francine_liseli_quer Still.png
2:47
Francine Jordi über ihre Hündin:«Einen Mann, der keine Hunde mag, würde ich nicht daten»

Flauschige Freunde
Diese Promis sind auf den Doodle gekommen

Allergikertauglich? Ruhig? Familienfreundlich? Doodles und Poos erobern unsere Herzen – auch die der Stars. Zu süss, um wahr zu sein? Francine Jordi, Nicole Berchtold und Co. über den Alltag mit ihren Pudelmischlingen.
Kommentieren
1/7
Nicole Berchtold mit ihrer Gipsy am Moossee bei Bern.
Foto: Lucia Hunziker

Darum gehts

  • Hundetrends: Prominente wie Federer und Victoria lieben Pudelmischlinge als Begleiter
  • Pudelmixe gelten als allergikerfreundlich, doch Genetik bleibt unberechenbar
  • Bis zu 5000 Franken kostet ein Welpe, Graumarkt wächst
sylvie_kempa.jpeg
Sylvie Kempa
SI_Logo_2022_RGB_RZ (1).jpg

Sie tragen lustige Namen wie Havapoo, Cavapoo oder Goldendoodle und sehen aus wie flauschige Teddybären: Pudelmischlinge sieht man gerade überall. Auf dem Spazierweg, in den sozialen Medien und an der Seite prominenter Halterinnen und Halter. Roger Federer (45) hat mit Goldendoodle Willow offenbar seine frühere Angst vor Hunden überwunden und lässt sich nun gern das Gesicht ablecken. Kronprinzessin Victoria von Schweden (49) nimmt ihren Cavapoo Rio mit zu offiziellen Fototerminen.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

Auch Hollywood haben die süssen Fellnasen im Sturm erobert, seit Bradley Cooper (51) seinen Pudelmix Charlie in «A Star Is Born» vor die Kamera holte.

«Auch anspruchsvolle Seiten»

Dass die Nachfrage nach Doodles und Poos – so der Überbegriff – seit ein paar Jahren boomt, bestätigt Sonja Killias (55) vom Schweizer Hybriden-Zuchtverein. Sie weiss auch, wieso: «Der Pudel verliert keine Haare und gilt als intelligent und menschenbezogen. Kombiniert mit Familienhunden wie Havaneser, Cavalier King Charles Spaniel oder Golden Retriever entsteht das Versprechen eines allergikerfreundlichen Allrounders.» Zumindest auf dem Papier.

«In der Realität entscheidet die Genetik, und die ist kein Wunschkonzert.» Welche Eigenschaften sich durchsetzen, bleibe immer eine Überraschung, sagt die Expertin. «Doodles und Poos sind nicht automatisch extrem ruhige, pflegeleichte Kuscheltiere, wie manche Neuhalter annehmen. Kreuzt man zwei Rassen, kriegt man nicht nur die schönen Eigenschaften vereint, sondern manchmal eben auch die anspruchsvollen Seiten.»

Diese Erfahrung macht gerade Francine Jordi (49) mit ihrem Liseli. Die Sängerin entschied sich wohlüberlegt für einen Maltipoo. Ihr gefiel die Grösse, weil sie viel unterwegs ist und Liseli auch mal im Flugzeug mitnehmen kann. Auch das ruhige Wesen des Maltesers sprach sie an. «Bei Liseli schlägt nun allerdings der lebhafte Pudel durch.» Davon lässt sich die Bernerin nicht aus der Ruhe bringen. Sie wusste von Anfang an, dass Liseli einiges lernen muss, um sie im Alltag zu begleiten.

«Mein Leben ist für einen Hund ziemlich herausfordernd. Das kann nicht jeder.» Mit Geduld und Konsequenz bringt sie Liseli deshalb bei, mit Reisen, Hotels und Konzerten klarzukommen. Und die junge Hündin macht gute Fortschritte. «Sie will gefallen und gibt sich unglaublich Mühe.» Der bevorstehenden Weihnachtstournee sieht Francine Jordi gelassen entgegen.

