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Marco Schreyl (52):Wusste Dieter Bohlen, dass du schwul bist?

Bohlen machte Sprüche
Deutscher Moderator spricht über sein Outing

TV-Moderator Marco Schreyl spricht über sein spätes öffentliches Coming-out und die Situationen mit Dieter Bohlen bei «DSDS».
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Marco Schreyl outete sich mit 49 Jahren öffentlich als homosexuell, eine grosse Befreiung sei das damals aber nicht gewesen, sondern «einfach passiert».
Foto: Foto: Julias Lieblinge

Darum gehts

  • Marco Schreyl spricht im Podcast über sein Coming-out 2023 und Schamgefühle im Beruf
  • Seinen Eltern vertraute sich Schreyl an Weihnachten an
  • Bei «DSDS» wusste Dieter Bohlen laut Schreyl von seiner Orientierung und machte dazu Andeutungen
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Sabrina RhynerRedaktorin People

2023 machte der deutsche TV-Moderator Marco Schreyl (52) seine Homosexualität im Alter von 49 Jahren öffentlich. Damals erklärte er, seine Liebe zu Männern auch vor der Öffentlichkeit nicht länger verbergen zu wollen.

Nun spricht er im Podcast «Zwischen den Zeilen» mit Bettina Böttinger (70) offen über sein Coming-out, jahrelange Schamgefühle und die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen (72).

Coming-Out als Erwachsener

Schreyl schildert, dass er sich im Erwachsenenalter an einem Weihnachtsfest seinen Eltern anvertraut habe. «Ich hatte tolle Eltern, die mit meiner sexuellen Ausrichtung super umgegangen sind», berichtet er Böttinger. Vor seinem Outing habe er zum Beispiel Urlaubsbilder bewusst zurückgehalten, «weil da Menschen drauf waren, wo ich dachte, das würde Erklärungen bedeuten». Dahinter habe Scham gesteckt, «und diese Scham ist natürlich auch in diesen öffentlichen Beruf übergangen».

Böttingers Frage, ob sich das öffentliche Outing 2023 dann wie eine «grosse Befreiung» angefühlt habe, verneint Schreyl. «Es ist einfach passiert», so der Moderator. Zu jenem Zeitpunkt habe er sich gedacht: «Ich bin 50 und wer nicht checkt, dass ich nicht verheiratet, nicht an eine Frau vergeben bin, nicht über mein Privatleben intensiv rede ... Wer dann nicht checkt, dass ich dann wohl schwul bin, der hat wohl seine Birne zwischen den Schultern nicht an der richtigen Stelle.»

Die Situation am «DSDS»-Set

Böttinger hakt nach, ob «Deutschland sucht den Superstar»-Juror Dieter Bohlen (72) damals – Schreyl moderierte die Sendung von 2005 bis 2012 – über seine sexuelle Orientierung Bescheid wusste. «Ja. Ich glaube, er hat es ja auch ein paar Mal versucht, in die Öffentlichkeit zu ballern», antwortet Schreyl. «Ob jetzt mit einem bösen Hintergedanken oder nicht, völlig egal.»

Er erinnert sich an einen Moment zurück, «dass der irgendwie gesagt hat: ‹Ja aber das gefällt dir doch, wenn der da mit Oberkörper frei steht.›» Aus heutiger Sicht hadert Schreyl mit seiner damaligen Zurückhaltung und wünscht sich, «dass ich mit viel Selbstverständlichkeit gesagt hätte: Was tut das gerade zur Sache? Wo ist dein Problem? Weil ich ein schwuler Mann bin und du nicht?»

Jahrelange Scham

Der Weg zur Selbstakzeptanz sei nicht einfach gewesen. Mit «15 oder 16» habe er sich zum ersten Mal in einen Mitschüler verliebt. «Aber dann hat mich das fast verstört, dass ich so einen Klassenkameraden ganz toll finde», erinnert sich Schreyl im Gespräch.

«Und dann hat es auch lange keine Rolle mehr gespielt, weil ich das auch nicht wollte. Ich fand das ganz eigenartig, dass ich dann doch anders bin als die anderen.» Rückblickend resümiert Schreyl: «Ich habe mich für mich geschämt an mancher Stelle – obwohl ich mich nicht schlimm fand.»

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