Darum gehts
- Harald Schmidt (69) kritisiert Deutsche in der Schweiz im «SommerTalk» scharf
- Deutsche seien unbeliebt wegen ihres Befehlstons, meint der Entertainer
- Schmidt: Schweiz als Wohnort «zu ruhig, zu harmonisch» für Deutsche
Der deutsche Entertainer Harald Schmidt (69) lässt kein gutes Haar an Mitbürgern im Auswandererland Schweiz. Schmidt äusserte sich im «SommerTalk» von TeleZüri. Auf die Aussage des Moderators, dass Zürich doch «schön zum Leben» sei, entgegnet Schmidt scharf: «Aber nicht als Deutscher.»
«Das kapieren die meisten Deutschen ja nicht», sagt er. «Sie ziehen hierher und sind überglücklich, dass sie Steuern sparen, aber dann wissen sie nicht, was sie mit dem gesparten Geld machen sollen.»
Befehlston vs. Zurückhaltung
Überhaupt sollten seine Landsleute wissen, wie unbeliebt sie eigentlich in der Schweiz seien. «Das würden seine Schweizer Freunde ihm nämlich sagen: «Ihr wisst ja gar nicht, wie unbeliebt ihr seid, mit eurem Befehlston!»
In der Schweiz sei man deutlich höflicher und zurückhaltender. Schmidt spricht über das typische Verhalten Deutscher beim Brötchenkauf beim Bäcker. Die Deutschen eben im Befehlston.
Während Deutsche in eine Bäckerei gingen und sagen: «Ein Brötchen bitte», würden Schweizer sagen: «Entschuldigung, dass ich die Bäckerei betrete, dass ich überhaupt existiere» – nach dem Motto: «Wäre es vielleicht möglich, dass...»
Zu ruhig, zu harmonisch
Die Schweiz, ist Schmidt überzeugt, eigne sich nicht als Auswandererland für Deutsche. In Deutschland sei der grosse Satz derzeit: «Wenn das hier so weitergeht, dann sind wir weg.» Er sage dann immer: «Ja, wohin denn?»
Würde Österreich oder die Schweiz genannt, meint Schmidt ironisch: «Viel Spass in der Schweiz! Dort ist man begeistert über jeden Deutschen, der kommt.»
Für Besucher sei die Schweiz hervorragend. Als Wohn- und Arbeitsort aber zu ruhig und zu harmonisch.