Nach Weihnachten wurde der Juwelenkönig Fawaz Gruosi – Gatte der Chopard-Chefin Caroline Gruosi-Scheufele – mit einer unbekannten jungen Schönheit auf der Karibikinsel St-Barth gesichtet. Hinterher wird Silvester in St. Moritz mit der Gattin zelebriert. Eine alltägliche Geschichte: Älterer, wahrscheinlich operativ faltengeglätteter Herr springt mal kurz aus der ehelichen Gemeinschaft, um sich hormonell zu vergnügen. Hinterher reumütige Rückkehr zum heimischen Herd. Die Gattin, gekränkt, aber tapfer, macht gute Miene zum üblen Spiel, hoffend auf Besserung in der Zukunft – obwohl die Geschichte anderes lehrt. Wer einmal in Nachbars Garten nascht, wird es wohl auch künftig nicht lassen können. Die Presse kommentiert und applaudiert der Ehefrau: Was für eine Stärke, was für eine Frau!
Frauen sind dann stark und bewundernswert, wenn sie Weiblichkeit geschickt bewirtschaften, den sexuellen Appetit des Mannes anzuregen vermögen, um ihn zu stimulieren. Falls sie verheiratet sind oder in einer festen Partnerschaft leben, wird ihnen dann Anerkennung zuteil, wenn sie die Fehltritte des Mannes gelassen hinnehmen, wie eine Mutter die zerschlagene Fensterscheibe des Sohnes. Schwamm drüber. Das Leben geht weiter. Alle tun es doch, die meisten wenigstens. Oder?
Also Schwamm drüber. Oder nachdenken und neue Spielregeln zwischen den Geschlechtern aushandeln. Nun geht es darum, Schluss zu machen mit den patriarchalen Unarten reiferer Semester, mal hier oder dort an jugendlicher Körperschönheit zu naschen, je nach Appetit und Bedürfnis.
Zudem sollten Fakten zu denken geben: einem Sechzigjährigen geht beim Marathon rascher die Puste aus. Und beim Sex ebenso. Jede junge Frau sollte einfach wissen: Wer sich auf einen wesentlich älteren Mann sexuell einlässt, muss mit reduziertem Winterdienst rechnen. Schon möglich, dass die erste Begeisterung nochmals kurzfristig die stürmische Leidenschaft zum Erblühen bringt. Hinterher folgt in der Regel die Ernüchterung. Der angegraute Liebhaber macht sich vom Acker, um wieder bei der Ehefrau unterzuschlüpfen, wo sexueller Leistungsnachweis nicht mehr die ausschlaggebende Rolle spielt. Jedes Paar, das sich gemeinsam einem Reifungsprozess stellt, erlebt, dass der sinnliche Horizont viel weiter ist, als man sehen kann. Schliesslich hat doch alles seine Zeit. Von der Enttäuschung der jungen Frau indessen wird kaum gesprochen, auch erhält sie kein Lorbeerkränzchen für die geleistete Zwischenverpflegung.
Das patriarchale Ordnungssystem hat versagt und muss korrigiert werden. Frauen sind Menschen, die weder zum erotischen Stimulans für den Herrn bestimmt sind noch für andere Dienst- oder Handlangerleistungen im täglichen Leben zur freien Verfügung stehen. Frauen sind selbstbestimmt, lassen sich nicht einfach vor irgendeinen Karren spannen und sind für Demütigungen nicht zu haben. Vor allem halten sie sich selbst die Treue.
Weiss die rechte Hand, was die linke tut? Beim Silvesterbild, auf dem Caroline Gruosi-Scheufele mit ihrem Gatten Fawaz in St. Moritz zu sehen ist, und das mit dem Wort «Versöhnt» betitelt wurde, ist deutlich zu sehen: Die Frau hält sich an sich selbst fest. Und das ist ein guter Auftakt ins neue Jahr.