Ex-Veganerin speist rohes Hackfleisch auf Piste
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Snack sorgt für Aufregung:Ex-Veganerin speist rohes Hackfleisch auf Piste

Ist das nicht gefährlich?
Ex-Veganerin isst rohes Hackfleisch auf der Piste

Rohes Hackfleisch auf der Skipiste: Die deutsche Influencerin Lissi polarisiert mit einem Video aus dem Skigebiet Davos-Klosters GR. Wie gefährlich ist das wirklich? Eine Expertin klärt gegenüber Blick auf.
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Die deutsche Influencerin Lissi polarisiert mit ihrem neuen Video.
Foto: Instagram/steak.lissi

Darum gehts

  • Influencerin Lissi isst rohes Hackfleisch auf Skipiste in Davos-Klosters GR
  • Kritiker warnen vor Salmonellen und hoher Keimbelastung abgepackten Hackfleischs
  • Laut Vorschriften muss Hackfleisch gekühlt und am Herstellungstag verkauft werden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Fynn MüllerPeople-Redaktor

Die deutsche Influencerin und Ex-Veganerin Lissi sorgt mit einem neuen Video für Diskussionen. Auf einer Skipiste in Davos-Klosters GR isst sie rohes Hackfleisch von Prix Garantie direkt aus der Discount-Packung. Ohne es zu braten oder weiterzuverarbeiten, greift sie mit den Händen in die Packung und verzehrt es mitten im Schnee.

Es dauert nicht lange, da entfacht sich in den Kommentaren eine Debatte. «Ja, hol dir nur die Salmonellen», schreibt ein User. Ein anderer spottet: «Ich hab mein lebendiges Hühnchen auch immer im Rucksack.» Wieder andere verweisen auf Hygienevorschriften: Bei industriell abgepacktem Hackfleisch werde eine höhere Keimbelastung in Kauf genommen, da es zum Erhitzen gedacht sei. Tatsächlich unterliegt Hackfleisch strengen Vorgaben und muss durchgehend gekühlt werden.

Einige Nutzer verteidigen Lissi mit dem Hinweis, dass auch Mett roh gegessen werde. Auch hier widersprechen Follower: Mettbrötchen würden aus frischem, speziell verarbeitetem Hack hergestellt – nicht aus abgepackter Selbstbedienungsware. Auf vielen Packungen findet sich zudem der Hinweis, das Produkt vor dem Verzehr vollständig zu erhitzen – auch auf jenem Hackfleisch von Prix Garantie.

Das sagt eine Expertin

Wie riskant ist der rohe Verzehr von Discounter-Hackfleisch wirklich? Christine Brombach, Ernährungswissenschaftlerin an der ZHAW, ordnet die möglichen Gesundheitsgefahren ein. «Nährstoffe bleiben beim sachgerechten Erhitzen weitgehend erhalten. Es gibt keinen relevanten gesundheitlichen Vorteil, rohes Hackfleisch statt gegartes zu essen», erklärt Brombach.

Warum ist Hackfleisch so heikel? Laut Brombach ist es besonders anfällig für Keime, weil beim Zerkleinern die Oberfläche stark vergrössert wird. Dadurch könnten sich Bakterien nicht nur an der Oberfläche, sondern im gesamten Produkt verteilen. Besonders gefährdet seien sogenannte vulnerable Gruppen, darunter Seniorinnen und Senioren, Schwangere, Kinder sowie immunsupprimierte Personen. Für sie sei vom Verzehr dringend abzuraten. «Mögliche Folgen einer Infektion sind Durchfall, Erbrechen und Fieber. In schweren Fällen könnte es sogar zu Komplikationen wie Nierenversagen kommen.»

Unterschied von Mett und Hackfleisch

Immer wieder wird in der Debatte auf Mett oder Tatar verwiesen, die ebenfalls roh verzehrt werden. Brombach betont jedoch, dass es sich dabei um einen Sonderfall handle: Solche Produkte würden unter strengen hygienischen Bedingungen frisch verarbeitet und zeitnah konsumiert. Abgepackte Ware in einer Tiefziehschale – wie im Video zu sehen – entspreche diesem Standard nicht.

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