Hauptrolle im Kieler Doppel-«Tatort» für den Basler
Kein Sonntag ohne Schelker

Am letzten September-Sonntag war er der blinde Barkeeper Nathaniel in der SRF-Krimireihe «Blind». Und auch die kommenden zwei Sonntage gehören Sven Schelker, der oft zwielichtige Charaktere verkörpert und im Kieler Doppel-«Tatort» einen Verdächtigen spielt.
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Sven Schelker: Eines der Markenzeichen des Basler Schauspielers sind seine markanten blauen Augen.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Sven Schelker gehört zurzeit zu jedem Sonntagabend-TV bei SRF
  • Zuerst war er bei «Blind» zu sehen, nun zweimal im «Tatort» aus Kiel
  • Schelker spielt oft zwielichtige Figuren, lässt sie aber nicht in sein Leben hinein
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Jean-Claude GalliRedaktor People

Er liebt sie, diese Bereiche von Zwielicht und Zweifel, auf Bühne, Leinwand oder Bildschirm. Gehört er zu den Guten oder den Bösen, oder ist er ein undefinierbarer Grenzgänger? Und können seine blauen Augen trügen?

Im Kino ist der Basler Schauspieler Sven Schelker (36) so facettenreich zuletzt 2025 in «Stiller» nach Max Frisch (1911–1991) als titelgebender Anatol Stiller zu sehen, ausgezeichnet mit dem Schweizer Filmpreis 2026 als bester Nebendarsteller.

Auch im Fernsehen jagt aktuell ein Highlight das nächste. Vor zwei Wochen stand Schelker im Mittelpunkt der neuen SRF-Krimireihe «Blind» als blinder Barkeeper Nathaniel nach dem Bestseller von Christine Brand (53). Nun spielt er eine Hauptrolle im neuen Kieler «Tatort», der am 11. und 18. Oktober in einer Doppelfolge auf SRF 1 läuft (jeweils ab 20.05 Uhr).

Brillante Schweizer Beteiligung

Schon allein das neue Ermittlerinnen-Duo in Kiel ist bemerkenswert. Zur seit 2018 im Einsatz stehenden Almila Bagriacik (36) als Kommissarin Mila Sahin kommt neu Karoline Schuch (44) als Kriminalpsychologin Elli Krieger. Eine sinnstiftende Besetzung: Schuch ist im wahren Leben selbst Diplompsychologin.

Brillant sind aber in erster Linie die Schweizer Leistungen mit Sarah Hostettler (43) als resoluter Chefin einer Hightechfirma und Sven Schelker als Jan Kuper, einem ebenso charmanten wie undurchsichtigen Polizeikollegen von Sahin und Krieger, der beim Wirtschaftsdezernat arbeitet, schon bald mit den Ermittlerinnen in Berührung kommt und zum Dreh- und Angelpunkt der beiden Folgen «Unter Freunden»/«Unter Feinden» wird.

Schelker ist durch sein Interesse an Menschen in der Grauzone aus verständlichen Gründen ein viel beschäftigter Mann in Kriminalfilmen, insbesondere auch in der «Tatort»-Reihe. Zuletzt spielte er 2025 in der Zürich-Jubiläumsfolge «Kammerflimmern» den zwielichtigen Albin Fischer. Und im selben Jahr verkörperte er in der Basler SRF-Reihe «Die Beschatter» von Michael Steiner (57) den spirituellen Anführer einer obskuren Lebensgemeinschaft, der auch nicht vor einem Verbrechen zurückschreckt.

«Tatort»-Debüt vor zehn Jahren, auch in Kiel

Es sei immer wieder sehr herausfordernd, sich mit den dunklen Seiten des Lebens und schweren Sachverhalten auseinanderzusetzen, sagt Schelker dazu gegenüber Blick. «Ich stelle mir dann unweigerlich vor, wie es wäre, wenn diese Dinge mich selbst betreffen würden. Deshalb habe ich schon früh gelernt, die von mir dargestellten Figuren nicht komplett in mein Leben hineinzulassen. Was aber bleibt, sind die Themen, mit denen ich mich für eine Rolle beschäftige. Was ich dabei lerne, ist eindeutig grösser als die Figur.»

Sein «Tatort»-Debüt gab Sven Schelker vor zehn Jahren. Übrigens auch in einer Folge aus Kiel, «Borowski und das verlorene Mädchen», damals noch mit Axel Milberg (70) und Sibel Kekilli (45) als Ermittler-Duo.

Gegenwärtig steht Schelker bis Januar 2027 auf der Bühne des Ernst Deutsch Theaters in Hamburg, wo er in «Clockwork Orange» nach dem Roman von Anthony Burgess (1917–1993) zu sehen ist, bekannt ebenso durch den Film von Stanley Kubrick (1928–1999). Nicht ganz überraschend spielt er dort die Rolle des Ganganführers Alex. «Sven Schelker spielt Alex aasig und selbstverliebt, eitel, innerlich leer: Er ist hoch präsent, das Ensemble zieht mit», wird er in der NDR-Kritik beschrieben.

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