Fatale Fehldiagnose
Christina Applegate hat doch keine MS

Christina Applegate hat laut eigener Aussage doch keine Multiple Sklerose: Eine Ärztin habe ihr nach fünf Jahren mitgeteilt, die ursprüngliche Diagnose sei falsch. Die US-Schauspielerin leidet weiter unter schweren Beschwerden; die Ursache ist unklar.
Kommentieren
1/6
Christina Applegate kämpft seit fünf Jahren gegen MS. Dachte sie zumindest.
Foto: Dukas

Darum gehts

  • Christina Applegate erhielt nach fünf Jahren die Nachricht, dass sie doch nicht an MS leidet
  • Ihre Beschwerden bestehen weiter, sie braucht teils einen Rollstuhl und berichtet von Schmerzen
  • Eine Neurologin sagt, MS-Fehldiagnosen seien häufig; Ärzte suchen die Ursache ihres Leidens
RMS_Portrait_AUTOR_441.JPG
Saskia SchärRedaktorin People

Alles begann im Jahr 2021, als Schauspielerin Christina Applegate ein Taubheitsgefühl in ihren Zehen verspürte, das sich «auf meine ganzen Beine ausbreitete», so die Schauspielerin in ihrer neusten «Messy»-Podcastfolge. Zahlreiche Tests später erhielt sie dann die Diagnose Multiple Sklerose. Auch wenn ein Schock, wusste sie somit endlich, woran sie litt.

Doch nun – fünf Jahre später – stellt sich heraus: Die Diagnose war falsch. Wie die US-Schauspielerin erzählt, kam vor kurzem eine Ärztin in ihr Zimmer und sagte: «Herzlichen Glückwunsch, du hast kein MS.» Während ihr Umfeld erleichtert auf die Nachricht reagierte, löste der Bescheid bei Applegate Entsetzen aus.

«Nichts Magisches ist passiert»

«Denn man wird ja nicht falsch diagnostiziert, und dann geht es einem plötzlich besser», stellt Applegate klar. «Es geht mir überhaupt nicht besser. Wenn überhaupt, ist es schlimmer geworden.» Beim Erzählen kämpft der «Eine schrecklich nette Familie»-Star hörbar mit den Tränen. Sie sei nun wieder ganz am Anfang und wisse nicht mehr, worauf ihre gesundheitlichen Probleme zurückzuführen seien.

Besonders bitter: Die angebliche MS-Erkrankung hat das Leben der 54-Jährigen in den letzten fünf Jahren komplett auf den Kopf gestellt. «Ich habe deswegen eine schwere Depression durchgemacht. Ich habe alles verloren. Ich habe meinen Job verloren», sagt sie. «Es hat mein Leben gestoppt. Ich muss immer noch einen Rollstuhl benutzen, wenn ich zum Arzt gehe. Ich kann nicht vom Auto in den Raum gehen. Nichts Magisches ist passiert, als sie sagte: ‹Du hast kein MS.› Nichts Magisches.»

Gefühl der Hilflosigkeit und Verwirrung

Zudem sei es extrem verwirrend, die Ursache für ihren Zustand nicht mehr zu kennen: «Ich hatte einen Grund. Ich hatte einen verdammten Grund dafür, warum mein Tag jeden Tag beschissen war. Und jetzt habe ich keinen Grund mehr. Das ist sehr verunsichernd.» Unverständlich ist die Situation für sie auch deshalb, weil sie weiterhin unter den typischen Beschwerden leidet: «Ich habe jedes einzelne Symptom einer Person mit MS. Jedes einzelne.»

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Sie wird zumeist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt. MS gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Weltweit sind rund 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt. In Nordeuropa liegt die Erkrankungshäufigkeit bei 100 Patienten pro 100000 Einwohner. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer. MS ist derzeit nicht heilbar. Die Krankheit verläuft aber nicht tödlich und ist nicht ansteckend.

Experten gehen davon aus, dass es sich bei Multipler Sklerose um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der sich die körpereigene Abwehr gegen Nervenfasern richtet. Als Symptome kann es zu Lähmungen kommen oder zu Kräfteverlust bei erhöhter Muskelanspannung. Auch zu Störungen der Bewegungskoordination, Augenzittern, Zittern bei einer zielgerichteten Bewegung und zu abgehackter Sprache. Auch Entzündungen des Sehnervs oder Depressive Störungen kommen unter weiterem vor.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Sie wird zumeist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt. MS gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Weltweit sind rund 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt. In Nordeuropa liegt die Erkrankungshäufigkeit bei 100 Patienten pro 100000 Einwohner. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer. MS ist derzeit nicht heilbar. Die Krankheit verläuft aber nicht tödlich und ist nicht ansteckend.

Experten gehen davon aus, dass es sich bei Multipler Sklerose um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der sich die körpereigene Abwehr gegen Nervenfasern richtet. Als Symptome kann es zu Lähmungen kommen oder zu Kräfteverlust bei erhöhter Muskelanspannung. Auch zu Störungen der Bewegungskoordination, Augenzittern, Zittern bei einer zielgerichteten Bewegung und zu abgehackter Sprache. Auch Entzündungen des Sehnervs oder Depressive Störungen kommen unter weiterem vor.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, luden Applegate und Co-Host Jamie-Lynn Sigler (45) die Neurologin Marwa Kaisey vom renommierten Cedars-Sinai Medical Center zum Podcast ein. Sie erklärte, dass MS-Fehldiagnosen erschreckend häufig vorkämen: «Wir haben keinen einzelnen Test für MS. Es ist nicht wie ein Schwangerschaftstest, der einfach Ja oder Nein sagt. Es ist eine Liste von Kriterien.» Fast einer von fünf Patienten, denen gesagt werde, sie hätten MS, leide in Wirklichkeit an etwas anderem.

Christina Applegate befindet sich nach eigener Aussage noch immer in einem «Schockzustand» über die Neuigkeiten und beschreibt die Situation als absoluten «Mindfuck». Ihre Ärzte suchen nun intensiv nach der wahren Ursache für das Leiden der Schauspielerin.

Symptome verschlimmerten sich drastisch

Dass es der Schauspielerin in den letzten Monaten und Jahren gesundheitlich extrem schlecht ging, hatte sie bereits in früheren Podcast-Episoden offenbart. Dort sprach Applegate über heftige Schmerzanfälle, die ihr den Alltag unmöglich machten: «Ich liege im Bett und schreie vor Schmerz. Es fühlt sich an, als ob mein Körper brennt.» Zudem litt sie unter massiven Mobilitätseinschränkungen, Sehstörungen sowie depressiven Phasen, in denen sie tagelang das Bett nicht verlassen konnte.

Auch vom Tragen von Windeln und Taubheitsgefühlen in den Gliedmassen berichtete der TV-Star – Beschwerden, die klinisch zwar exakt auf Multiple Sklerose passten, deren tatsächliche Ursache nach der Enthüllung der Fehldiagnose nun aber völlig im Dunkeln liegt.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen