Italien trauert um eine Musik-Ikone: Liedermacher Francesco Guccini ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Wie seine Familie bekanntgibt, starb der Sänger, Musiker und Autor in seinem Wohnort Pàvana, einem Bergdorf in der Toskana.
Der Künstler soll in den kommenden Tagen beerdigt werden; die Zeremonie soll im engsten privaten Kreis stattfinden. Für Fans und Freunde soll es im September eine öffentliche Gedenkveranstaltung geben.
Eine kulturelle Ikone
Guccini gehört zu den prägendsten Figuren der italienischen Musiklandschaft. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere Mitte der 70er-Jahre wurde er häufig als «italienischer Bob Dylan» bezeichnet. Doch Guccini war ein Mann vieler Begabungen: Er veröffentlichte nicht nur mehr als 20 Platten, sondern war zudem als Schauspieler, Comicautor und Komponist von Filmmusik tätig. Ausserdem verfasste er Kriminalromane. In seiner Heimat wurden Guccini zahlreiche Preise verliehen. Einen Ehrendoktortitel bekam er von gleich mehreren italienischen Universitäten.
Mit seiner einmaligen Stimme erlangte Guccini auch internationale Bekanntheit und wurde zu über die italienische Landesgrenze hinaus zur kulturellen Ikone. Zu seinen berühmtesten Werken gehören «Dio è morto» und «La locomotiva». Seine Lieder handelten etwa von menschlichen Schicksalen und Krieg.
Geboren wurde Guccini 1940 in Modena, nur wenige Tage, nachdem Italien in den Zweiten Weltkrieg eingetreten war.