin sein Handy. 

Am nächsten Tag, gegen 9 Uhr, habe Høiby Vater ihn angerufen. Er habe ihm gesagt, dass er mit der «Frogner-Frau» gesprochen habe. Gegen Mittag habe Høiby erfahren, dass die Polizei nach ihm suche und bereits bei ihm zu Hause gewesen sei. Auf Rat seines Psychiaters sei er daraufhin in die psychiatrische Notaufnahme in Drammen gefahren. Dort sei er später von der Polizei aufgesucht worden. 

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