«Ich freue mich! Ich freue mich so auf alles, was kommt!», schreibt Inez Bjørg David (44) auf Instagram. Es hat einen Grund, warum diese Tatsache ihr heute so viel bedeutet: «Ganz ehrlich, vor zwei Jahren war das durchaus nicht der Fall.» Damals habe sie unter einer schweren postnatalen Depression gelitten.
David wäre «am liebsten einfach nicht hier» gewesen. «Ich wollte nur, dass es aufhört. Ich wollte nur, dass der Schmerz weggeht.» Dann findet David noch drastischere Worte für ihre düstere Situation: «Ich war fest davon überzeugt, dass es allen Menschen in meinem Leben besser gehen würde, wenn ich tot wäre. Dass alle dann frei und glücklich wären.»
Die Schauspielerin hat insgesamt vier Kinder, zwei davon aus ihrer früheren Ehe mit Schauspieler Mirko Lang (47); zwei mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Wolfgang Eissler (55).
«Die Depression übernimmt alles in dir drin»
Mit ihrem Post will David darauf aufmerksam machen, dass eine postnatale Depression viel «normaler», also viel häufiger sei, als viele denken. «Sie entsteht auch nicht notwendigerweise im Wochenbett, gerne erst Monate später. Sie ist auch gerne schleichend.» Auch Depressions-Symptome wie Trägheit oder die Unfähigkeit, aus dem Bett aufzustehen, seien nicht zwingend. «Aber sie übernimmt alles in dir drin. Brainfog, ‹schlechte Laune›, schlechter Schlaf, düstere Gedanken.» Frauen leiden häufig im Stillen: «Es ist leider keine Leuchtschriftreklame auf der Stirn: ‹Hilf mir!›
Man dürfe Mütter damit nicht alleine lassen. Inez Bjørg David hofft, «dass wir wirklich lernen zuzuhören; dass wir aufhören zu sagen: ‹Naja klar, geht’s dir nicht gut, du hast ein Baby›, ‹Das wird besser›, ‹Andere Mütter haben das auch schon durch›. Lasst uns das bitte ernst nehmen.» Frauen sollten nicht so auf sich allein gestellt an ihre Grenzen geraten müssen. Davids Appell an ihre Follower: «Kinderkriegen ist Gemeinschaftssache!»
«Toll, dass du das angesprochen hast»
Von ihren Followern erhält David viel Zuspruch und Unterstützung für ihren ehrlichen Post. «Danke, liebe Inez, für deine starken Worte. Schön, dass es dir besser geht», schreibt eine Userin. «Ich finde es unglaublich toll, dass du das angesprochen hast. So viele Frauen schämen sich. Mit deinem Beitrag aber machst du sie wieder stark und mutig!», schreibt eine weitere.
Einige Frauen, die selbst von einer postnatalen Depression betroffen sind oder waren, melden sich in den Kommentaren zu Wort. «Ich hab das gleiche Thema beim zweiten Kind durchmachen müssen. Und ich unterschreibe dir alles, was du dazu geschrieben hast», so eine Betroffene. Eine Userin, die Ähnliches erlebte, fühlt mit David: «Ich hatte immer das Gefühl, ich stecke in einem ganz tiefen schwarzen Loch und würde da nicht mehr herauskommen. Heute geht es mir zum Glück wieder sehr gut und die düstere Zeit ist nur eine Erinnerung aus der Vergangenheit.»