Der 88-Jährige, der seit fünfeinhalb Jahren im Exil im Wüsten-Emirat Abu Dhabi lebt, könne jederzeit wieder dauerhaft im Land leben, liess die Casa Real in einer Mitteilung an den staatlichen TV-Sender RTVE und weitere ausgewählte Medien wissen. Davor müsse der Vater von König Felipe VI. aber auch seinen steuerlichen Wohnsitz wieder nach Spanien verlegen, wurde betont.
Nur so liessen sich «Spekulationen und mögliche Kritik» vermeiden und damit sowohl das Ansehen des emeritierten Königs als auch das der spanischen Monarchie schützen, hiess es in der von RTVE zitierten Mitteilung. Eine Rückkehr sei eine «persönliche Entscheidung» des früheren Staatsoberhaupts.
Nach mehreren Skandalen im privaten Bereich und Enthüllungen über finanzielle Unregelmässigkeiten war Juan Carlos im August 2020 nach Abu Dhabi gezogen. Das geschah nach übereinstimmenden Medienberichten auf Druck der linksgerichteten Regierung und auch des Königshauses.
Bei grossen offiziellen Staatsakten blieb Juan Carlos seitdem aussen vor. So war er weder beim Verfassungseid von Kronprinzessin Leonor im Oktober 2023 noch bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag seiner eigenen Proklamation zum König im November 2025 anwesend. An private Familientreffen im kleineren Kreis nahm er dagegen in Abu Dhabi und Spanien gelegentlich teil.
Die Stellungnahme des Königshauses gilt als Reaktion auf erneute Forderungen aus der konservativen Opposition nach einer dauerhaften Rückkehr des Ex-Monarchen. Anlass dieser Forderungen waren Dokumente zum gescheiterten Putsch vom 23. Februar 1981, die diese Woche von der Regierung freigegeben wurden und aus denen hervorgeht, dass der damalige König entgegen Spekulationen nicht an den Umsturzplänen beteiligt war.
Ob das «grüne Licht» des Königshauses derweil zu einer baldigen Rückkehr führen wird, stellen die meisten Medienbeobachter in Spanien in Zweifel. Der emeritierte König vermisse Spanien trotz gelegentlicher Besuche sehr. Er geniesse aber in Abu Dhabi mehr «Freiheiten», darunter auch finanzielle und steuerliche, die er nicht unbedingt aufgeben werde, hiess es. Juan Carlos gilt als enger Freund der Ölscheichs, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten das Sagen haben.
Zuletzt hatte Juan Carlos im November in seiner Heimat erneut Irritationen ausgelöst. In seiner Biografie kritisierte er Felipe (58) als «unsensibel» und beschrieb dessen Gattin Letizia (53) als Unruhestifterin. Für aussereheliche Affären, finanzielle Unregelmässigkeiten und andere Skandale entschuldigte er sich nur halbherzig.
Gleichzeitig fand der Bourbone lobende Worte für den früheren Diktator Francisco Franco: «Ich respektierte ihn enorm, schätzte seine Intelligenz und seinen politischen Sinn (...) Ich habe niemals zugelassen, dass ihn jemand vor mir kritisierte.»