Grosse Nachfrage lässt Graumarkt entstehen

Neuhaltern fehle dieser Erfahrungsschatz, sagt Killias. Zudem halten sich unwahre Mythen um Doodles und Poos hartnäckig. «Dass sie grundsätzlich nicht haaren und sich deshalb ausnahmslos für Allergiker eignen, stimmt nicht. Je nachdem, welche Gene sich durchsetzen und in welcher Generation man züchtet, verliert ein Welpe mehr oder weniger Haare.» Auch der Glaube, dass der Mix zweier Rassen automatisch einen gesunden Hund ergebe, sei falsch. Entscheidend seien hier nicht möglichst unterschiedliche Elterntiere, sondern möglichst gesunde. «Eine seriöse Zucht legt immer für beide Elterntiere Gesundheitsnachweise vor.»

Die grosse Nachfrage habe leider auch einen Graumarkt entstehen lassen, sagt Killias. «Bei der Welpensuche ist es darum wichtig, genau hinzuschauen.» Ein Preis von 5000 Franken für einen Welpen garantiere keine Qualität. Entscheidend sei, wie eine Zuchtstätte arbeitet: Das Muttertier sollte vor Ort sein, die Welpen sollten mit unterschiedlichen Menschen, Geräuschen und Untergründen aufwachsen.

Und: «Gute Züchter verkaufen nicht via Fotos im Internet. Sie lernen die Interessierten kennen und prüfen, welcher Hund charakterlich passt.» Dann kann ein Pudelmix zum perfekten Begleiter werden. Wir haben Francine Jordi, Moderatorin Nicole Berchtold (48) und Nati-Kickerin Alayah Pilgrim (23) besucht und sie haben uns ehrlich über ihr Alltagsglück aber auch die Herausforderungen mit ihren Hunden berichtet.

Francine Jordi und Liseli: «Im Herzen eine Alarmanlage»

«Komm, Liseli», ruft Francine Jordi (49). Aber die 17 Monate alte Maltipoo-Hündin denkt nicht daran! Sie ist zum ersten Mal im Berner Rosengarten und hat gerade Wichtigeres zu tun: neue Düfte, Geräusche und Menschen entdecken. Aufgeregt zerrt sie an ihrem Gstältli. «In Hundejahren hat sie das Teenageralter erreicht. Das merkt man», sagt die Sängerin lachend. Auch als Liseli ihr bellend von ihren Beobachtungen erzählt, bleibt Jordi gelassen.

Sie kennt das schon. Liseli ist ihr dritter Hund. Nach zwei Labradoren entschied sich die 49-Jährige bewusst für einen kleineren Hund. Maltipoos gelten als handlich, unkompliziert und ruhig. «Das mit dem Ruhigsein hat Liseli noch nicht ganz verstanden.» Die Kleine mag aussehen wie ein Teddy, im Herzen ist sie «eine Alarmanlage». Das kontert Francine Jordi mit konsequenter Erziehung. Auch mit dem süssesten Hundeblick hat Liseli bei ihr keine Chance, ihren Willen durchzusetzen. «Ich gebe nie nach. Das ist zu ihrem Besten. Denn das gibt ihr Stabilität und Sicherheit.»

Obwohl der Alltag mit einem Junghund anstrengend ist, möchte Francine Jordi ihr Liseli nie mehr hergeben. «Für sie würde ich auf vieles verzichten.» Sogar auf eine Partnerschaft? «Ich würde sowieso nicht einen Mann daten, der keine Hunde mag.» Tierliebe ist für Jordi ein Zeichen dafür, dass jemand sensibel mit Natur und Lebewesen umgeht. Und wenn Liseli einen potenziellen Partner nicht leiden könnte? «Das ist ein ganz anderer Fall. Da müsste sie durch.» Wer hier das letzte Wort hat, daran lässt Jordi keinen Zweifel: «Die Chefin bin ich, ganz klar. Gäu, Liseli?» Benannt ist die Kleine übrigens nach Jordis Grossmutter.

