Darum gehts
- Melanie Müllers Hauszwangsversteigerung scheiterte am 5. Mai in Leipzig
- Das 800'000-Euro-Haus erhielt keine Gebote, Verfahren vorerst eingestellt
- Müller hat sechsstellige Steuerschulden und verdient nur 1'500 Euro netto
Du bist auf der Suche nach einem Haus? Da hätte Melanie Müller (37) ein einzigartiges Angebot für dich. Auf den glücklichen Käufer oder die glückliche Käuferin wartet eine Gesamtmietfläche von 600 Quadratmeter auf einem insgesamt 1572 Quadratmeter grossen Grundstück – und das alles für einen Preis von nur 800'000 Euro.
Einziger Haken: Das Haus – ein früheres Stationsgebäude – steht in Leipzig im Stadtteil Wahren, daher wäre der Pendelweg in die Schweiz wohl etwas weit. Beim Preis könnte man aber eventuell noch verhandeln.
Müllers Haus sollte kürzlich zwangsversteigert werden. Doch am ersten Termin am 5. Mai 2026 gingen beim Amtsgericht keinerlei Gebote ein. Das Verfahren wurde vorerst eingestellt, wie das Gericht entschied. «Das Verfahren kann auf Antrag der Gläubiger innerhalb von sechs Monaten fortgesetzt werden», erklärte ein Sprecher laut «Focus». Die Immobilie wurde laut Gutachten auf rund 800'000 Euro geschätzt.
Müller wollte statt Versteigerung selbst verkaufen
Müller hatte kurz vor der Versteigerung einen Antrag auf freihändigen Verkauf eingereicht, um einen besseren Erlös zu erzielen. Doch dafür braucht sie die Zustimmung der Gläubiger. Die Sängerin selbst erschien nicht zur Verhandlung.
Ihre finanzielle Lage ist kritisch: Müller erklärte in einem Gerichtstermin Anfang des Jahres, sie habe kaum noch Einnahmen. «Ich verdiene als Angestellte halbtags nur 1500 Euro netto», sagte sie. Unterstützung erhalte sie von ihrem Freund und ihren Eltern. Zudem drücken sie Steuerschulden in sechsstelliger Höhe.
Melanie Müller und der Hitlergruss-Skandal
Der tiefe Fall von Melanie Müller begann 2022. Die Sängerin trat in Leipzig an einer Veranstaltung auf, die Berichten zufolge der rechten Szene zugeordnet gewesen sein soll. Während ihres Auftritts soll Müller mehrfach den Hitlergruss gemacht haben, begleitet von «Sieg Heil»-Rufen aus dem Publikum.
Nachdem ein Video des Konzerts in den sozialen Medien verbreitet wurde, nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Melanie Müller auf wegen «des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen» – in Deutschland ist der Hitlergruss nämlich strafbar. Müller bestritt die Vorwürfe damals vehement.
Ein Jahr später wurden bei einer Hausdurchsuchung der Sängerin zudem kleine Mengen Kokain und Ecstasy gefunden. Mitte Januar wurde die einstige Dschungelkönigin vom Landgericht Leipzig rechtskräftig zu einer Strafe von 70 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt – insgesamt 3500 Euro.