Darum gehts
- Andrew Mountbatten-Windsor ficht Razzien bei sich an
- Er bestreitet, Amtsinfos an Epstein gegeben zu haben
- Der High Court prüft, welche Akten öffentlich werden
Der tief gefallene Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor (66) will prüfen lassen, ob die Durchsuchungsbefehle für seine Häuser rechtmässig erlassen wurden. Ausgerechnet jetzt wird sein juristischer Gegenangriff öffentlich. Denn am Donnerstag steht vor dem High Court eine heikle Frage an: Welche Unterlagen aus dem Verfahren dürfen öffentlich werden?
Die Geschichte beginnt im Februar. Der Bruder von König Charles III. (77) wird an seinem 66. Geburtstag auf dem Sandringham-Anwesen festgenommen. Der Verdacht lautet «misconduct in public office» – Fehlverhalten im öffentlichen Amt. Rund zwölf Stunden wird er befragt, danach wieder freigelassen. Eine Anklage gibt es bislang nicht.
Was kommt ans Licht?
Im Zentrum steht Andrews Zeit als britischer Handelsbeauftragter von 2001 bis 2011. Er soll dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953–2019) vertrauliche Informationen weitergegeben haben. Dazu zählen Berichte über Reisen nach Hongkong, Singapur, Vietnam und China sowie eine vertrauliche Notiz über Investitionsmöglichkeiten in der afghanischen Provinz Helmand. Andrew bestreitet jegliches Fehlverhalten.
Dann durchsuchen Ermittler seine Unterkunft auf dem Sandringham-Anwesen und seine frühere Residenz Royal Lodge in Windsor. Die Thames Valley Police hatte die Durchsuchungsbefehle beantragt, ein Richter am Old Bailey stellte sie aus. Dokumente und weitere Gegenstände werden sichergestellt.
Der Zeitpunkt ist brisant
Andrews Anwälte haben eine sogenannte «Judicial Review» beantragt. Das Gericht soll prüfen, ob die Polizei bei den Durchsuchungen rechtmässig vorging. Der High Court hat die Überprüfung zugelassen.
Und damit sind wir beim Donnerstag, 8. Oktober. Ab 14 Uhr soll die Angelegenheit vor dem High Court verhandelt werden. Die Anhörung findet nicht öffentlich statt. Dabei geht es zunächst nicht um Andrews Schuld oder Unschuld. Vielmehr steht die Frage im Raum, ob bestimmte Gerichtsunterlagen veröffentlicht werden dürfen. Die Polizei will den Zugang zu Teilen der Dokumente beschränken.
Und die Frage drängt sich auf: Welche Geheimnisse liegen noch im Epstein-Sumpf? Und was bleibt unter dem Deckel? Was steckt in diesen Akten? Was haben die Ermittler gesucht – und was haben sie gefunden? Welche Informationen bleiben unter Verschluss?
Für den Ex-Royal geht es damit nicht nur um die Rechtmässigkeit der Durchsuchungen. Es geht auch um die Kontrolle darüber, was aus einem der dunkelsten Kapitel seines Lebens öffentlich wird.