Darum gehts
- Joey Kelly enthüllt im Podcast: Kelly Family hatte Schwarzkonto in der Schweiz
- Familie verdiente 1,4 Millionen D-Mark vor kommerziellem Durchbruch
- An Spitzentagen bis zu 30'000 D-Mark durch Strassenauftritte eingenommen
In den 1990ern ist wohl niemand, der ein Radio besass, an der Kelly Family vorbeigekommen. Die Familienband feierte grosse Erfolge, ihr«Hippie»-Stil mit den langen Haaren und dem alternativ wirkenden Vater Daniel Kelly (1930–2002) wurde ihr Markenzeichen.
Das Konzept funktionierte, und die Kelly Family verdiente ordentlich Geld. Doch nicht alles wurde so sauber angegeben, wie es hätte sein müssen. Auf dem Papier hatte die Familie weitaus weniger, als in der Realität. Im Podcast «Des isses!» mit Moderator Max Schradin (47) packt Joey Kelly (53), das achte bzw. neunte Kind – Tochter Patricia starb im Alter von einem Jahr und wird daher häufig nicht dazugerechnet – des einstigen Familienoberhaupts Daniel Kelly, über seine Kindheit und die finanzielle Situation der Familie aus.
Nicht aufgeführtes Konto in der Schweiz
Dabei lief nicht immer alles ganz legal ab. «Ich hau heut alles raus, ist eh alles verjährt und ich war noch klein», sagt Joey Kelly und lacht. Dann hält er direkt sein Versprechen und lässt die erste Bombe platzen: «Wir hatten ein Schwarzkonto in der Schweiz! Das ist noch nie erzählt worden.»
Bei dem Jahresumsatz, den die Familie ab einem gewissen Zeitpunkt verdiente, konnte sie damit sicher gut Geld sparen. Denn Joey Kelly, der heute als Extremsportler, Unternehmer und Motivationstrainer tätig ist, verrät, dass die Familie einen Umsatz von 1,4 Millionen D-Mark (rund 652'000 Franken) hatte – noch vor dem kommerziellen Durchbruch. Durch Auftritte auf der Strasse und den Verkauf von Kassetten, LPs und CDs verdienten sich die Kellys ein goldenes Näschen. «An schlechten Tagen, an denen es geregnet hat, haben wir 3000 bis 5000 D-Mark (1400 und 2327 Franken) verdient. An guten Tagen, etwa an einem langen Samstag in Frankfurt: 20'000 bis 30'000 D-Mark (9300 und 14'000 Franken)», so Joey Kelly.
Das Münz der Kellys ruinierte das Gerät der Bank
Da das Geld auf der Strasse gesammelt wurde, hatte die Familie entsprechend viel Münz. «Wir haben so viel Geld gehabt, das haben wir in Münzen in gelben Postkisten gesammelt und auf unserem Hausboot gestapelt», erzählt der Kelly-Spross weiter. Die Familie hatte über eine Million D-Mark nur in Münzen daheim. In einem leeren Wassertank auf dem Boot haben sie die Münzen versteckt. Er brachte die Münzen dann regelmässig zur Bank. «Aber weil Münzen immer so dreckig sind und wir immer so viele hatten, sind die Münzzählgeräte der Bank kaputtgegangen.»
Später, mit dem grossen Erfolg, gab es phasenweise sogar Jahresumsätze von 120 Millionen D-Mark (55 Millionen Franken). Doch was sie hatten, gaben sie auch mit vollen Händen wieder aus. «Man hat einen Privatjet für sechs oder acht Leute bestellt und am Ende sind nur zwei damit geflogen. Das Ding hat 30'000, 40'000 D-Mark (14'000 und 18'600 Franken) gekostet», erinnert sich Joey Kelly. «Wirklich – Geld verbrannt ohne Ende.»