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Kein Sex in der Beziehung:Ist das ein Freipass zum Fremdgehen?

Seit 15 Jahren verheiratet
ZDF-Star spricht offen übers Fremdgehen

Übers Fremdgehen spricht man nicht gerne. Ex-«Tatort»-Kommissarin Anna Schudt tut es trotzdem. Sie sagt: «Es geht nie um den Sex.»
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Spricht offen übers Fremdgehen: Anna Schudt.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Anna Schudt sieht Fremdgehen nicht zwingend als Beziehungsende
  • Expertin Sandra Casalini sagt, Frauen leiden laut Studien stärker an emotionaler Untreue als Männer
  • Casalini hält offene Beziehungen nach Untreue für riskant und rät zu frühen Treuegesprächen
Fynn Müller von Schweizer Illustrierte
Fynn MüllerPeople-Redaktor

Anna Schudt (52) ist seit 15 Jahren glücklich mit ihrem Schauspielkollegen Moritz Führmann (48) verheiratet. Trotzdem ist die Deutsche der Meinung: Fremdgehen muss nicht automatisch das Ende einer Beziehung bedeuten.

Gegenüber dem Portal T-online erklärt die ehemalige «Tatort»-Kommissarin, was sie am Treuebruch wirklich verletzt. Es sei nicht der Sex. «Ich bin überzeugt, es handelt sich nie um den Sex, wenn man versucht, die Verletzung zu untersuchen.»

Gemeinsam mit Führmann zieht Schudt ihre beiden Söhne (13 und 14) gross. Ein klassisches Familienmodell. Treue ist für sie kein starres Gesetz, sondern eine «Komplizenschaft». Heisst: Man hält zusammen – und die Regeln werden laufend angepasst. «Die Bedingungen dafür könnten immer neu besprochen und verhandelt werden, weil wir uns alle verändern.» Fremdgehen bezeichnet sie als «das Brechen einer bestehenden Verabredung». Es gehe dabei «um das Gefühl, draussen zu stehen und ausgeschlossen zu werden».

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Das sagt die Expertin

Für Sandra Casalini (51), Host des Blick-Beziehungs- und Sexpodcasts «intim&laut», ist klar: Schudts Aussage ist typisch weiblich. Studien zeigen, dass Frauen emotionale Untreue als schlimmer empfinden, bei Männern ist es umgekehrt. Der Grund: Männer sind oft so sozialisiert, dass Sex eine der wenigen Arten ist, Nähe auszudrücken. «Insofern ist es typisch, dass Anna Schudt als Frau den Vertrauensbruch schlimmer findet als den eigentlichen Sex.»

Wo beginnt Fremdgehen? «Das ist extrem individuell, aber als Leitfaden würde ich sagen, Fremdgehen beginnt dort, wo ich weiss, dass mein Partner nicht okay finden würde, was ich mache.» Für die einen ist das schon ein normales Whatsapp, für andere ist auch Sex mit Dritten in Ordnung.

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Offene Beziehung als Lösung?

Von einer offenen Beziehung als Rettung nach dem Seitensprung hält Casalini nichts. «Wer auf Untreue mit dem Versuch einer offenen Beziehung reagiert, scheitert ziemlich sicher.» Solche Modelle verlangen extrem viel Stabilität, Kommunikation, Offenheit und Selbstreflexion. Besonders heikel wird es, wenn nur einer es will oder wenn der Betrogene die Untreue «ausgleichen» will.

Warum gehen Menschen überhaupt fremd? «Ich glaube, der Grund ist extrem einfach: Weil sie Gelegenheit dazu haben.» Zwar fehlten in der Beziehung oft Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Aber: «Fremdgehen ist immer eine Entscheidung, egal, wie schlimm die Beziehung gerade ist und wie viel Alkohol man hatte.»

Ihr Rat: «Paare sollten regelmässig über alles reden, vor allem auch über Sex.» Noch wichtiger sei, schon in der ersten Verliebtheitsphase zu klären, wie man zur Treue steht – «auch wenn man sich noch nicht vorstellen kann, fremdzugehen».

Anna Schudt war von 2012 bis 2023 in der Rolle der Ermittlerin Martina Bönisch im Dortmunder «Tatort» zu sehen. Auch nach ihrem Ausstieg bleibt sie ein fester Bestandteil der deutschen Fernsehlandschaft. Aktuell ist sie im ZDF-Film «Das verschwundene Kind» zu sehen.

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