Er wurde 69 Jahre alt
Deutscher Kult-Schauspieler Ralf Richter ist tot

Der Musiker und Schauspieler Ralf Richter ist mit 69 Jahren verstorben, wie die «Bild» Zeitung berichtet. Gesundheitlich soll er schwer angeschlagen gewesen sein. Der Deutsche erlangte durch seine Rolle als Zentralemaat Frenssen im Kriegsfilm «Das Boot» Bekanntheit.
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Ralf Richter ist tot. Der deutsche Schauspielstar starb im Alter von 69 Jahren.
Foto: Getty Images

Der deutsche Schauspieler Ralf Richter ist tot. Das bestätigte Maxwell Richter (44), Sohn des Kult-Schauspielers, auf Instagram. Richter wurde 69 Jahre alt. Gegenüber der «Bild» erklärt sein Sohn: «Meinem Vater ging es seit Längerem gesundheitlich sehr schlecht.» Er habe an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung und einer Herzunterfunktion gelitten. Zuletzt habe eine Vene zum Herzen nicht mehr richtig gearbeitet. 

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Dem Deutschen gelang mit seiner Rolle im Kriegsfilm «Das Boot» 1981 der Durchbruch. Dort verkörperte er den Zentralemaat Frenssen. Später festigte er seinen Kultstatus vor allem als Kalle Grabowski in der Ruhrgebietskomödie «Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding» von 1999. Darin spielte Richter einen cholerischen Ex-Häftling – eine Rolle, die stark mit seinem Image als markanter Ruhrpott- und Ganovendarsteller verbunden ist.

Der Kumpel aus dem Ruhrpott

Richter war bekannt dafür, häufig in die Rollen von rauen, unangepassten oder zwielichtigen Figuren zu schlüpfen. Doch hinter dem klischeebehafteten Bild des Haudegens verbarg sich ein Künstler von bemerkenswerter Wandelbarkeit und immenser Bühnenpräsenz. Geboren 1957 in Essen und aufgewachsen in einer Region, die vom industriellen Umbruch geprägt war, brachte Richter eine Authentizität vor die Kamera, die man auf Schauspielschulen weder lernen noch lehren kann. Seine Figuren trugen die Schrammen, den Russ und den unpolierten Charme seiner Heimat stets wie eine zweite Haut.

Nach seinem bahnbrechenden Erfolg in Wolfgang Petersens (1941–2022) Epos «Das Boot» avancierte Richter rasch zu einer festen Grösse im deutschen Film und Fernsehen. Ob in Sönke Wortmanns (67) «Kleine Haie» oder in Dominik Grafs (74) Krimiformaten: Richter lieferte verlässlich Charaktere ab, die aneckten, die störten und gerade dadurch im Gedächtnis blieben.

Ein Original der Branche

Dabei besass Richter das seltene Talent, cholerische und gefährliche Charaktere mit einer humorvollen, beinahe tragischen Note zu versehen. Sein Kalle Grabowski blieb nicht zuletzt wegen Aggressivität unvergessen, sondern wegen jener Überzeichnung, die tief in der Seele des Ruhrgebiets wurzelte: geradlinig, unbarmherzig und doch auf seltsame Weise sympathisch. Er war ein Original in einer Branche, die leider immer häufiger zur Konformität neigt.

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