Darum gehts
- Kim Kardashian (46) wurde von Reality-Star zur weltbekannten Modeikone.
- 2012 änderte Kanye West ihren Stil, öffnete Türen zur High Fashion.
- Mit Skims revolutioniert sie Shapewear, weltweit Milliardenumsatz und Stil-Ikone.
Ob man sie nun liebt oder kritisiert: Kim Kardashian (46) ist aus der heutigen Modewelt nicht mehr wegzudenken. Innerhalb von zwei Jahrzehnten hat sie ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Anstatt wie früher nur das Anhängsel von Paris Hilton zu sein, erobert sie heute die exklusivsten Laufstege der Welt und inspiriert die grössten Modeschöpfer unserer Zeit.
Bevor Kim Kardashian Einladungen zu den begehrtesten Pariser Modenschauen erhielt, sah ihr Alltag noch völlig anders aus. Als Stylistin und Closet-Organizerin sortierte sie die Kleiderschränke der Reichen und Schönen in Los Angeles, allen voran jenen ihrer Freundin Paris Hilton. Ihr damaliger Stil war der Inbegriff der Y2K-Ästhetik: farbenfrohe Samt-Trainingsanzüge von Juicy Couture, auffällige XL-Gürtel auf der Hüfte, gigantische Designer-Handtaschen, glänzendes Lipgloss und exzessiver Bronzer. Der Look war kommerziell, laut und typisch für Los Angeles. Gemeinsam mit ihren Schwestern betrieb sie die Boutique-Kette Dash, die bezahlbare, figurbetonte Mode für die breite Masse verkaufte. Von der Anerkennung der etablierten Modewelt war sie zu diesem Zeitpunkt noch meilenweit entfernt.
Der Wandel
Der entscheidende Wendepunkt folgte im Jahr 2012. Kurz nachdem sie und Kanye West ein Paar wurden, mistete der Rapper in einer mittlerweile legendären Szene der Reality-Show «Keeping Up with the Kardashians» ihren gesamten Kleiderschrank aus und ersetzte Hunderte ihrer Kleidungsstücke durch avantgardistische Designerteile. Es folgte eine drastische Kehrtwende hin zu klarem Minimalismus, neutralen Erdtönen, eleganten Bodycon-Kleidern und sportlichen Kombinationen aus Radlerhosen und High Heels. Kanye öffnete ihr die Türen zu führenden Modeschöpfern wie Riccardo Tisci – damals noch Creative Director von Givenchy – und Olivier Rousteing, der damals noch Chefdesigner von Balmain war. Obwohl ihr schwangerer Auftritt im blumigen Givenchy-Kleid auf der Met Gala 2013 in den sozialen Medien viel Spott erntete, markierte er ihre Eintrittskarte in die Welt der High Fashion. Der endgültige Durchbruch folgte schliesslich 2014, als sie gemeinsam mit Kanye das Cover der US-«Vogue» zierte.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Die Kunstfigur
Nach der Trennung bewies Kim Kardashian eindrucksvoll, dass sie längst als eigenständige und einflussreiche Modeikone etabliert ist. Unter der Leitung von Demna, dem damaligen Kreativdirektor von Balenciaga, entwickelte sie eine fast schon surrealistische, futuristische Ästhetik. Es folgte eine Phase, geprägt von Ganzkörperanzügen aus Latex, nahtlos in Schuhe übergehenden Leggings, dekonstruierten Silhouetten und immer öfter auch verhüllten Gesichtern. Kim wandelte sich vom Reality-Star zur Kunstfigur. Den wohl spektakulärsten Coup landete sie auf der Met Gala 2021, als sie in einem komplett schwarzen Balenciaga-Ensemble erschien, das selbst ihr Gesicht vollständig bedeckte. Es war ein brillanter Geniestreich, denn das Publikum und die Fotografen erkannten sie augenblicklich wieder – einzig und allein anhand ihrer unverwechselbaren Silhouette. Ein Jahr später sorgte sie erneut für Schlagzeilen, als sie auf demselben Event das originale Vintage-Kleid von Marilyn Monroe trug.
Die Modeikone
Heute präsentiert sich Kim Kardashian im Modezirkus vollkommen selbstbewusst, gereift und unabhängig. In ihren aktuellen Auftritten kombiniert sie äusserst seltene Archivstücke von Modelegenden wie Alexander McQueen, Thierry Mugler oder John Galliano mit der minimalistischen Ästhetik ihres eigenen Milliarden-Imperiums. Mit ihrer Marke Skims hat sie das traditionelle Konzept von Shapewear grundlegend revolutioniert. Anstatt angebliche Problemzonen zu kaschieren, verwandelte sie Unterwäsche in sichtbare, inklusive und moderne Alltagskleidung – und nutzt sich selbst dabei als wirkungsvollste Werbefläche der Welt.