Alayah Pilgrim und Archie: «Mein Rezept gegen Einsamkeit»

Träume haben einen Preis. Für Nati-Star Alayah Pilgrim (23) bedeutete der Vertrag als Stürmerin bei AS Roma: weg von Familie und Freunden im Aargau. «Ich fühlte mich hier oft einsam und mir war langweilig.» Dann kam ihr die Idee, sich einen vierbeinigen Begleiter an die Seite zu holen. «Dass es ein Maltipoo werden soll, war für mich klar. Ich kenne diese Mischung aus dem Bekanntenkreis.» Archie ist ihr erster Hund. Sie hat ihn über eine auf Fussballprofis spezialisierte Vermittlungsagentur erhalten.

Dort achtete man darauf, den Welpen bereits vor der Übergabe so zu trainieren, dass er während des täglichen Trainings alleine bleiben kann. «Das macht Archie bereits perfekt! Und wenn ich nach Hause komme, freut er sich immer riesig. Er weiss, dann kuscheln wir und gehen spazieren.» Dass ein Welpe noch viel mehr braucht, merkte sie jedoch schnell. «Ich habe wirklich unterschätzt, wie viel Arbeit das ist!» In den ersten Wochen half ihre Mutter kräftig mit. Sie reiste nach Rom und kümmerte sich vor allem nachts um Archie, wenn er rausmusste. Schliesslich braucht eine Leistungssportlerin ihren Schlaf.

Ganz neu war die tierische Rundumbetreuung für Pilgrims Mutter nicht: Als Kind hatte ihre Familie einen Löwen mit der Flasche aufgezogen. Mittlerweile bestreiten Archie und Alayah den Alltag zu zweit und ohne Probleme. Bei künftigen Transfers wird die Kickerin zwar mitbedenken, wie hundefreundlich ein Land oder eine Stadt ist – «in Rom finde ich das wegen Hitze und Schmutz eher schwierig» –, doch wird es kein entscheidender Faktor sein. «Archie soll sich bei mir wohlfühlen, egal, wo wir sind.» Die beiden teilen übrigens ihre Leidenschaft. «Er liebt Bälle genauso sehr wie ich.»

Nicole Berchtold und Gipsy: «Das letzte Kind ist eins mit Pelz»

Ein Hund war immer ihr Traum. Vor vier Jahren holte Nicole Berchtold (48) die damals elf Wochen alte Gipsy bei einer Züchterin ab. Sozusagen als Abschluss der Familienplanung. «Man sagt ja, das letzte Kind ist eins mit Pelz», meint die Mutter zweier Teenager schmunzelnd. Gipsy ist ein Cavapoo. Für diese Mischung entschied sich die Moderatorin, nachdem sie Leone, den Hund ihrer Moderationskollegin Michelle Hunziker, 49, kennengelernt hatte.

«Mittlerweile sind das schon Trendhunde», findet die Bernerin. Aber sie kann auch verstehen, warum. «Sie sind nicht nur süss, sondern auch unkompliziert in der Pflege und klein genug, um fast überall dabei zu sein, sogar im Flugzeug.» Das wichtigste Wahlkriterium war aber ihre Hundehaarallergie. «Auf Gipsy reagiere ich nicht, selbst wenn sie bei mir im Bett schläft.» Trotz guter Vorbereitung war Nicole Berchtold vom Leben mit Hund überrascht. «Mir hat vorher niemand gesagt, dass Welpen ihre Milchzähne verlieren.»

Auch dass sie in Eishockeystadien verboten sind, war der Ehefrau von Hockeytrainer Lars Leuenberger (51) nicht bewusst. Als unerwarteten Nebeneffekt brachte Gipsy dafür Ordnung in die Kinderzimmer. «Als sie bei uns einzog, räumten meine Jungs plötzlich ihre Legosteine weg, damit Gipsy nichts zwischen die Zähne bekommt.» Dass Hunde happy machen, wusste die studierte Psychologin aus der Theorie längst. Nun erlebt sie den Effekt selbst. «Jeden Tag raus tut mir gut!» Selbst optisch wachsen die beiden zusammen: Als Berchtold Gipsy bei der Züchterin auswählte, hatte sie dunkle Locken. Nun wird ihr Fell immer heller. «Mittlerweile ist sie schon fast so blond wie ich.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen