Fun Fact zum Einstieg: Charlie Chaplin hätte «Star Wars: A New Hope» theoretisch in einem Schweizer Kino sehen können. Der Film lief im Mai 1977 an, Chaplin lebte bis zu seinem Tod am 25. Dezember desselben Jahres in Corsier-sur-Vevey im Kanton Waadt. Ob er sich Luke Skywalker tatsächlich gegeben hat, ist nicht überliefert. Auszuschliessen wäre es bei einem Mann, der dem Kino alles gegeben hat, aber nicht.
Warum flüchtete Charlie Chaplin in die Schweiz?
Warum Chaplin überhaupt in der Schweiz gelandet ist, würde ebenfalls eine gute Story für einen Film abgeben: Der McCarthy-Ära-Paranoia zum Opfer gefallen, verlor er 1952 sein US-Einreisevisum, während er auf einem Schiff nach Europa sass. Washington wollte den Stummfilm-Giganten wegen angeblicher kommunistischer Sympathien nicht mehr im Land haben. In der Schweiz waren wir damals etwas nachsichtiger.
An seiner Seite: Oona O’Neill, die starke Frau, ohne die die Geschichte wohl anders verlaufen wäre. Sie war nicht einfach Ehefrau, sondern Partnerin auf Augenhöhe – die Mutter seiner acht Kinder, sein Anker in der Schweiz und seine Wegbegleiterin durch mehr als 25 Jahre einer Ehe, die so glücklich gewesen sein soll, wie sie lang war. Gemeinsam fanden sie im Manoir de Ban ihr Zuhause, wo Chaplin bis zu seinem Tod blieb.
Ein Musical für eine Weltikone
«Chaplin – Das Musical» erzählt genau diese Lebensgeschichte: von den Armenvierteln Londons, durch die Glitzerwelt Hollywoods, bis zum Schweizer Exil und zum späten Triumphzug zurück in die USA, als Chaplin 1972 seinen Ehrenoscar entgegennahm. Das 2012 am Broadway uraufgeführte Erfolgsmusical von Thomas Meehan und Christopher Curtis ist vom 10. Juni bis 25. Juli 2026 erstmals als Open-Air-Produktion in der Schweiz zu erleben. Gezeigt wird die Kultshow am Ufer des Walensees.
Eine Bühne für eine Legende
Das Bühnenbild ist eine architektonische Ansage: 26 Meter breit, 14 Meter hoch, gebaut, um Chaplins gesamtes Leben auf einmal zu fassen. Ein weiteres Highlight ist die 6 × 8 Meter grosse, halb transparente LED-Wand, die im Mittelteil der Bühne thront. Darüber flimmern Originalszenen aus Chaplins Filmen — Stummfilm-Slapstick, choreografisch eingebettet ins Live-Musical.
Eine Titelrolle für einen Profi
Die Titelrolle übernimmt der Wiener Steven Armin Novak, dessen Vita wie die Inhaltsangabe eines Musicalgeschichtsbuchs klingt: von «West Side Story» über «Jesus Christ Superstar» bis «Mamma Mia». Seine Bühnenkolleginnen und -kollegen sind indessen so multinational wie Chaplins eigene Biografie: 21 Profis aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Luxemburg, Belgien und Italien verkörpern die wichtigsten Personen aus der bewegten Lebensgeschichte des Künstlers. Ab dem 10. Juni wird sie am Walensee erzählt. So wie noch nie zuvor in der Schweiz.
Aufführungsdaten: 10. Juni bis 25. Juli 2026
Familienvorstellungen: 21.06.2026, 05.07.2026 und 16.07.2026
Mehr Infos auf walenseebuehne.ch.